Startseite

Stern Logo Stern-Stimmen

30 und Single: Muss ich jetzt meine Eier einfrieren lassen?!

Schöne Scheiße, wenn man mit 30 mal wieder vor den Trümmern einer Beziehung steht und einem die Mutter mit liebevoll-mahnendem Ton ans Herz legt: "Du solltest mal darüber nachdenken, dir deine Eier einfrieren zu lassen. So langsam tickt die Uhr …"

Von Henriette Hell

  Frisch getrennt, man will sich verkriechen und dann die Frage: Lässt du deine Eier einfrieren?

Frisch getrennt, man will sich verkriechen und dann die Frage: Lässt du deine Eier einfrieren?

So eine Trennung ist ja schon scheiße genug. Aber mit 30 hat das nochmal eine ganze andere Dramatik als mit 22. Da ist frau nämlich nach biologischen Maßstäben gemessen nicht mehr taufrisch. Auch, wenn sie nach wie vor gerne "Die Dinos" im Fernsehen guckt und mit Kuscheltier im Bett schläft. EGAL! 

In dem Alter sieht sie sich gezwungen, sich so langsam mal Gedanken um ihre Eier zu machen. Einfrieren lassen – oder darauf bauen, dass man innerhalb der nächsten paar Jahre schon noch irgendwie auf natürlichem Wege schwanger wird? Vorausgesetzt natürlich, frau findet einen Mann, mit dem sie überhaupt Kinder will. Eine große Liebe also. Mit der einfach alles passt. 

Das Baby aus der Kühltruhe

Aber was macht man, wenn diese Liebe erst mit 46 auftaucht?! "Na, dann lässt du dir ganz gechillt deine eingefrorenen, jungen Eizellen einpflanzen – und fertig ist die Laube", meinte neulich eine Freundin zu mir, die genau das letztes Jahr getan hat. Social Freezing heißt dieser Trend, der innerhalb der letzten Jahre vor allem aus Hollywood zu uns herüber geschwappt ist. Das Schockfrosten von Eizellen – zu einem Zeitpunkt, an dem die Frau auf dem Höhepunkt ihrer Fruchtbarkeit steht. Das ist allerdings nicht ohne: Zuerst muss frau eine Hormonstimulierung über sich ergehen lassen, bei der ihr Körper dazu gebracht wird, möglichst viele Eizellen zu produzieren. Dadurch kann es zu einer Gewichtszunahme und Stimmungsschwankungen kommen, weshalb einige Ärzte auch vor Social Freezing warnen.  

Anschließend werden ihr die Eizellen entnommen und in Stickstoff gelagert – allzeit verfügbar, sollte frau sich zu einem späteren Zeitpunkt für eine Schwangerschaft entscheiden. Dann werden die Eizellen aufgetaut, mit den Spermien des Partners im Reagenzglas befruchtet und der Frau wieder eingesetzt. Kostenpunkt: etwa 2000 Euro plus ca. 300 Euro pro Jahr für die Lagerung der Eizellen. 

Mir reicht der Ärger um die Nespresso-Maschine

Meine Meinung dazu? Spooky. Hart spooky. Vor allem, wenn man sich selbst noch so gar nicht mit "Klein Kevin" an der Hand zur Kita hetzen sieht. Aber hilft ja nichts. Als Frau musst du jetzt vorausschauend denken. Bevor es zu spät ist. Oder? Meine gute Freundin Kaya sieht das anders: "Und als nächstes lässt man sich dann Gehirnzellen einfrieren – falls man später noch Karriere machen will, oder was?! Nein, danke. Ich finde das einfach nur pervers."

Meine Freundin ist zwar erst 27, aber ich finde, sie hat Recht. Wohin solche, ähm, modernen Methoden führen können, hat man ja kürzlich bei Hollywoodstar Sofía Vergara gesehen, die nach der Scheidung mit ihrem Mann um die gemeinsamen eingefrorenen und bereits befruchteten Eizellen gekämpft hat. Absurder geht’s kaum. Mir persönlich reicht es nämlich schon, wenn mein Ex und ich über das "Sorgerecht" für die Nespresso-Kaffeemaschine streiten. 

täglich & kostenlos
Täglich & kostenlos

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren

Partner-Tools