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Rekordjahr dank steigender Preise

Der Energieversorger Eon hat satte Gewinne eingestrichen - die Gaspreise steigen vermutlich trotzdem. stern.de sprach mit der Verbraucherzentrale und dem Energieexperten Elfert.

Das vergangene Jahr war golden für die Energieunternehmen, vor allem für Eon. Der größte deutsche Energieversorger fuhr 7,3 Millarden Euro Gewinn ein. Etwa 71 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, teilte Eon bei der Vorstellung seiner Jahresbilanz am Donnerstag in Düsseldorf mit. Das satte Plus erzielte der Konzern neben Unternehmensverkäufe vor allem durch die dramatisch steigenden Preisen für Strom- und Gas. Auch für 2006 rechnet der Konzern nach eigenen Angaben mit einer Gewinnsteigerung. Preiserhöhungen für Strom und Gas schließ er dabei nicht aus.

Abschwächung des Preisanstiegs

Denn Eon erwartet beim Gas lediglich eine Abschwächung des Preisanstiegs. "Wir hoffen, dass wir langsam das Ende der Fahnenstange erreicht haben. Aber garantieren können wir das nicht", sagte Ruhrgas-Chef Bergmann. Er betonte, trotz der erheblichen Preissteigerungen der Vergangenheit versuchten die großen Gasproduzenten mit erheblichem Druck, weitere Preissteigerungen durchzusetzen. "Unsere Aufgabe ist es, ihnen klar zu machen, dass die Wettbewerbssituation dies nicht erlaubt", sagte der Manager. Trotzdem könnten die Gaspreise schon am 1. April weiter steigen. Eon habe darüber noch nicht entschieden, hieß es am Donnerstag in Düsseldorf. Bei den Eon-Tochterunternehmen sei dies noch offen, nur beim norddeutschen Versorger Eon Hanse werde es voraussichtlich keine Preisveränderungen geben, sagte Teyssen.

Dass Eon Hanse keine Preiserhöhungen plant, könnte mit einer Sammelklage zusammenhängen, die 54 Kunden und die Verbraucherzentrale Hamburg gegen das Unternehmen eingereicht haben. Innerhalb von 15 Monaten hatte Eon Hanse die Gaspreise um über 46 Prozent erhöht und dies mit den gestiegenen Weltmarktpreisen für Gas begründet, die lediglich an die Kunden weitergegeben würden. "Spätestens nach der jetzt vorgestellten Jahresbilanz dürfte Eon Hanse Probleme bekommen, dem Gericht die wachsenden Gewinne plausibel zu erklären", sagt Edda Castello von der Hamburger Verbraucherzentrale. "Es ist kaum anzunehmen, dass die Gewinne durch Privatkunden allein durch neue Kunden zustande kommen."

Verbraucherzentrale klagt gegen Eon Hanse

Auf dem gerichtlichem Wege wurde bereits erreicht, dass im November 2005 erstmals ein Energieversorger seine Preiskalkulation offen legen musste. Doch die Kläger zweifeln die Richtigkeit der vorgelegten Unternehmenszahlen an. Eon Hanse habe nur Wirtschaftsprüferberichte vorgelegt, nicht aber die vollständigen Verträge mit den Gasproduzenten und deren Rechnungen. Die Gaspreise für den Endkunden könnten so weiterhin nicht überprüft werden, heißt es aus der Hamburger Verbraucherzentrale. "Vom Weltmarktpreis her müssten die Gaspreise von den Versorgern eigentlich zum 1. April deutlich erhöht werden", sagt Heino Elfert vom Eniergie-Informationsdienst. Weil das den Kunden nicht zu vermitteln sei, verzichteten einige Unternehmen darauf. "Das ist bei dem geringeren Gasverbrauch im Sommer für die Versorger leichter zu verkraften, als wenn sie die Preise im Oktober nicht erhöhen würden", sagt Elfert.

Daher strebt Eon zwar "eine Verstetigung der Preise" an, Großabnehmer von Eon Ruhrgas müssen zum 1. April auf jeden Fall mit einer weiteren "leichten" Preiserhöhung rechnen. Eine genaue Angabe der Preisanhebung machte Bergmann nicht. Dem Druck der Gasproduzenten will Eon durch Übernahme des spanischen Konkurrenten Endesa begegnen. Eon und Endesa zusammen besäßen mit 50 Millionen Kunden eine Größe, die dem neuen Konzern in Verhandlungen etwa mit Erdgasproduzenten eine starke Position sicherten.

Übernahmeangebot von 30 Milliarden Euro

Doch der Preis dafür ist hoch: Bisher hat Eon knapp 30 Milliarden Euro für den Konkurrenten geboten. Doch das letzte Wort ist noch nicht gesprochen. Erst in dieser Woche sicherte sich der derzeit schuldenfreie Eon-Konzern bei einem Bankenkonsortium einen 32-Milliarden-Euro-Kreditrahmen, der es ihm sogar ermöglichen würde, sein bisheriges Angebot noch einmal deutlich aufzustocken. "Wir haben jeden Spielraum, den wir brauchen", meinte Finanzvorstand Erhard Schipporeit.

Thomas Krause mit AP

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