Menschen, die eine neue Ernährung ausprobieren, haben oft so ein Leuchten in den Augen. Sie spielen, probieren und entdecken, wie gut es tut, sich von ungesunden Gewohnheiten zu verabschieden. Weil nicht jede wohlklingende Diät hält, was sie verspricht, haben wir die populärsten Konzepte einem Check unterzogen.
Ohne Fleisch und ohne Eier
Ovo-Lacto-Vegetarier verzichten auf Fleisch, Fisch und Geflügel. Ovo-Vegetarier verzichten zudem auf Milchprodukte. Lacto-Vegetarier auf Eier. Veganer lehnen jegliche tierischen Produkte ab, auch Leder, Federn, Wolle und Seide.
Wissenschaftlich belegt: Herz-gut
Alle großen Vegetarier-Studien kommen zum gleichen Schluss: Menschen, die sich fleischlos ernähren, sind gesünder. Ob der Effekt ausschließlich auf die Ernährung zurückgeht, lässt sich nicht klären, da Vegetarier in der Regel auch insgesamt einen gesünderen Lebensstil pflegen.
Fest steht: Vegetarier leiden seltener an Zivilisationskrankheiten wie Bluthochdruck und Diabetes, haben ein vermindertes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und werden offenbar älter.
Zudem haben sie fast nie Gewichtsprobleme: Obst, Gemüse und Getreideprodukte sind dank der vielen Ballaststoffe kalorienarm. Das wirkt nicht nur auf die Verdauung erfreulich, sondern ist für Blutzucker und -fette günstig. Der Verzicht auf Fleisch und Wurst lässt außerdem die Cholesterinwerte purzeln.
Anders die streng vegane Kost: Sie kann zu Mangel- und Unterernährung führen. Denn auch wenn die Salatportion auf dem Teller riesig ist, hat sie einen viel geringeren Brennwert als eiweißreiche Mischkost. Schnell greift der Körper dann auf seine Reserven zurück - und baut letztlich Muskelmasse ab. Wer alle tierischen Produkte meidet, dem mangelt es fast immer an #Vitamin B12, Eisen, Jod und Zink. Der Verzicht auf Milchprodukte fördert Kalziummangel.
Praxis-Check: unaufwendig
Vegetarische Kost lässt sich äußerst abwechslungsreich gestalten und benötigt keinen besonderen Aufwand. Auch nicht außer Haus: Viele Restaurants bieten Vegetariern heute eine gute Auswahl. Beim Einkauf von Fertigprodukten müssen Vegetarier allerdings genauer hinsehen: Nur ein Blick auf die Zutatenliste garantiert, dass bei der Herstellung keine Fleischprodukte (zum Beispiel Gelatine) verwendet wurden. Veganer allerdings müssen ihre Ernährung sorgfältigst planen, damit sie alle nötigen Nährstoffe bekommen.
Fazit: gut, aber bei Kindern Mangelrisiken
Gute Noten für die vegetarische Ernährung. Auf Milchprodukte und Eier sollte jedoch nicht verzichtet werden, das gilt vor allem für Schwangere und Stillende. Kinder und Jugendliche haben einen besonderen Bedarf an Eiweiß, Kalzium,
Eisen und Vitamin D - sie sollten sich nicht komplett fleischlos ernähren.
Jutta von Campenhausen / Sabine Kartte / Kirsten Milhahn