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"Tu allen einen Gefallen und bring dich um"

Ein kanadisches Schulnetzwerk geht mit einer Aufklärungskampagne gegen Cybermobbing unter Jugendlichen vor. Teenager lesen vor, wie sie bei Twitter beleidigt werden. Es verschlägt ihnen die Sprache.

  Ohne eine Sekunde nachzudenken getwittert: Manche Jugendliche müssen dringend lernen, für ihr Verhalten in den sozialen Netzwerken Verantwortung zu übernehmen

Ohne eine Sekunde nachzudenken getwittert: Manche Jugendliche müssen dringend lernen, für ihr Verhalten in den sozialen Netzwerken Verantwortung zu übernehmen

Prominente und Politker werden auf Twitter häufig mit unsachlicher Kritik und dummen Beleidigungen konfrontiert. Talkshow-Gastgeber Jimmy Kimmel hat in seiner Sendung ein Format dafür gefunden, die "Mean Tweets", die er von Zeit zu Zeit zeigt. Zum sechsten Geburtstag des sozialen Netzwerks etwa hat er Schauspieler vorlesen lassen, was ihnen geschickt wird. Die Adressaten gingen ganz unterschiedlich mit den bösen Tweets um, die auf ihrer Pinnwand gelandet waren: Während Gwyneth Paltrow mit den Tränen kämpft, während sie vorliest, amüsiert sich Bill Murray über die an ihn gerichtete Beleidigung. Sämtliche Kommentare werden mit Gelächter unterlegt, doch dem Zuschauer bleibt das Lachen im Hals stecken. Zuletzt zeigte Kimmel eine Folge mit US-Präsident Barack Obama .

Die Idee der "Mean Tweets" griff das Netzwerk Canadian Safe Schools auf, um eine Aufklärungskampagne zum Thema Cybermobbing bei Jugendlichen zu starten. Bei der Crowdfunding-Plattform Indiegogo werden dazu 10.000 Kanadische Dollar gesammelt. Wie sehr die Kinder unter den Angriffen leiden, zeigt ein dafür gedrehtes Youtube-Video, das zunächst genauso "lustig" startet, wie Kimmels Filmchen.

Ganz schnell jedoch ändert sich die Stimmung. Unfassbar erschüttert, wie gehässig sie öffentlich angegangen werden, verschlägt es den Teenagern fast die Sprache, wenn sie die gegen sie gerichteten Tweets vorlesen. Egal ob Junge oder Mädchen, die Kinder sind erschüttert. Die Beleidigungen richten sich gegen ihr Äußeres, ihre Abstammung, ihre Stimme.

"Cybermobbing" ist kein Witz, heißt es zum Abschluss des Videos. Dass viele Jugendliche - und wie oben zu sehen ja nicht einmal Erwachsene - nicht begreifen, was sie anrichten, wenn sie sich in den sozialen Netzwerken derart äußern, zeigt, wie wichtig Aufklärung weiterhin ist. Nicht nur in Kanada.

bal
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