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So geht online: Tipps zur Mediennutzung für Kinder

Wie mache ich mich fit und meine Kinder sicher in ihrer Mediennutzung?, fragen sich viele Eltern. Denn bevor Sie Regeln aufstellen können, müssen Sie wissen, um was es eigentlich geht.

Von Viktoria Meinholz

Noch nicht schulpflichtig, aber schon fit in der Tablet-Nutzung: Manchen Eltern macht das Sorgen, manchen Angst

Noch nicht schulpflichtig, aber schon fit in der Tablet-Nutzung: Manchen Eltern macht das Sorgen, manchen Angst

Sie schreiben sich per Whatsapp, diskutieren die letzte Mathearbeit auf Facebook und schauen Serien längst online und nicht mehr im Fernsehen: Für viele Eltern ist der Medienkonsum ihrer Kinder ein Buch mit sieben Siegeln. Facebook kennt zwar jeder, aber was soll denn, bitte schön, Instagram sein? Tumblr kann man erst gar nicht aussprechen und Pinterest hat doch hoffentlich nichts mit Pin-ups zu tun? Und generell dieses Sexting, von dem alle sprechen, wie soll ich meine Kinder davor nur schützen?

Kinder wachsen heute ganz selbstverständlich mit einem breiten Angebot an Medien auf. In fast jeder Familie gibt es Handys, Computer und Fernseher. Für den Großteil der Jugendlichen gehören laut der aktuellen Jim-Studie Fernseher und Internet längst zur täglichen Routine. Schon mit acht Jahren beginnen viele Kinder im Internet zu surfen. Der heutige Nachwuchs bewegt sich zwischen den verschiedenen Kanälen, Geräten und Programmen mit einer Selbstverständlichkeit, die ihren Eltern oft fehlt. Dennoch dürfen die sich da nicht komplett raushalten.

"Die Medienentwicklung ist so rasant, dass viele Eltern verunsichert sind. Solange ihr Kind noch klein ist, sind sie oft sehr streng, manchmal zu streng", sagt Thomas Voß, Programmleiter der Medienanstalt Hamburg/Schleswig-Holstein. "Kaum ist die Grundschule beendet, geben sie schnell auf, sich für die Mediennutzung ihrer großen Kinder überhaupt noch zu interessieren. Das ist schade." Denn gerade Teenager brauchen Unterstützung dabei.

Medienkompetenz als Glückssache

Eine zentrale Aufgabe übernimmt beim Thema Medien natürlich die Schule. Nur dort können alle Jugendlichen erreicht werden. Doch trotz toller Projekte wie iPad-Klassen oder Multimedia-Paten fehlt eine Verankerung im Lehrplan. "Fakt ist, dass Medienkompetenz in den Schulen - wenn überhaupt - allenfalls am Rande unterrichtet wird. Es gibt leider kein eigenes Schulfach. Hier ist also noch viel nachzuholen", sagt Thomas Voß. "Übrigens liegt es auch an der Lehrerausbildung, dass es Glück und Zufall ist, wenn Kinder in der Schule Medienkompetenz lernen. In Hamburg beispielsweise kann man Lehramt studieren, ohne sich mit Fragen der Medienkompetenz auseinanderzusetzen. Das muss sich ändern."

Bereits drei Viertel der 12- bis 19-Jährigen nutzten 2013 ein Smartphone, um im Internet zu surfen. Sie sind mobil im Netz unterwegs, eine Kontrolle durch die Eltern ist da nicht mehr möglich. Spätestens dann ist es wichtig, dass es für die Kinder normal ist, mit ihren Eltern über ihre Mediennutzung zu sprechen. Was sie Lustiges bei Youtube gesehen haben oder welchen Tumblr sie gerade cool finden, sollte zu einem normalen Gespräch am Esstisch dazugehören. Nur dann erzählen die Teenager auch, wie sie bei Facebook geärgert oder von einem Fremden in einem Chat komisch angesprochen worden sind. Die Eltern sind weiterhin gefragt. Meint auch der Experte: "Nur weil Kids ihre Smartphones fixer bedienen können, ist die Elternverantwortung für die Medienerziehung noch lange nicht überflüssig."

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