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Das kosten Kindergärten in Deutschland

Im Schnitt sind die Kosten für Kinderbetreuung in Deutschland gesunken. Aber was bedeutet das konkret? Was kostet Kinderbetreuung wo? Mit unserem Kindergarten-Atlas können Sie Gebühren in 100 deutschen Städten vergleichen.

Gute Nachricht für Eltern mit kleinen Kindern. Die durchschnittlichen Gebühren für Kindergärten in Deutschland sind 2010 im Vergleich zu 2008 gesunken. So müssen Familien mit zwei Kindern und einem mittlerem Einkommen rund 16 Prozent weniger zahlen als noch vor zwei Jahren, Familien mit zwei Kindern und einem hohen Einkommen 12 Prozent weniger. Das ist einer der Ergebnisse des "Kindergartenmonitors 2010".

Für die Studie wurden die Kindergarten-Gebühren in den 100 größten deutschen Städten untersucht. Im Schnitt zahlen danach Normalverdiener mit einem Jahreseinkommen von 45.000 Euro brutto für ein vierjähriges Kind pro Jahr 814 Euro und für zwei Kinder (im Alter von 3,5 und 5,5 Jahre) 935 Euro pro Jahr. Familien mit gehobenem Einkommen (80.000 Euro) müssen jährlich 1280 Euro beziehungsweise 1468 Euro aufbringen.

Auftraggeber dieser Studie sind die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) und die Zeitschrift "Eltern", die wie stern.de im Verlag Gruner + Jahr erscheint. Es ist nach 2008 der zweite Kindergarten-Monitor. Die Experten ermittelten die Jahresgebührenhöhe für Modellfamilien in vier verschiedenen Kategorien für eine vier- bis fünfstündige Betreuung: für die Ein- und Zweikindfamilie mit mittlerem Einkommen in Höhe von 45.000 Euro brutto und die Ein- und Zweikindfamilie der hohen Einkommensklasse (80.000 Jahresbrutto).

Die Untersuchung zeigt zudem, dass es teilweise nicht nachvollziehbare Unterschiede bei den Elternbeiträgen in Deutschland gibt. Von null bis 3696 Euro reichen die Gebühren für ein und dieselbe Modellfamilie.

Die teuerste Stadt für eine Durchschnittsverdiener-Familie mit einem Kindergartenkind (4 Jahre) ist danach Bremen: Hier fallen jährlich 1752 Euro Gebühren an. Für Durchschnittsverdiener mit zwei Kindern wird es in Cottbus besonders teuer: 2672 Euro im Jahr für die Mindestbuchungszeit. Wer 80.000 Euro Brutto verdient und zwei Kinder im Rahmen der Mindestbuchungszeit betreuen lässt, muss mit 3696 Euro in Potsdam und Tübingen die höchsten Elternbeiträge bezahlen.

Im Schnitt ist die Kindergartenbetreuung in ostdeutschen Städten teurer als in den westdeutschen. Vor allem Normalverdiener mit zwei Kindern sind betroffen. Die Zwei-Kind-Modellfamilie muss im Durchschnitt 417 Euro mehr zahlen als ihr Pendant in den alten Ländern. In den Städten der südlichen Bundesländer sind die Kindergartenbeiträge für alle untersuchten Modellfamilien im Schnitt günstiger als in Städten der nördlichen Länder.

Das es auch anders geht, zeigen neun Städte, in denen ein kostenloses Betreuungsangebot eingeführt wurde: Düsseldorf, Hanau, Heilbronn, Kaiserslautern, Koblenz, Ludwigshafen, Mainz, Salzgitter und Trier. 2008, dem Jahr der letzten Untersuchung, gab es mit Heilbronn nur eine Stadt, die drei Gratis-Kindergartenjahre gewährt.

Die hier untersuchten Modellfamilien müssen nach den Berechnungen der Wissenschaftler im Schnitt zwischen 1,6 und 2,1 Prozent ihres Bruttoeinkommens für die Halbtags-Kindergartenbetreuung aufwenden - im Extremfall sind es bis zu 5,9 Prozent bei einer Zweikindfamilie mit mittlerem Einkommen.

Preisvergleiche für Laien praktisch unmöglich

"Der INSM-Eltern-Kindergartenmonitor soll für Transparenz in einer unübersichtlichen Gebührenlandschaft sorgen", sagte INSM-Geschäftsführer Hubertus Pellengahr bei der Vorstellung der Studie. Für Laien seien Preisvergleiche praktisch unmöglich, weil die Gebührensatzungen und Berechnungsmethoden vielfach zu komplex seien. Pellengahr forderte die Kommunen auf, nachvollziehbare Gebührentabellen zu veröffentlichen. "Der Gebühren-Dschungel hat sich gegenüber unserem ersten Kindergartenmonitor leider nicht gelichtet. Eltern empfinden besonders die Preisunterschiede als zutiefst ungerecht", so Oliver Steinbach, stellvertretender Chefredakteur der Zeitschrift "Eltern". "Auch deshalb gibt es immer noch Vier- und Fünfjährige, die keinen Kindergarten besuchen. Das muss sich ändern."

Dagmar Fritz, Oliver Steinbach/Eltern

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