Menschen, die eine neue Ernährung ausprobieren, haben oft so ein Leuchten in den Augen. Sie spielen, probieren und entdecken, wie gut es tut, sich von ungesunden Gewohnheiten zu verabschieden. Weil nicht jede wohlklingende Diät hält, was sie verspricht, haben wir die populärsten Konzepte einem Check unterzogen.
Reichlich knackiges Gemüse
Viel Reis, wenig Fleisch, scharfe Gewürze, knackige, kurz gegarte Gemüse, viel Fisch, Algen, Soja - was Asiaten gesund und schlank hält, ist auch bei uns mittlerweile sehr beliebt. Die so genannte Asia-Küche ist eine westliche Komposition fernöstlicher Ernährungsweisen mit deutlichem japanischem Einschlag.
Sie sieht nur äußerst selten rotes Fleisch vor, wenig Geflügel, Ei und Süßigkeiten. Milchprodukte werden von den meisten Asiaten wegen Laktoseintoleranz nicht vertragen und fehlen darum in den Zubereitungen der Asia-Küche weitgehend. Fettes und Frittiertes wird in der adaptierten Ernährungsweise sparsam verwendet.
Wissenschaftlich belegt: sehr gesund
Es stimmt: Asiaten leiden seltener unter Herz-Kreislauf-Erkrankungen als Bewohner der westlichen Industrieländer, auch Dicke sieht man nicht so häufig. Nirgends werden die Menschen so alt wie auf der japanischen Insel Okinawa - was vermutlich auch an der Ernährung liegt: Die Kost ist in der Regel ausgesprochen fettarm, reich an Gemüse, Soja, Meeresfrüchten und Fisch.
Von den Flossentieren isst der Durchschnittsjapaner fast fünfmal so viel wie der durchschnittliche Deutsche. Vor allem Kaltwasser-Seefische, wie Hering, Makrele, Thunfisch oder Lachs, liefern reichlich gesunde Omega-3-Fettsäuren. Diese halten das Blut flüssig und wirken entzündungshemmend.
Zahlreiche Forschungsergebnisse belegen inzwischen, dass diese langkettigen Fette das Herz-Kreislauf-System stärken, indem sie die Wände der Herzmuskelzellen stabilisieren und dafür sorgen, dass die Adern nicht verkleistern. Das Organ schlägt zuverlässiger und ist weniger anfällig für Rhythmusstörungen. Zudem liefern Meeresalgen viel Jod. Womöglich ist dies das Geheimnis der Alten von Okinawa. Nachteil: der Verzicht auf Milchprodukte.
Praxis-Check: für Experimentierfreudige
Experimentierfreudige finden in der Vielfalt asiatischer Nahrungsmittel und Aromen einen großen Fundus, um ihre Ernährung zu bereichern. Auch wer keinen Asia-Supermarkt um die Ecke hat, kann Gemüse im Wok knackig zubereiten oder im normalen Kochtopf mit einem einfachen Einsatz dämpfen. Buchweizen- und Reisnudeln sind als Sättigungsbeilagen interessante Varianten.
Aufwendig, aber sehr bekömmlich ist das asiatische Frühstück - gekochter Reis und Misosuppe. Viele Speisen werden in Brühe gegart oder gedämpft - eine gesunde Machart, die sich mit Lust an Grillfleisch und zischender Fleischpfanne jedoch nicht verträgt. Auch wer fürs pralle Geschmackserlebnis gern viel im Mund hat, wird mit Asia nicht unbedingt zufrieden. Vorteil: Völlerei ist verpönt, die Portionen sind übersichtlich. Genuss zählt, das Auge isst mit. Schon allein deshalb dürfte es schwerfallen, mit dieser Küche dick zu werden.
Fazit: sehr bekömmlich
Mit kleinen Einschränkungen bietet die Asia-Küche ein empfehlenswertes Konzept für eine leichte und bekömmliche Ernährung. Wer Genuss mit Üppigkeit verbindet, wird mit dieser in jeder Hinsicht schlanken Küche vermutlich nicht froh.
Jutta von Campenhausen / Sabine Kartte / Kirsten Milhahn