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Warum Frauen mehr sind als nackte Körper

In der Werbung werden Frauen meist auf ihren Körper reduziert. Da sollen nackte Brüste dabei helfen, Bier, Burger oder Bratpfannen zu verkaufen. Zwei Videos, die gerade das Netz begeistern, wollen das nun endlich ändern.

Women not objects

Ein Blowjob für einen Burger? Sexistische Werbung ist weit verbreitet und wird oft nicht einmal mehr als solche wahrgenommen

Nirgendwo wimmelt es so von Geschlechterklischees wie in der Werbung. Da mähen Männer am Samstag den Rasen, fahren in den Baumarkt und sitzen pünktlich zur Sportschau mit dem Bier vor dem Fernseher. Während die Frau die Kinder versorgt, den Haushalt managt und sich um das leibliche Wohl der Familie kümmert - und das alles am besten halb-bekleidet. Diese Klischees allein sind schon ein großes Ärgernis, doch was immer wieder für Kritik sorgt, ist die Degradierung von Frauen zu reinen Objekten. Diese ist nirgendwo so ausgeprägt wie in Werbefilmen und auf Werbeplakaten. 

Da haben Frauen Oralsex mit Burgern, werden Parfumflakons zwischen Brüsten platziert oder kleben Männer ihren Sexpartnerinnen Zettel mit deren Namen auf die Stirn. Diese Werbekampagnen kommen von namhaften Firmen wie Burger King oder Post it. Es ist also bisher weder peinlich noch anstößig, mit solch einem Frauenbild für sein Produkt zu werben. In all diesen Filmen und auf diesen Bildern werden Frauen auf ihren Körper, auf Brüste oder perfekte Hintern reduziert. Sie zeigen ein unrealistisches und stark sexualisiertes Frauenbild. Das will die Initiative "Women not objects" nun ändern. 

"Ich stehe auf - für meine Tochter"

In einem ersten Video, das Anfang des Jahres veröffentlicht wurde, weisen sie auf die Darstellung von Frauen als reines Objekt hin und belegen dies mit zahlreichen Beispielen. Hinter dem Projekt steht Madonna Badger, Gründerin einer Werbeagentur, eine Frau, die selbst seit vielen Jahren in der Werbewelt aktiv ist. Ihr großes Ziel ist es, ihre Branche aufzurütteln und den Sexismus in der Werbung zu beenden.

Das Projekt erfährt in den sozialen Medien große Beachtung und wird unter dem Hashtag "Women not Objects" oder unter "I stand up" geteilt. "I stand up" ist der Slogan eines zweiten Videos, in dem dazu aufgerufen wird, sich gegen die von der Werbung vermittelten stereotypen Bilder auszusprechen.  

"Mädchen wachsen auf und denken, dass ihr Aussehen wichtiger ist als ihre Gedanken oder ihre Gefühle oder ihre Taten", sagt eine Stimme in dem Video. Daran sei auch die Werbung schuld, die genau dieses Frauenbild verbreite.

Werbung ist nicht real. Doch sie stellt ein Frauenbild als erstrebenswert dar, das oft nichts anderes ist als herablassend und respektlos. Es wird höchste Zeit, dass wir anfangen, uns dagegen zu wehren. 


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