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Warum Papa keine Hobbys mehr hat und trotzdem happy ist

Eigentlich sollte sich durch die Geburt seiner jüngsten Tochter in seinem Leben nicht so viel ändern, dass Kai Bösel neben dem Vatersein nicht auch noch Zeit für Sport und Freunde hat. Es kam aber anders. Weil er selbst es so will.

Bevor unsere jüngste Tochter geboren wurde, war es mir immer wichtig, auch mal Zeit für mich zu haben. Ich war zwei- bis dreimal die Woche abends laufen, einmal im Monat eine Runde Golf spielen und habe mich regelmäßig mit meinen Jungs getroffen, manchmal bis zum Sonnenaufgang auf dem Hamburger Kiez. Heute ist meine Tochter fast vier Jahre alt und insbesondere mein Sportprogramm leidet.

Wir hatten uns vor der Geburt vorgenommen, uns durch die neue Familiensituation und das Baby nicht zu sehr dominieren zu lassen. Denn diese Selbstaufgabe nervt meist nicht nur das Umfeld sondern kann auch zu Streß in der Beziehung führen. Wenn es plötzlich nur noch um den Nachwuchs geht, treten gelegentlich bis dahin nicht gekannte Verhaltensweisen zu Tage und streuen Sand ins Getriebe der frischgebackenen Eltern. Daher ist es aus meiner Sicht grundsätzlich wichtig, dass beide Elternteile auch Zeit für Freunde und Hobbies freischaufeln. Soweit die Theorie.

In der Praxis muss ich seit der Geburt doch massive Einschränkungen verzeichnen. Insbesondere beim Thema Sport. Die Lauferei kommt nicht zuletzt aus gesundheitlichen Gründen massiv zu kurz, das hauseigene Rudergerät verkommt wochenlang zum Staubfänger und parallel dazu wird der Bauch mit Mitte Vierzig auch nicht mehr ohne massive Anstrengungen kleiner. Dabei sollte er das. Schuld daran ist natürlich nicht nur das Kind, denn nach dem Einschlafen wäre natürlich Zeit. Aber da kommt dann dieser innere Schweinehund ins Spiel. Ach ja, das Golf-Besteck hatte ich seit dem Geburtsmoment auch nicht mehr in der Hand, das war zu erwarten. Denn die fünf Stunden für eine gepflegte Runde mit anschließendem 19. Loch habe ich mir bisher noch nicht freigeschaufelt.

Und finde ich das schlimm? Nein, das finde ich nicht. Denn in meinem Fall hat die Geburt meiner Tochter ein bis dahin kaum vorstellbares Familiengefühl entwickelt. Ich empfinde jeden Tag großes Glück, diese Familie zu haben. Und ich freue mich über jede Minute, die ich mit ihnen verbringen kann. Sicherlich wäre es clever, auch mal an sich selbst zu denken. Aber tatsächlich bin ich glücklicher, wenn wir mit der Familie einen kleinen Ausflug zum Spielplatz machen, zuhause zusammen Bilder malen oder den Zoo besuchen.

Und ich weiss, ich bin nicht allein. Mir begegnen immer mehr Väter, die nicht mehr Vollzeit arbeiten und ihre Kinder an einigen Tagen der Woche von der KiTa abholen. Ich bin auch nicht der einzige Papa beim Kinderturnen am Montag Nachmittag. Und ich weiss ebenfalls, dass auch andere Männer durch die Vaterrolle ihr großes Glück gefunden und ihr Leben dementsprechen neu ausgerichtet haben.

Ich weiss aber auch, dass es nicht jedem Vater so geht, daher denken viele sicherlich beim Lesen dieser Zeilen, dass dieses Verhalten nicht unbedingt gut für einen selbst und vielleicht auch das Kind ist. Daher würde ich gern mal eine Diskussion lostreten und von Euch wissen wollen, wie Ihr mit Euren Kumpels und Hobbys umgeht. Was hat sich durch die Geburt Eurer Kinder an Eurer Zeiteinteilung verändert und wie zufrieden seid Ihr mit dieser neuen Situation?

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