Menschen, die eine neue Ernährung ausprobieren, haben oft so ein Leuchten in den Augen. Sie spielen, probieren und entdecken, wie gut es tut, sich von ungesunden Gewohnheiten zu verabschieden. Weil nicht jede wohlklingende Diät hält, was sie verspricht, haben wir die populärsten Konzepte einem Check unterzogen.
Abnehmen nach Punkten
Die Weight Watchers wurden 1963 in New York von Jean Nidetch, Felice Lippert und deren Mann ins Leben gerufen. Seit 1970 gibt es sie auch hierzulande. Das Konzept beruht auf zwei Grundideen. Erstens: Abnehmen ist in der Gruppe leichter, weshalb das Unternehmen kostenpflichtige Treffen anbietet. Zweitens: Die Umstellung auf eine gesunde, leichte Ernährungsweise ist effektiver als eine Abfolge zeitlich begrenzter Diäten.
Weight Watchers empfiehlt eine ausgewogene, fettreduzierte und ballaststoffreiche Mischkost. Das Konzept klassifiziert Lebensmittel nach einem Punktesystem: Viele Punkte haben Lebensmittel mit vielen Kalorien und wenig Nährstoffen.
Was wenig Kalorien, aber viele Vitamine und Mineralstoffe enthält, hat null Punkte - etwa die meisten Obst und Gemüsesorten. Jeder Teilnehmer darf Lebensmittel mit einer bestimmten Gesamtpunktzahl verzehren. Wie viele Punkte das sind, ist abhängig von Alter, Geschlecht, Größe, Gewicht und Energiebedarf.
Zwei Portionen Milchprodukte, fünfmal Obst und mindestens sechs Gläser Wasser am Tag sind Pflicht. Die Punkte-Bilanz wird jeweils über eine Woche erstellt. Die Teilnehmer können also einige Tage lang Punkte einsparen, um dann bei einer Feier guten Gewissens Eis und Kuchen zu schlemmen. Mit Sport kann sich jeder zusätzliche Punkte verdienen.
Wissenschaftliche Bewertung: prima zum Abspecken
Die Ernährungsempfehlungen basieren auf anerkannten Grundlagen. Die Kost ist ausgewogen und abwechslungsreich. Das Weight-Watchers-Konzept wurde nicht nur zum Abnehmen entwickelt. Vielen Menschen helfen die Regeln, dauerhaft ihr Wohlfühlgewicht zu halten.
Praxis-Check: verständlich und praktisch
Das Prinzip ist durch das Punktesystem für jeden leicht verständlich und sehr praktisch. Das lästige Kalorienzählen entfällt. Stattdessen braucht man nur im Lebensmittelkatalog nachzusehen. Diesen haben die Weight Watchers für alle Nahrungsmittel zusammengestellt, entsprechend ihres Kaloriengehalts mit Punkten versehen und nach der Produktpalette einzelner Supermärkte aufgeteilt.
Auch Informationen über in Restaurants oder Kantinen übliche Speisen sind mittlerweile zu bekommen. Die Ernährungspläne sind flexibel und können von Woche zu Woche ausgetauscht werden. Das System ist allerdings Geschmackssache, sowohl was das Punktezählen betrifft als auch die Gruppensitzungen. Mittlerweile bieten die Weight Watchers aber auch Onlineprogramme, die jeder für sich befolgen kann. Das Konzept ist nicht kostenlos: Neben einer Aufnahmegebühr von 15 Euro fallen wöchentliche Seminarkosten von 11 Euro an.
Fazit: genussfreundlich
Essen nach dem Weight Watchers-Konzept ist zum Abnehmen wie auch als Dauerkost tadellos geeignet. Menschen, die lernen möchten, sich gesünder und bewusster zu ernähren, finden in dem Programm eine kompetente und alltagstaugliche Anleitung. Wer sich ohne rigide Vorgaben und ideologischen Klimbim nach eigenem Geschmack ernähren möchte, ist hier richtig.
Jutta von Campenhausen / Sabine Kartte / Kirsten Milhahn