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Glück ist langweilig - die Generation " Drama, Baby!"

Verliebt und nett – das reicht heute nicht mehr. Angesagt sind Chaos und Tränen, denn das ist spannender. "Glück" ist plötzlich nicht mehr schick.

Irgendwann sollte eine Frau über Chaos-Typen hinweg sein.

Irgendwann sollte eine Frau über Chaos-Typen hinweg sein.

Früher war alles so einfach: Mädchen verliebt sich in Junge. Junge verliebt sich in Mädchen. Die beiden kommen zusammen und sind glücklich miteinander. Ta-daa! Heute ist alles anders. Ich kenne haufenweise Leute, denen es nicht mehr genügt einfach " nur" glücklich (in einer Beziehung) zu sein. Sie sind ständig auf der Suche nach neuen Kicks, um sich selbst intensiver zu spüren. Dabei verwechseln sie Frieden mit Langeweile und gestalten ihr (Liebes-)leben absichtlich kompliziert, indem sie die netten, anständigen Bewerber/innen meiden – und stattdessen den Freaks, Psychos, Schlampen, Egos und Fuckboys dieser Welt hinterherrennen. Dadurch bekommt ihr Leben kurzzeitig den Drive einer US-Drama-Serien, in denen die Braut immer eine Nacht vor der Hochzeit mit dem besten Freund des Bräutigams pennt oder drei Sekunden vor dem Ja-Wort die Flucht ergreift.

Das kickt einen, keine Frage. Aber zu welchem Preis? Chronischer Stress, Schlaf- und Essstörungen oder Alkoholismus können die Folgen sein. Die Alternative ist ein vor sich hin plätscherndes Privatleben ohne viel Aufregung. Aber damit scheint man heute keinen Blumentopf mehr gewinnen zu können. Nicht in der " Generation Y". Wer cool sein will, muss in mindestens eine unglückliche On-/Off-Liebelei verstrickt sein, mit seinem verheirateten Vorgesetzten schlafen, die Monogamie an und für sich verteufeln und am besten noch Teil eines modernen Harems werden. Ich sage nur: Fuck for Forest.

Elend statt kreativem Chaos

Heruntergebrochen auf "Normalos" sieht das dann so aus: Frau X hat die Wahl zwischen einem braven Grafiker, der sie bittet, zu ihm in seine hübsche Neubauwohnung zu ziehen, und einem arbeitslosen "Überlebenskünstler" , der mit ihr den Sommer über durch Osteuropa trampen will – auf ihre Kosten. Wen wählt sie? Natürlich den "Asi" . In der Hoffnung, von ihm aus ihrem öden Alltag entrissen zu werden und im Bett mal was Neues zu erleben. Unterbewusst ahnt sie natürlich schon, dass diese Verbindung auf Dauer mehr Ärger als Spaß bringen wird. Aber, hey, dafür kann sie ihren Twitter-Followern später etwas wirklich Interessantes erzählen, sich im eigenen Leid suhlen und ein Selfie mit dem Hashtag #lovehurts posten. Das wirkt tiefsinnig. Sich selbst spüren at ist best. Und gleichzeitig selbst verlieren.

Gaga-Trend

Wie kann man so etwas freiwillig wollen? Warum ist "" plötzlich nicht mehr schick – und Leid en vogue?! Ich persönlich halte diesen Trend für gaga. Deshalb lautet mein Rat an alle, die sich nach mehr DRAMA in ihrem Leben sehnen – probiert es doch einfach mal mit diesen fünf einfachen Haushaltsmittelchen: 

1. Iss eine ganze Habanero-Chili.

2. Schicke ein Nacktselfie an alle Kontakte in deinem Adressbuch mit "P" .

3. Kauf dir einen Porsche auf Pump. Und schrotte ihn an der nächsten Kreuzung.

4. Schmeiß dein neues Smartphone ins Klo.

5. Tätowiere dir "Make America Great Again" in chinesischen Lettern auf den Arsch.  

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