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"Es kann jedem passieren. Auch dir."

Die Fotografin Chantal Barlow hat Frauen porträtiert, die häusliche Gewalt erfahren haben. Doch wie Opfer sehen sie nicht aus. Die Geschichten, die sie erzählen, sind grauenhaft und doch so alltäglich. Denn sie zeigen, dass niemand vor Misshandlung sicher sein kann.

  Für Zoë La Placa ist es das erste Mal, dass sie offen über ihre Erfahrungen spricht. Aber nun, ein Jahr nach der Trennung von ihrem Freund, mit dem sie vorher neun Jahre zusammen gewesen war, sei genau der richtige Zeitpunkt. Denn erst jetzt könne sie sehen, wie voller Gift ihr Leben früher war. Verbale und körperliche Gewalt standen in ihrer Beziehung an der Tagesordnung - auch Zoë wurde gegenüber ihrem Freund gewalttätig. "Das ist eigentlich das Schlimmste an den ganzen neun Jahren, dass die Gewalt für mich irgendwann so normal wurde, dass auch ich mich dazu entschied", sagt Zoë. 

Für Zoë La Placa ist es das erste Mal, dass sie offen über ihre Erfahrungen spricht. Aber nun, ein Jahr nach der Trennung von ihrem Freund, mit dem sie vorher neun Jahre zusammen gewesen war, sei genau der richtige Zeitpunkt. Denn erst jetzt könne sie sehen, wie voller Gift ihr Leben früher war. Verbale und körperliche Gewalt standen in ihrer Beziehung an der Tagesordnung - auch Zoë wurde gegenüber ihrem Freund gewalttätig. "Das ist eigentlich das Schlimmste an den ganzen neun Jahren, dass die Gewalt für mich irgendwann so normal wurde, dass auch ich mich dazu entschied", sagt Zoë. 

Sie erzählen offen, von all den furchtbaren Dingen, die sie erleben mussten. Von Schlägen und Erniedrigungen. Von jahrelangen Grausamkeiten und beiläufigen Beleidigungen. Ihre Worte mögen nicht so recht zu den Porträts passen, die die Fotografin Chantal Barlow für ihr Projekt "Unconventional Apology" gemacht hat. Denn die abgebildeten Frauen sehen nicht so aus, wie man sich Opfer häuslicher Gewalt vorstellt. Keine blauen Augen oder leeren Blicke. Stattdessen selbstbewusste Frauen, die lächeln und positiv in die Zukunft blicken. 

Wie die Fotografin das geschafft hat? Sie hat die Frauen erzählen lassen, hat ihre Geschichten dokumentiert und ihnen so ihre Last genommen. Denn für Chantal Barlow war das Projekt eine wahre Herzensangelegenheit.

Wie sie auf ihrer Homepage erzählt, hat ihr Großvater, zu dem sie immer ein sehr enges Verhältnis hatte, seine Frau und die Mutter seiner sieben Kinder ermordet. Zwei Tage nach ihrer Scheidung erschoss er sie - sie starb mitten auf der Straße in den Armen ihres Sohnes, Chantal Barlows Vater. Er wurde dafür nie zur Rechenschaft gezogen, Chantal selbst erfuhr von dem dunklen Familiengeheimnis erst als Teenager. 

Ihr Großvater liebte es, zu fotografieren und vermachte ihr seine Kamera. "Mit dieser Kamera werden nun Frauen fotografiert, die Misshandlungen erlebt haben und die bis jetzt geschwiegen haben", erklärt Chantal Barlow. Sie gibt diesen Frauen, die so lange unterdrückt wurden, eine eigene Stimme. Gibt ihnen einen Teil ihres Selbstbewusstseins zurück. So wie Zoë La Placa. "Ich habe mich noch nie so schön gefühlt. Ich habe mich noch nie selbstbewusster gefühlt, was mich und meine Wünsche betrifft", sagt die 30-Jährige, die vor Barlows Kamera das erste Mal über die Beziehung zu ihrem Ex-Freund und die Gewalt, die sie erfahren hat, gesprochen hat.

Und die Bilder zeigen etwas, das viele der interviewten Frauen betonen: Gewalt kann jeden treffen. 


Wenn Sie selbst Hilfe benötigen, finden Sie diese zum Beispiel beim Hilfetelefon des Bundesamt für Familie oder beim Weißen Ring.

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