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Was wir mit unserer Hektik so alles anstellen

Entspannt ist besser - und zwar nicht nur für die Kinder, sondern auch für den Papa. Also hat Mark Bourichter beschlossen, den Stress am Morgen in seinem Haushalt zu verbieten. Ob das klappt?

Morgens ist es besonders schlimm. Das Zeitfenster für Frühstück, Anziehen, Körperpflege und zwischendurch eine Runde Playmobil ist bekanntermaßen klein. Als Vater planst Du bereits unter der Dusche, dass Du spätestens um 07:45 Uhr die Klingel der Kita drückst und so gegen 08:00 Uhr wieder im Auto Richtung Arbeit sitzt. Eigentlich kein Problem, wenn um 06:30 Uhr der Wecker klingelt...

Alles soweit schön eingetaktet. Doch es kommt eh immer anders. Aus der morgendlichen Vorlese-Session wird eher eine Lesung. Dazu ein imaginärer Großbrand auf dem Spielteppich. Die ganze Feuerwehr muss ausrücken - mit mehr oder weniger zwanzig Miniatur-Brandmeistern. Die Hälfte davon dann noch ohne Ausrüstung. Der Zeitpunkt für den Take-Off kommt immer näher - doch der Oberbrandmeister liegt noch im "Pölter" zwischen TLF, LF und DL im Kinderzimmer. Währenddessen kocht die Milch für den Kaffee über. Es wieder so ein Tag. Und - abgesehen von der Milch - auch ein ganz normaler Tag. Zumindest dann, wenn ich als Vater alleine zuhause bin (meine Frau ist Berufspendlerin).

Doch dann neige ich dazu, dieses Idyll wie einen Luftballon mit einer Nadel platzen zu lassen. Die Nadel heisst Hektik. Und diese ist meistens eher der Brandbeschleuniger schlechter Laune und - eigentlich noch schlimmer - bewirkt fast zu 100 Prozent genau das Gegenteil. Oft ist es auch ruhiger, da Monsieur meint, er müsse bis 07:30 Uhr pennen. Ändert aber nichts an der Sache. Es gibt dann diese Ratgeber, man solle doch die Klamotten vorher rauslegen (Hallo? Das dauert 30 Sekunden!) oder schon den Frühstückstisch decken. Meine Erachtens sind das Tropfen auf den heissen Stein. Das eigentliche Problem ist doch, das wir unser Zeitmodell auf unsere Kinder übertragen. Die kennen das nicht - haben mit 3 Jahren kein Zeitgefühl und geniessen das morgendliche "Rumhängen".

Zu Recht, wenn man sich mal zwei Minuten Zeit nimmt die ganze Sache zu reflektieren. Was ich daraus gelernt habe? Ich mache es nicht mehr. MORGENS - MACHE - ICH - KEINEN - STRESS - MEHR! Wenn erst um 07:30 Uhr das Bett verlassen wird - und das aus eigenen Stücken, dann ist die Stimmung viel besser und alles weitere klappt wie am Schnürchen. Und ich nehme mir die Zeit, allen Plastikmännchen den Helm aufzusetzen inklusive der Suche nach den verdammten Visieren, die eigentlich immer nicht auffindbar sind. Ich fahre den kompletten Löschzug aus der selbstgebauten Feuerwache. Und ich komme dann halt an zwei Tagen in der Woche eine halbe Stunde später zur Arbeit. Mein Chef weiß Bescheid. Alles eine Sache der Planung. Aber eine Planung in die richtige Richtung - nämlich nach hinten raus.

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