Kein Schnippeln, kein Kochen, kaum Abwasch und im Handumdrehen eine warme Mahlzeit - Fertigprodukte sind wunderbar praktisch. Aber sind sie auch gesund?

Fertigessen aus der Dose spart zwar Zeit, enthält aber auch viele Zusatzstoffe© Colourbox
Salat aus der Tüte, Gemüsesuppe zum Anrühren, die Komplettmahlzeit in der Aluschale - das Angebot an Fertigprodukten ist riesig. Wo Zeit, Talent oder Lust fehlen, hat die Industrie stets eine Lösung parat, und wer will, kann ihr die Nahrungs-Zubereitung komplett überlassen. In modernen Küchen muss nicht einmal mehr ein Herd stehen, es gibt ja reichlich Auswahl an Gerichten für die Mikrowelle. Zwei Drittel unserer Lebensmittel sind industriell verarbeitet, Tendenz steigend.
Convenience-Food - so nennt man im Lebensmittelhandel die große und ständig wachsende Gruppe der Fertigprodukte. Convenience heißt übersetzt Annehmlichkeit. Und dieser Name ist Programm; handelt es sich doch um Lebensmittel, bei denen uns die Industrie schon einen Teil der Arbeit abgenommen hat: Je nach Bearbeitungsgrad ersparen sie uns nur die Vorbereitung oder gleich die komplette Zubereitung inklusive Abschmecken.
Grobe Faustregel: Je stärker verarbeitet das Lebensmittel ist, desto mehr Zusatz- und Aromastoffe stecken in der Regel drin. Es gibt Ausnahmen, doch es lohnt sich, diese Regel im Kopf zu behalten. Dann werden Sie nämlich automatisch skeptisch, wenn auf einer Tütensuppe von erntefrischem Gemüse die Rede ist.
Keine Frage - Convenience spart eine Menge Zeit. Und die Lieblings-Tiefkühl-Pizza schmeckt immer gleich lecker, egal, ob in Bayern oder an der Nordseeküste. Das hat jedoch seinen Preis: Um Qualität und Geschmack konstant zu halten, setzen die Hersteller fast immer Zusatzstoffe, Aromen und Geschmacksverstärker ein. Je höher der Grad der Verarbeitung, desto mehr. Dass etwa Brokkoli-Tütensuppe nach Brokkoli schmeckt, liegt nicht am Brokkoli, sondern an chemischer Nachhilfe.
Das namengebende Gemüse solcher Suppen ist nämlich meist nur in Spuren enthalten. Vitamine, Mineralstoffe, sekundäre Pflanzenstoffe? Fehlanzeige. Manche Hersteller versuchen, den mangelnden Gesundheitswert durch Vitaminzusätze auszugleichen. Doch was Gemüse so gesund macht, ist das Zusammenspiel unterschiedlichster Stoffe, die in isolierter Form schlichtweg nicht dieselbe Wirkung haben und unter Umständen sogar schädlich sein können.
An jedem Fertigprodukt, das auf den Markt kommt, waren Food-Designer, Chemiker und Technologen beteiligt. Sie sorgen dafür, dass unseren Geschmacksnerven der Eindruck einer echten Mahlzeit und echter Produkte vermittelt wird. Oft sind sie dabei sogar besser als die Natur. So sind zum Beispiel vielen Kindern Erdbeeren heute schon nicht mehr süß und erdbeerig genug. Ihnen ist der Geschmack der industriellen Kopie aus Milchshakes oder Joghurts vertraut, das Original kann da nicht mithalten. Solche Geschmackserlebnisse prägen ein Leben lang: Wer größtenteils mit Fertig- statt mit frischen Produkten aufwächst, wird als Erwachsener schwerlich von echtem Obst und Gemüse zu überzeugen sein.
Das Komplettmenü aus der Mikrowelle ist wunderbar praktisch. Kein Schnippeln, kein Putzen. Aber auch: wenig Spielraum für eine individuelle Ernährung. Wer das Kochen allein den Lebensmittelkonzernen überlässt, hat kaum noch Einfluss darauf, wie viel Fett, Salz und Zucker er zu sich nimmt - Stoffe, die in Fertiggerichten meist reichlich vertreten sind. Zudem vergessen wir vor lauter Bequemlichkeit leicht, dass sich vieles auch mit ein paar Handgriffen selber machen lässt. Aus echten Zutaten. Und ganz ohne Geschmacksverstärker.
Nahrungsmittelkonzerne stellen Speisen in fast jeder Beschaffenheit her: Pulver für Suppen, Breiiges in der Konservendose zum Aufwärmen, Eisblöcke, aus denen sich schnell ein Mittagessen fabrizieren lässt. Das Angebot der Industrie wird immer größer. Es gibt:
Tiefkühlkost: Mittlerweile gibt es eine große Auswahl an tiefgekühltem Gemüse und Obst. Da es direkt nach der Ernte schockgefroren wird, ist es in punkto Vitamingehalt der Frischware oft überlegen. Durch den Kälteschock bleiben Geschmack und Farbe gut erhalten, sodass in der Regel nur wenig Zusatzstoffe nötig sind. Konservierungsstoffe werden bei Tiefkühlprodukten nicht gebraucht. Bei TK-Pizza und -Fertiggerichten lohnt ein Blick auf die Zutatenliste: Oft enthalten sie reichlich Fett.
Konserven: Sie sind praktisch endlos haltbar, das hat jedoch seinen Preis: Vitamine bleiben bei der Konservierung fast immer auf der Strecke. Zu empfehlen sind aber Hülsenfrüchte (außer Erbsen) und Tomaten aus der Dose.
Instant-Produkte: Gemüsecremesuppe oder Kartoffelpüree in Pulverform, Nudeln mit Gulasch, das man nur mit heißem Wasser aufgießen muss, und das Ganze praktisch unbegrenzt haltbar - so viel Bequemlichkeit ist nur mit reichlich Zusatzstoffen zu haben.
Produkte aus dem Kühlregal: Auch im Kühlregal wird die Auswahl immer größer. Neben Pizzateig, vakuumverpackter Pasta und Saucen gibt es mittlerweile auch fertige Pfannkuchen, Kartoffelkloßteig, Suppen und sogar komplette Gerichte. Vorteil des so genannten Chilled Food: Die Produkte sind frisch und kommen darum mit deutlich weniger oder sogar ganz ohne Zusatz- und Konservierungsstoffe aus. Allerdings sind sie dadurch auch nur begrenzt haltbar.
Ungekühlte Komplettmahlzeiten: Wenn sich eine komplette Mahlzeit ohne Kühlung halten soll, kann man davon ausgehen, dass sie kaum noch Vitamine, dafür aber eine Reihe von Zusatz- Konservierungsstoffen enthält.
Bio-Fertigprodukte:
Mittlerweile gibt es viele Fertigprodukte und -gerichte auch in Bio-Qualität. Der Vorteil: Die Rohstoffe stammen vom Öko-Bauern, der auf chemisch-synthetische Dünge- und Spritzmittel verzichtet. Das schont die Umwelt und die eigene Gesundheit. Auch bei der Verarbeitung kommen keine Geschmacksverstärker zum Einsatz, Farb-, Hilfs- oder Aromastoffe sind nur sehr eingeschränkt erlaubt. Trotzdem:
Ruth Hoffmann
Weil es direkt nach der Ernte gefroren wird, enthält es meist mehr Vitamine als Frischware, die bei Transport und Lagerung schnell Nährstoffe verliert. Durch den Kälteschock bleiben Geschmack und Farbe gut erhalten, sodass in der Regel nur wenig Zusatzstoffe nötig sind. Manche Hersteller verzichten sogar ganz darauf. Konservierungsstoffe fehlen in TK-Ware.
Auch Früchte behalten Farbe, Vitamine und Geschmack sehr gut, wenn sie gleich nach der Ernte eingefroren werden. So lohnt es sich spätestens im Winter, eine Packung Waldbeerenmischung im Haus zu haben. Die Beeren sind im Nu aufgetaut, setzen fruchtige Akzente in Salaten und machen schlichten Naturjoghurt zum vitaminreichen Nachtisch. Im gefrorenen Zustand mit Milch püriert, ergeben sie einen erfrischenden Shake, mit Joghurt ein leckeres Eis.
In handlichen Päckchen kommen Tiefkühlkräuter gewaschen und gehackt daher und können über alles gestreut werden, das noch etwas Grün und Frische braucht. Inzwischen ist eine große Auswahl verschiedener Sorten erhältlich. Sehr praktisch sind Mischungen wie Gartenkräuter, Kräuter der Provence oder italienische Kräuter, aus denen sich mit Quark oder Joghurt, Salz und Pfeffer im Handumdrehen ein leckerer, fettarmer Dip oder Brotaufstrich rühren lässt.
Hier lohnt der Griff zur Konserve, denn Bohnen und Linsen haben normalerweise lange Garzeiten. In der Dose sind sie fertig gekocht - und bieten trotzdem alles, was sie so gesund macht: Eiweiß, B-Vitamine, Kalium. Eine Ausnahme bilden Erbsen: Hier ist das Tiefkühlprodukt der Dose in Nährstoffgehalt und Geschmack überlegen. Fertig gegarte Hülsenfrüchte eignen sich gut als Grundlage für einen schnellen Eintopf oder einen sättigenden Salat, zum Beispiel mit Tomate, Gurke, Paprika und Kräutern.
Sie enthalten meist recht viel Gemüse (zwischen 50 und 70 Prozent) und nur ein bis vier Prozent Fett. Im Gegensatz zu Dosensuppen kommen sie außerdem gewöhnlich ohne Geschmacksverstärker aus. Man kann sie leicht verfeinern und erweitern, zum Beispiel mit Sahne, Frischkäse, Kräutern, fein geschnittenem Gemüse, gekochten Nudeln oder geriebenem Parmesan.
Achten Sie aufs Etikett: Saucen und Pesto gibt es mit und ohne Geschmacksverstärker, Konservierungsstoffe und andere künstliche Hilfsmittel, die angesichts der würzigen Zutaten ohnehin überflüssig sind. Meist schmecken sie pur schon gut, aber sie lassen sich auch nach Lust und Laune noch mit Gemüse, Kräutern oder Hackfleisch verfeinern und bereichern auch Aufläufe, Suppen und Gemüsepfannen. Pesto passt klassisch zu Nudeln, ist aber auch eine schöne Würze für Salatdressings und Gemüsemischungen.
Aus dieser Sammlung sollten Sie immer einige Stücke im Haus haben, denn sie sind eine prima Basis für schnelle Nudelsaucen, Suppen und Sauce für die Pizza. Geschmacklich sind Konserventomaten den frischen oft überlegen - vor allem außerhalb der Saison. Und das in Tomaten enthaltene Lycopin, das vermutlich vor verschiedenen Krebsarten schützt, kann der Körper aus den Fertigfrüchten besser erschließen als aus rohen. Achten Sie darauf, dass die Dosen nicht verbeult sind, denn aus beschädigten Büchsen kann sich unter Umständen das Schwermetall Zinn lösen.
So genanntes Chilled Food aus dem Kühlregal ist meist vakuumverpackt oder in Schutzgas eingeschweißt und deshalb nur begrenzt haltbar, allerhöchstens vier Wochen. Faustregel für Pasta: Je mehr Füllung sie enthält, desto schneller verdirbt sie. Maultaschen oder Tortellini lassen sich darum nicht so lange lagern wie ungefüllte Nudeln.
Achten Sie darauf, dass die Verpackung unversehrt ist und das Mindesthaltbarkeitsdatum nicht unmittelbar bevorsteht: Je näher es rückt, desto mehr steigt die Gefahr einer Keimbelastung. Verbrauchen Sie die eingeschweißten Lebensmittel sofort, dann schmecken sie sowieso am besten.
Durch moderne Technik ist die Industrie heute in der Lage, Nahrungsmittel weitaus schonender aufzubereiten, als es zu Hause möglich wäre. Vor- oder durchgegartes Getreide ist ein gutes Beispiel dafür. Das Getreide ist in 10 bis 20 Minuten fertig, schmeckt prima in einer bunten Pfanne mit Fleisch oder Gemüse, eignet sich als sättigende Beilage und bringt B-Vitamine, Kalium, Folsäure, Ballaststoffe und Biss in Suppen, Eintöpfe oder Salate.
Von Rahmspinat über Buttergemüse bis zur Asia-Pfanne - das Angebot an fertigen vegetarischen Mahlzeiten für Pfanne, Topf oder Mikrowelle wächst. Neu sind Gerichte in Schalen oder Beuteln mit speziellen Ventilen, die in der Mikrowelle in wenigen Minuten sanft gedämpft werden. Auf diese Weise kommen sie meist mit wenig Fett aus. Es gibt sie auch in Kombination mit Reis, Nudeln oder Gnocchi. Der Fettgehalt sollte nicht über fünf Prozent liegen, bis zu zehn Prozent sind akzeptabel. Bevorzugen Sie Produkte mit ungehärtetem Pflanzenfett.
Zwar herrscht in den Tüten mit den vorgeschnittenen Blättern eine spezielle Atmosphäre, die den Verderb etwas bremst, ganz verhindern kann sie ihn jedoch nicht. Je näher das Mindesthaltbarkeitsdatum rückt, desto mehr Keime entstehen.
Verbrauchen Sie den Salat bald nach dem Kauf und deutlich vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums. Und waschen Sie ihn vorher noch einmal kurz in viel kaltem Wasser, so werden Sie bis zu 90 Prozent der Keime los. Manchmal ist auf den Tüten auch das so genannte Verbrauchsdatum angegeben, das, anders als das Mindesthaltbarkeitsdatum, den Zeitpunkt bezeichnet, nach dem das Produkt auf keinen Fall mehr gegessen werden sollte.
Er kommt meist ohne Konservierungsstoffe aus und ist darum nur begrenzt haltbar. Er lässt sich schnell belegen und ist so - je nach Belag - eine schlanke Alternative zur Tiefkühlfertigpizza. Mit dem Fertigteig, Pastasauce aus dem Glas, Dosenmais und frischem Gemüse wie Paprika, Zwiebeln und Tomaten hat man schnell eine Pizza auf dem Teller - ohne Zusatzstoffe und mit nur wenig Fett.
Knochen oder Fischreste abkochen zu müssen, ist nicht die angenehmste Küchentätigkeit, und das Ergebnis kommt selten an den Geschmack dieser konzentrierten Fonds heran. Schon ein paar Esslöffel reichen, um einer Sauce intensives Aroma zu geben. Auch als Basis für kräftige, klare Suppen sind die Fonds großartig.
Ruth Hoffmann
Kartoffelklöße aus der Packung sind einfach praktisch, denn die Zubereitung frischer Klöße ist im Alltag meist zu aufwendig. Allerdings ist in den Fertigklößen von dem, was die Kartoffel so gesund macht, nur noch wenig übrig. Als sehr fettarme Beilage zum Braten sind sie prima, vergessen Sie aber nicht, reichlich Gemüse dazu zu essen.
Wer ohne Küchenwaage und allzu viel Aufwand einen duftenden Kuchen aus dem Ofen ziehen will, ist mit den bequemen Mischungen gut beraten. Und solange man Eier, Milch und Butter dazugeben muss, sind auch nicht allzu viele künstliche Hilfsmittel im Spiel. Viele Sorten lassen sich ohne viel Mühe mit frischen oder tiefgekühlten Früchten zum Obstkuchen machen.
Meist werden sie in Tüten verpackt, in denen eine besondere Schutzatmosphäre herrscht. So kommen sie ohne Konservierungsstoffe aus. Häufig sind die Brötchen sogar billiger als beim Bäcker, der ja leider inzwischen auch oft nur angelieferte Teiglinge fertig backt.
Der Fisch ist gut, doch die Panade saugt sich beim Braten mit Fett voll. Im Backofen werden Fischstäbchen ebenso knusprig - ganz ohne Fett. Achten Sie beim Einkauf darauf, dass der Fisch aus nachhaltig bewirtschafteten Beständen stammt. Das können Sie zum Beispiel an dem MSC-Siegel erkennen.
Schlemmerfilet und Co. sind prima für alle, die sich die Zubereitung von Fisch selbst nicht zutrauen. Allerdings enthalten die meisten Produkte Geschmacksverstärker. Achten Sie aufs Etikett! Der Fettgehalt sollte nicht über zehn Prozent liegen. Vor allem Filets mit Knusperauflage enthalten oft deutlich mehr.
Ruth Hoffmann
Damit aus Kartoffeln gefriergetrocknetes Pulver wird, das sich mit Wasser in cremiges Kartoffel-Püree verwandelt, sind allerlei Zusatzstoffe nötig. Außerdem Schwefel und Farbstoffe, damit die schöne gelbe Farbe erhalten bleibt. Nicht erhalten bleiben allerdings die Vitamine. Kein Ersatz also für echte Kartoffeln!
Sie enthalten Geschmacksverstärker,
Sie sind meist voll Mayonnaise, also sehr fett. Achten Sie daher aufs Etikett: Der Fettgehalt variiert oft erheblich. Sie können die Salate auch mit Joghurt, Gemüsestückchen oder Kräutern verfeinern und strecken. Ein wuchtiger Kartoffelsalat wird gleich viel leichter und vitaminreicher, wenn man ihn mit Zwiebeln, Apfel, Tomate und Gurke aufpeppt.
Fertige Hollandaise oder Béarnaise ist zwar weniger fett als eine echte Buttersauce, enthält aber reichlich Zusatzstoffe, gehärtete Fette und Geschmacksverstärker. Verwenden Sie solche Saucen sparsam, und essen Sie reichlich Gemüse dazu.
Die Industrie rechnet mit der Angst: der Angst vor dem Anbrennen. Dabei ist Milchreis auch ohne technische Hilfe leicht zuzubereiten. Wenn`s mal schnell gehen soll, sind die Tütchen dennoch praktisch. In vielen steckt allerdings mehr Zucker als nötig. Bevorzugen Sie statt der Instant-Variante schlichtes Puddingpulver zum Kochen, bei dem Sie den Zuckergehalt selbst bestimmen können.
Sind vorfrittiert und werden erst bei der Zubereitung zur Kalorienbombe. Benutzen Sie zum Braten gutes Pflanzenöl, zum Beispiel Sonnenblumenöl, und essen Sie Apfelmus aus dem Glas oder - noch besser - leicht gedünstete Apfelstückchen statt Marmelade dazu.
Achten Sie auf den Fettgehalt, denn der ist oft sehr hoch: Schon mit einer Salami-Pizza hat man schnell die Hälfte der empfohlenen Fettmenge eines Tages beisammen. Auch die vegetarischen Sorten machen alles andere als schlank. Dazu kommen diverse Geschmacksverstärker und Aromen, die bei diesem sehr würzigen Lebensmittel eigentlich überflüssig sind.
Werten Sie Fertigpizza oder -lasagne durch Frisches auf. Zum Beispiel mit Rauke, Tomate und Zwiebeln oder trinken Sie frischen Obstsaft dazu. Pizza können Sie - im gefrorenen Zustand - halbieren, die andere Hälfte wieder einfrieren und dafür einen Salat oder eine Suppe vorweg essen.
Beim Einmachen wird oft ordentlich Zucker verwendet. Außerdem haben die Früchte durch das Erhitzen schon viele Vitamine verloren. Bevorzugen Sie frisches oder tiefgekühltes Obst.
Für die Konserve wird das Kraut erhitzt. Dadurch werden die für die Darmflora gesunden Milchsäurebakterien abgetötet. Nehmen Sie frisch abgepacktes Sauerkraut aus dem Reformhaus, vom Markt oder vom Metzger.
Diese Menüs sind oft sehr fett. In vielen stecken außerdem noch reichlich Käse oder Sahne, also ungünstige gesättigte Fettsäuren. Geben Sie Gerichten mit möglichst hohem Gemüseanteil den Vorzug, sie sind meist weniger fett. Mit einer mit Pflanzenöl zubereiteten TK-Gemüsemischung und einem Stück Fleisch oder Fisch sind Sie besser bedient.
Was da aus Tomatenmark und einem Tütchen Gewürzmischung entsteht, hat mit echter Tomatensauce kaum noch etwas gemein. Stattdessen sorgen Geschmacksverstärker und Aromen für Einheitsgeschmack. Dazu gibt es Käse, der diesen Namen eigentlich nicht verdient. Meist ersparen Sie sich mit einer Pastasauce aus dem Glas unnötige Zusatzstoffe, und das Essen ist genauso schnell auf dem Tisch. Echter Parmesan am Stück hält sich im Kühlschrank lange und lässt sich schnell dazu reiben.
Ruth Hoffmann
Dass etwa Brokkoli-Suppe nach Brokkoli schmeckt, liegt an raffiniert kombinierten Geschmacksverstärkern, Aromen und Zusätzen, nicht am Brokkoli. Bei so viel Chemie muss das Ausgangsprodukt nicht von bester Qualität sein, zumal es ohnehin oft nur in Spuren enthalten ist. Oft sollen Vitaminzusätze den fehlenden Gesundheitswert ausgleichen. Doch was Gemüse so gesund macht, ist das Zusammenspiel zahlreicher Stoffe, die in isolierter Form nicht dieselbe Wirkung haben.
Pfannkuchen aus der Shaker-Flasche machen - wie viele Fertigprodukte - vor allem eins: Müll. Denn von Zeitersparnis oder Vereinfachung kann hier keine Rede sein. Das Gute an Pfannkuchen ist ja schließlich, dass man die Zutaten fix in einer Schüssel mixt, ohne penibel abmessen zu müssen.
Sie sind zwar weniger fett als die Originale, dafür enthalten sie aber gehärtete Fette, Stabilisatoren und Emulgatoren. So lange Sie echte Sahne nicht täglich und in rauen Mengen essen, können Sie sich getrost etwas davon gönnen. Fett lässt sich auch anders sparen, etwa indem Sie beim Kochen Sahne mit Milch strecken oder statt Crème fraîche saure Sahne oder Schmand verwenden.
Um frische Zutaten ohne Kühlung lange haltbar zu machen, sind allerlei Zusatzstoffe nötig, und viele Nährstoffe bleiben auf der Strecke. Zudem sind die Gerichte auf einen 08/15-Geschmack getrimmt und enthalten meist viel zu viel Salz. Mit tiefgekühlten Gerichten treffen Sie die bessere Wahl.
Sind meist recht fett und trotz ihres Namens arm an Gemüse. Stattdessen bestehen sie überwiegend aus Kartoffelbrei.
Manche Produkte enthalten zwar gute Pflanzenöle, für Konsistenz und Geschmack aber auch wieder etliche Zusatzstoffe und künstliche Aromen. Mit einem guten Pflanzenöl, zum Beispiel von Olive, Raps oder Soja, sind Sie besser beraten und bekommen auch gleich noch ungesättigte Fettsäuren mitgeliefert. Für das Butteraroma reicht es, ganz am Schluss ein kleines Stück Butter über dem fertig gegarten Fleisch, Fisch oder Gemüse schmelzen zu lassen.
Auf dem Weg in die jahrelang haltbare Konserve büßt Gemüse nicht nur Nährstoffe, sondern auch Biss und Geschmack ein. Heraus kommen Mohrrüben, die nicht einmal mehr die Hälfte ihres ursprünglichen Vitamin-C-Gehalts haben. Lassen Sie Gemüse in Gläsern und Dosen - mit Ausnahme von Tomaten und Mais - links liegen! Tiefkühlgemüse ist dem aus Dosen geschmacklich und gesundheitlich weit überlegen.
Das frische Design täuscht: Hier ist meist gar nichts frisch. Wenn Spinat bei der angeblichen "Spinatpasta" auf der Zutatenliste erst an 13. Stelle auftaucht, sollten Sie skeptisch werden. Frische Nudeln aus dem Kühlregal kommen meist ohne künstliche Hilfsstoffe aus. Wenn Sie noch einen kleinen Block Tiefkühlspinat zubereiten und in eine Fertigsauce geben, haben Sie mehr Vitamine auf dem Teller.
Milchzucker, Säureregulator, Aromen, Geschmacksverstärker - auch hier ersetzt Chemie den Geschmack frischer Zutaten. Wenn Sie sowieso das Pulver anrühren müssen - warum dann nicht gleich eine echte Vinaigrette machen?
Mit heißem Wasser aufgießen, umrühren, und schon ist die Suppe fertig - das funktioniert nur mit Wunderwaffen aus dem Arsenal der Industrie. Manche Hersteller werben auf der Verpackung mit "schonend getrocknetem Gemüse" für den angeblich "frischen Geschmack". Tatsächlich aber ist mit dem wenigen Gemüse, das diese Kunstprodukte noch enthalten, kein Staat zu machen, schon gar nicht geschmacklich. Den Job übernehmen auch hier wieder Geschmacksverstärker und künstliche Aromen. Die Süppchen bringen weder Vitamine, noch machen sie satt. Sparen Sie sich den kleinen Hunger zwischendurch lieber für eine richtige Mahlzeit auf.
Er kommt gesund daher, enthält aber reichlich Zucker oder Honig und Fett. Betrachten Sie daher Müsliriegel als das, was sie sind: eine Süßigkeit. Mit einem Apfel bekommen Sie mehr Vitamine und Ballaststoffe.
In der Zutatenliste dieses angeblich so gesunden Snacks steht Zucker an dritter Stelle, und auch der Fettgehalt ist mit fast 27 Prozent je 100 Gramm nicht knapp bemessen. Um Ihren Tagesbedarf an Kalzium zu decken, müssten Sie 17 Milch-Schnitten essen - und würden damit zugleich 40 Stück Würfelzucker und ein halbes Paket Butter zu sich nehmen.
Ruth Hoffmann
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