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Harvard-Studie verrät, wie Sie glücklich und gesund leben

Sind es der perfekte Beruf, schöne Reisen oder ist es die Liebe? Was dauerhaft glücklich macht und was es braucht, um gesund und lange zu leben, haben Forscher der Universität Harvard in einer Langzeitstudie erforscht.

Langzeitstudie: Glücklich und gesund leben - durch gute soziale Beziehungen

Gesund und glücklich leben – wie das gelingen kann, erklären sich Forscher nach jahrelanger Beobachtung verschiedener Männer (Symbolbild)

Seit jeher beschäftigen diese Fragen den Menschen: Was macht mich glücklich? Wie kann ich zufrieden und gesund alt werden? An der Universität Harvard haben Forscher über 75 Jahre hinweg Studienteilnehmer begleitet. Anfangs waren es mehr als 700 Männer – unter ihnen, wie die "Washington Post" berichtet, der spätere Präsident John F. Kennedy. Heute leben noch etwa 60 Menschen von ihnen, inzwischen im hohen Rentenalter.

Die Forscher befragten nicht nur die Probanden, sondern auch ihre Familien in regelmäßigen Abständen. Dazu checkten sie ihre Gesundheit. In einem "TED-Talk" erklärt Studienleiter Robert Waldinger, was die Forscher über glückliches, langes Leben herausgefunden haben. Die wichtigste Erkenntnis: Gute Beziehungen machen uns glücklicher und gesünder.

Beziehungen sind wichtig, Einsamkeit bringt uns um

"Menschen, die eng mit Familie, Freunden oder der Gemeinde verbunden sind, leben glücklicher, länger und gesünder", sagt der Studienleiter. Dem Psychiater Waldinger zufolge bringt Einsamkeit uns um. Dabei bedeute Einsamkeit, mehr isoliert zu leben, als man es wünsche. Wer einsam sei, bei dem gehe es mit der Gesundheit früher bergab und der lebe in der Regel kürzer.

Es ist nicht wichtig, wie viele Freunde man hat

Man könne einsam unter Menschen sein und sogar in Beziehungen oder Ehen. Es sei nicht entscheidend, wie viele Freunde man hat. Viel wichtiger hingegen sei die Qualität der Bindungen. "Es stellte sich heraus, dass Leben inmitten von Konflikten sehr schlecht für die Gesundheit ist", so Waldinger. Eine unglückliche Ehe ohne Zuneigung beispielsweise sei belastend für die Gesundheit, "wahrscheinlich sogar schlimmer als eine Scheidung".

Dabei zeigte sich Waldinger zufolge: Die  Männer, die in einer Beziehung leben und am glücklichsten im Alter von 50 Jahren waren, lebten im Alter von 80 Jahren am gesündesten. Die Forscher hätten beobachtet, dass gute, enge Beziehungen physische Schmerzen lindern. Wer hingegen in einer unglücklichen Partnerschaft lebe, empfinde Schmerzen einer Krankheit verstärkt.

Glückliche Beziehungen schützen den Körper

Die letzte Erkenntnis, die die Forscher Waldinger zufolge gewinnen konnten, ist, dass gute Beziehungen zum einen den Körper schützen, zum anderen das Gehirn. Durch gute Beziehungen, in denen beide Partner aufeinander zählen können, würden Erinnerungen länger bewahrt. "Einige der 80-jährigen Paare zankten jeden Tag, aber solange sie merkten, dass sie aufeinander zählen konnten, kann das ihrer Erinnerungsfähigkeit nichts anhaben", so Waldinger.

Langzeitstudie bestätigt jahrhundertealtes Wissen

"Dass gute, enge Bindungen, gut für unsere Gesundheit und unser Wohlergehen sind, ist eine steinalte Weisheit", sagt Waldinger. Nur vergesse der Mensch das gelegentlich, weil Beziehungen kompliziert und anstrengend sein könnten. Der Kern aber, so Waldinger: "Gutes Leben gründet sich auf gute Beziehungen."

js
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