Die Tricks der Pharmaindustrie

15. August 2007, 17:36 Uhr

Hilft diese Pille wirklich? Gibt's da nicht was Besseres? Und warum hängt in der Praxis überall Werbung von Pharmaunternehmen? stern-Autor Markus Grill gibt Patienten Tipps wie sie durch gezieltes Fragen wichtige und vor allem richtige Informationen von ihrem Arzt bekommen.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt ganz offen über ihre Bedürfnisse©

Leider gibt es kein Buch, keine Zeitschrift und keine Internetseite, die die Namen von Ärzten auflistet, die sich bereitwillig von der Pharmaindustrie manipulieren lassen. Was bleibt also übrig, wenn man solche Ärzte meiden will, außer sich auf Mundpropaganda und eigene Erfahrung zu verlassen?

Es gibt schließlich nicht mal ein Verzeichnis jener Ärzte, die es besser machen wollen und sich an evidenzbasierter Medizin orientieren. Man kann als Patient aber immerhin ein paar kritische Bücher oder Zeitschriften lesen. Oder eben den Versuch unternehmen, seinen Arzt selbst zu testen. Es ist gar nicht so schwierig, wie Sie vielleicht denken!

Wenn ich beim Arzt bin...

Achten Sie zum Beispiel beim Besuch in der Praxis darauf, ob Ihnen gleich zu Beginn ein Zettel mit "individuellen Gesundheitsleistungen" (Igel) in die Hand gedrückt wird. Nicht alle, aber viele dieser Leistungen sind medizinisch überflüssig und reine Geschäftemacherei. Ärzte aber, die fleißig "igeln", sind womöglich weniger an der Gesundheit ihrer Patienten als an deren Geld interessiert und vermutlich auch offener für Pharmageschenke. Also bitte nur mit Vorsicht genießen.

Sie müssen sich trauen mit dem Arzt zu reden Beginnen Sie bei Ihrem nächsten Arztbesuch doch einfach mal darüber zu reden, was Ihnen wichtig ist. Sagen Sie Ihrem Arzt zum Beispiel, dass Sie nicht in jedem Fall ein Medikament erwarten. Wenn er Ihnen sagt, dass Ihre Symptome mit Medikament nach sechs Tagen verschwinden und ohne Medikament nach sieben Tagen, dann teilen Sie ihm mit, welche Variante sie vorziehen.

Wenn Sie nicht in einer Notlage sind und nicht dringender Hilfe bedürfen, fühlen Sie sich vielleicht auch stark genug, Ihrem Arzt ein paar Fragen zu stellen. Sie brauchen dazu kein großes Vorwissen. Sie müssen sich nur trauen. Allein seine Reaktion auf Ihre Fragen verrät schon einiges über seine Berufsauffassung. Wenn Ihr Arzt ein aufgeklärter Mensch ist und die Ansicht vertritt, dass mündige Patienten ein Gewinn sind, kann er mit Ihren Fragen umgehen. Wenn nicht, hat er es auch nicht verdient, Ihr Arzt zu sein.

Wenn Ihr Arzt Ihnen ein Medikament verordnet, das erst neu auf dem Markt ist: Fragen Sie ihn, ob es nicht auch ein älteres Mittel gibt. Ältere Medikamente haben den Vorteil, dass sie besser untersucht sind und man ihre Nebenwirkungen besser kennt. Außerdem gibt es von älteren Medikamenten meist günstigere Kopien, sogenannte Generika, das senkt die Ausgaben der Krankenkassen und damit Ihre Beiträge. Die Pharmaindustrie verdient sich nämlich dumm und dämlich an dem Mythos, wonach ein neues Medikament automatisch besser ist als ein älteres. Fragen Sie Ihren Arzt, ob es belegt ist, dass das Medikament, das er Ihnen verordnet, besser ist als ein anderes Medikament. Fragen Sie Ihren Arzt, ob er eine Studie kennt, die die Vorteile des Medikaments belegt und ob diese Studie in einer anerkannten wissenschaftlichen Fachzeitschrift erschienen ist. Wenn er eine deutsche Zeitschrift nennt, ist das bereits ein Grund zu zweifeln - leider gibt es keine international anerkannte deutsche Medizinzeitschrift mehr. Fragen Sie ihn, ob der Nutzen des Medikaments in einem angemessenen Verhältnis zu seinen Nebenwirkungen steht und wie es sich mit den anderen Medikamenten verträgt, die Sie einnehmen. Fragen Sie Ihren Arzt, was er von evidenzbasierter Medizin hält, einer neuen Richtung, die sich streng an beweisbare Erkenntnisse aus wissenschaftlicher Forschung hält.



Mit diesen medizinischen Fragen können Sie testen, ob Ihr Arzt in seiner Medikamentenauswahl leichtfertig vorgeht oder ob er sich gründlich informiert. Wenn Sie darüber hinaus ein paar härtere Fragen stellen wollen, sprechen Sie ihn auf folgende Themen an - allerdings besteht dabei die Gefahr, dass er Ihre Fragen als Ausdruck des Misstrauens empfindet und dadurch Ihr Verhältnis gestört wird. Falls Sie dieses Risiko eingehen wollen:



Fragen Sie Ihren Arzt, ob er Geschenke oder Zuwendungen von dem Pharmaunternehmen erhält, dessen Medikament er Ihnen gerade verordnet hat. Mag sein, dass er Ihnen darauf keine direkte Antwort gibt. Aber seine Reaktion auf diese Frage kann auch schon interessant sein. Fragen Sie Ihren Arzt, ob er Ihnen dieses Medikament im Rahmen einer sogenannten Anwendungsbeobachtung (AWB) verordnet. AWBs sind in der Regel Scheinstudien, bei denen der Arzt für einen Patienten, der das Präparat nimmt, Geld von Pharmahersteller bekommt. Fragen Sie Ihren Arzt, ob er häufig Pharmareferenten empfängt und ob er sich Zeit für sie frei hält. Kein Arzt ist schließlich verpflichtet, Pharmareferenten zu empfangen. Immer mehr lehnen die Besuche sogar grundsätzlich ab.



Wenn Ihr Arzt nur eine der letzten drei Fragen mit Ja beantwortet, sollten Sie darüber nachdenken, ihn zu wechseln.

Wenn Sie selbst Arzt sind...

Aber auch wenn Sie selbst Arzt sind, sollten Sie sich gelegentlich diese Fragen stellen und überlegen, wie unabhängig Sie wirklich sind. Woher beziehen Sie zum Beispiel Ihre Informationen über neue Präparate? Vom Pharmareferenten? Das können Sie getrost vergessen! Mehr als 90 Prozent der Informationen in den Prospekten der Pharmaunternehmen sind nicht durch wissenschaftliche Studien belegt. Natürlich ist nicht alles falsch, was Pharmareferenten erzählen. Aber es ist so, wie die Expertin Marcia Angell schreibt: "Die Informationen der Unternehmen sind gemischt mit Übertreibungen, einseitigen und falschen Aussagen, und häufig kann man das eine von anderen nicht unterscheiden." "No-free-lunch", die Organisation unabhängiger Ärzte in den USA, stellt auf ihrer Homepage Medizinern vier Fragen:

Haben Sie jemals Celebrex verordnet (ein Rheuma-Medikament ähnlich wie Vioxx)? Ärgern Sie sich über Leute, die etwas gegen Gratis-Essen und Geschenke einzuwenden haben? Ist auf dem Stift, mit dem Sie gerade schreiben, ein Medikamenten-Logo drauf? Trinken Sie Ihren Morgenkaffee aus einem Lipitor-Becher? (In Deutschland müsste die Frage lauten: Trinken Sie Ihren Kaffee aus einem Sortis-Becher, weil der Cholesterinsenker Lipitor hierzulande unter dem Namen Sortis verkauft wird.)



Die Auflösung verraten die Ärzte von No-free-lunch gleich mit: "Wenn Sie zwei oder mehr dieser Fragen mit Ja beantwortet haben, sind Sie womöglich abhängig von einem Pharmaunternehmen." Wenn Sie sich als Arzt dem deutschen Pendant von No-free-lunch anschließen wollen, gehen Sie im Internet auf die Seite mezis.de.

Umfassende Information ist das A und O Ein Arzt, der seinen Beruf ernst nimmt, sollte sich so unabhängig, kritisch und objektiv wie möglich informieren. Ein Weg dazu sind die Veröffentlichungen der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft, zum Beispiel "Wirkstoff aktuell", die zusammen mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung herausgegeben werden und im Internet kostenlos abrufbar sind unter akdae.de. "Wirkstoff aktuell" bewertet vor allem neue Medikamente und will "dem niedergelassenen Arzt neutrale Informationen für seine Verordnungsentscheidung" liefern. Unter akdae.de finden sich außerdem Therapieempfehlungen und die Möglichkeit, das Buch "Evidenzbasierte Therapie-Leitlinien" zu bestellen.

Lesetipps Jedem Arzt zu empfehlen ist außerdem das "arznei-telegramm" (a-t), eine nur wenige Seiten umfassende Monatszeitschrift, die von unabhängigen Medizinern in Berlin gemacht wird und schnell und zuverlässig über unerwünschte Nebenwirkungen, unseriöse Werbeversprechen und andere Pharmatricks berichtet (siehe Kapitel 3). Das "a-t" ist anzeigenfrei, neutral und wird ausschließlich über Abonnements finanziert (Jahresabo 48 Euro). Abonnenten haben auch online Zugang zur a-t-Datenbank, in der man gezielt nach Medikamenten- und Wirkstoffnamen suchen kann und dann Bewertungen findet. In der Datenbank hat man außerdem Zugriff auf alle a-t-Ausgaben seit 1990.

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) veröffentlicht die Abschlussberichte seiner bisherigen Medikamenten-Prüfungen vollständig auf seiner Homepage www.iqwig.de unter der Rubrik "Publikationen des IQWiG". Die Liste ist noch nicht besonders umfangreich, da das Institut erst im Jahr 2004 mit der Arbeit begonnen hat. Aber was bereits bearbeitet wurde, ist mustergültig: Hier werden zu jeweils einer bestimmten Fragestellung alle weltweit wichtigen Studien aufgearbeitet und dann in einem für jeden Arzt lesenswerten Bericht veröffentlicht (alle Informationen des IQWiG stehen auf der Homepage des Instituts kostenlos zur Verfügung).

Vor allem für Ärzte, aber auch für Patienten interessant, ist die Homepage des Deutschen Netzwerks Evidezbasierte Medizin, eines im Jahr 2000 gegründeten Vereins aller, die in Deutschland an evidenzbasierter Medizin interessiert sind: ebm-netzwerk.de. Hier kann man lernen, wie man in weltweit in medizinischen Datenbanken nach Studienergebnissen sucht, man kann sich über Geschichte und Grundlage der evidenzbasierten Medizin informieren und unabhängige Behandlungsleitlinien lesen.

Wenn ich in der Apotheke bin....

Wenn Sie mit dem Rezept, das Ihnen Ihr Arzt ausgestellt hat, in die Apotheke gehen, ist das auch eine gute Möglichkeit, die Apotheke zu testen. Ist auf Ihrem Rezeptschein das Feld "nec aut idem" nicht angekreuzt, eine Substitution also erlaubt, kann Ihnen Ihr Apotheker auch ein anderes, gleichwertiges Medikament geben, in der Regel handelt es sich dabei um Generika. Die Frage ist nur, von welcher Firma er Ihnen ein Generikum gibt. In der Vergangenheit haben Apotheker häufig Medikamenten von denjenigen Generikafirmen abgegeben, von denen sie finanzielle Anreize bekamen (Naturalrabatte, Barrabatte und ähnliches). Seit neuestem schließen die Krankenkassen aber Verträge mit Generikafirmen und schreiben den Apothekern genau vor, welche Präparate welcher Firmen sie abgeben dürfen. Lediglich bei frei verkäuflichen Medikamenten (Hustensaft, Nasenspray, Schmerztabletten etc.) haben Apotheker jetzt noch die Möglichkeit, bestimmte Firmen zu bevorzugen. Wenn Ihr Apotheker Ihnen nun zum Beispiel ein frei verkäufliches Mittel von Ratiopharm oder Hexal reicht, fragen Sie ihn ruhig, ob es das gleiche Mittel nicht auch von 1-A-Pharma, von Aliud oder von TAD gibt, die oft billiger sind.

Wenn ich zu Hause bin....

Ein Klassiker der Pharmakritik sind die "Bitteren Pillen". Als 1983 die erste Ausgabe des Arzneimittellexikons erschien, war die Reaktion gespalten: Die Fachwelt tobte: "Schlicht ein Skandal", "Panikmache", "schlechter Krimi" schimpfte etwa das Ärzteblatt. Beim breiten Publikum war das Buch dagegen auf Anhieb ein Bestseller. In der ersten Ausgabe der "Bitteren Pillen" bewerteten die Autoren Kurt Langbein, Hans-Peter Martin, Peter Sichrovsky und Hans Weiss 1400 Medikamente: Bei mehr als der Hälfte (58 Prozent) kamen sie zu dem Urteil "wenig zweckmäßig" oder "abzuraten".

Medikamentenfibeln für Skeptiker In der aktuellen Ausgabe der "Bitteren Pillen 2005 - 2007" werden knapp 3300 Medikamente getestet, aber nur noch 25 Prozent davon schlecht beurteilt. Das liege aber nicht daran, dass sie ängstlicher geworden seinen, versichern die Autoren, sondern dass der Großteil der damals schlecht bewerteten Arzneimittel inzwischen vom Markt verschwunden ist. "Nach wie vor sind wir vollkommen unabhängig und können es uns leisten, ohne Rücksicht auf die Pharmaindustrie Empfehlungen abzugeben, die wissenschaftlich seriös sind und einzig das Wohl der Patienten im Auge haben", beteuern die Verfasser auch in der aktuellen Ausgabe der "Bitteren Pillen". Inzwischen kommt der Klassiker etwa alle drei Jahre neu überarbeitet heraus und kann immer noch als bestes Nachschlagewerk für Laien gelten, die sich kurz und klar über einzelne Medikamente informieren wollen.

Im Prinzip ähnlich, wenn auch umfangreicher und ein wenig umständlicher ist das "Handbuch Medikamente" der Stiftung Warentest. Es sortiert nach möglichen Beschwerden, von "Akne" bis "Übergewicht" und prüft auf mehr als 1200 Seiten, ob und welche Medikamente zur Therapie zweckmäßig sind. Wie bei den "Bitteren Pillen" fungiert auch hier der Bremer Gesundheitsökonom Professor Gerd Glaeske als Gutachter. Die aktuelle Ausgabe des "Handbuchs Medikamente" stammt aus dem Jahr 2004, für März 2008 ist jedoch eine Neuausgabe angekündigt. Ergänzt wird das Werk durch das "Handbuch Selbstmedikation", ebenfalls herausgegeben von der Stiftung Warentest. Es berücksichtigt nur diejenigen Mittel, die auch ohne Rezept erhältlich sind.

Alternative Medizin wissenschaftlich geprüft 2005 hat die Stiftung Warentest ein weiteres, rundum gelungenes Buch auf dem Markt gebracht: Es heißt "Die andere Medizin" und bewertet alternative Heilmethoden von der Akupunktur über Bachblütentherapie und Feldenkrais bis zur Traditionellen Chinesischen Medizin. Der renommierte britische Mediziner Professor Edzard Ernst hat das Buch als Schlussgutachter betreut.

Ernst ist jemand, der auch Heilmethoden wie die "Geistheilung" oder "Pendel und Wünschelrute" nüchtern anhand wissenschaftlicher Studien überprüft. Über die gerade in Deutschland sehr beliebte Homöopathie fällt das Buch ein ernüchterndes Urteil: Die in der Homöopathie eingesetzten Medikamente seien oft so verdünnt, dass "eine Wirksamkeit mit den heutigen naturwissenschaftlichen Vorstellungen nicht zu begründen ist." Häufig sei die Ursubstanz sogar "so weit verdünnt, dass kein Molekül der Ausgangssubstanz mehr enthalten sein kann. Demnach kann sie auch keine arzneiliche Wirkung entfalten."

Überzeugte Anhänger der Homöopathie kann man mit wissenschaftlichen Erkenntnissen aber vermutlich nicht beeindrucken. Für alle anderen ist aber die Warnung gedacht, sich zumindest bei ernsthaften Erkrankungen eher auf Therapien zu verlassen, deren Nutzen auch belegt ist.

Infoportale im Internet noch im Aufbau Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitsweisen (IQWiG) hat im Internet auch eine Seite für Patienten eingerichtet: gesundheitsinformation.de Die Seite ist übersichtlich, gut verständlich und von hoher Qualität, aber noch nicht besonders umfassend. Ein Beispiel: Unter dem Punkt "Baby" wird lediglich die Frage beantwortet, ob Soja-Babynahrung Säuglinge mit erhöhtem Allergierisiko vor Allergien oder Nahrungsunverträglichkeiten schützt. (Antwort: Dafür gibt es keine Belege).

Keine Informationen finden sich dagegen auf der Homepage zu Fragen, die alle Eltern interessieren, etwa: Welche Impfungen sind ratsam? Soll wirklich jedes Baby Vitamin D Tabletten schlucken? Die Homepage ist noch im Aufbau und es wäre wünschenswert, wenn bald noch mehr Inhalte auf ihr zu finden wären.

Ebenfalls noch im Aufbau befindet sich die Homepage des Gemeinsamen Bundesausschusses (g-ba.de ), die evidenzbasierte Informationen für Patienten anbietet. Bisher gibt es diese dort allerdings nur zur chronisch obstruktiven Lungenerkrankung, außerdem kann man sich über Nutzen und Schaden der Brustkrebskrebs-Früherkennung, der Darmkrebs-Früherkennung und zum Neugeborenen-Screening informieren.

Auf der gemeinsamen Homepage der gesetzlichen Krankenkassen gkv.info/gkv kann man dagegen zum Beispiel nachschauen, welche Arzneimittel heute in der Apotheke von einer Zuzahlung befreit sind.

"Gute Pillen - Schlechte Pillen" "Gute Pillen - Schlechte Pillen" ist die beste unabhängige Zeitschrift für Laien über Arzneimittel und Behandlungsmethoden. Gegründet wurde des Blatt erst 2005. Es umfasst nur zwölf Seiten, erscheint alle zwei Monate und kommt sachlich und ohne viele Fotos daher. "Gute Pillen - Schlechte Pillen" ist eine Kooperation von drei bereits etablierten pharmakritischen Blättern: Dem oben erwähnten "arznei-telegramm", dem von Klinikärzten gemachten "Arzneimittelbrief" und dem "Pharma-Brief", einem Mitteilungsorgan der BuKo-Pharmakampagne, das hauptsächlich über Arzneimittel- und Pharmaskandale weltweit berichtet. Während sich die drei bisherigen Zeitschriften vor allem an ein Fachpublikum aus Ärzten und Apothekern richten, wendet sich "Gute Pillen - schlechte Pillen" wie sein amerikanisches Vorbild "Worst Pills - Best Pills" an ein Laienpublikum, das über aktuelle Erkenntnisse zu Wirkungen und Risiken von Arzneimitteln informiert werden will. Das Jahresabo kostet 15 Euro, im Internet findet man das Blatt unter gutepillen-schlechtepillen.de

Die Macher der Zeitschrift fühlen sich der evidenzbasierten Medizin verpflichtet. Im Editorial der ersten Ausgabe beschreibt die Redaktion den Lesern ihr Ziel: "Sie sollen sich in Gesundheitsfragen selbst eine fundierte Meinung bilden können. ,Gute Pillen - Schlechte Pillen' ist frei von kommerziellen Interessen, informiert sie über Medikamente und über Methoden, auch ohne Medikamente gesund zu werden, gibt Ihnen Tipps für den Arztbesuch und warnt vor unseriösen Heilsversprechungen."

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KOMMENTARE (2 von 2)
 
sbudiman (18.08.2007, 13:03 Uhr)
Danke für die tollen Tips
Sorry, ich finde diesen Artikel von einfach nur populistisch und völlig überzogen.
Da reitet Herr Grill einfach auf der Antiärztewelle mit und gibt noch eins drauf durch "gutgemeinte Ratschläge" - dabei relativiert er diese selbst sofort wieder: "Wenn er eine deutsche Zeitschrift nennt, ist das bereits ein Grund zu zweifeln - leider gibt es keine international anerkannte deutsche Medizinzeitschrift mehr."
Arme Patienten. Arme Ärzte. Armer Journalismus. Armes Deutschland.
Dr_Dolittle (18.08.2007, 11:33 Uhr)
Haftungsfragen
Der Arzt haftet für die Wirkung und die Nebenwirkung des Medikamentes das er Ihnen verschreibt.
Fragen Sie bitte Ihren Kassenmitarbeiter und Ihren Sternjournalisten ob er bereit ist für die Aussage daß das billigere oder das ältere Medikament auch gleich gut ist mit seinem Privatvermögen zu haften.
Wenn der Arzt für die Verschreibung eines Medikamentes kassiert ist das illegal. Wenn die Kasse dafür kassiert und dem Arzt was abgibt (Struktur der Rabattverträge) soll das legal sein?????
Fragen Sie Ihren Sternjournalisten warum über Risiken und Nebenwirkungen der elektronischen Gesundheitskarte, die per Verordnung zum 1.4.2008 eingeführt werden soll obwohl wesentliche Fragen nicht geklärt sind, nur schlecht recherchierte Artikel mit ungefilterter Kassenpropaganda erscheinen.
Würden Sie zu einem Rechtsanwalt gehen, wenn der die Daten über Ihren Besuch auf einem bundesweit zentralen Rechner abspeichert? Ich nicht und zwar völlig egal wer da behauptet das sei sicher.
Auf diesem Rechner wird abgelegt, welcher Arzt wem wann welches Medikament ob mit oder ohne "aut idem" verschrieben hat. Aus der Liste der Medikamente ist auch wenn die Diagnose nicht gleich mitgespeichert ist, genau ersichtlich worunter der Patient leidet. Und dann versuchen Sie mal, einen Kreditvertrag zu erhalten, wenn in Ihrer Akte Epilepsie- oder Psychosemedikamente eingetragen sind.
Fragen Sie doch bitte Ihren Sternjournalisten ob er persönlich dafür einsteht, daß es so nicht kommen wird.
Dr_Dolittle
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