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Kinder müssen zu Hause erzogen werden, nicht in der Schule!

Niemand weiß genau, wo es herkommt, plötzlich war es da: Ein Schulposter, das Eltern sagt, welches Minimum an Erziehung Lehrer erwarten. Und dazu gehört weder Mathe noch Erdkunde. Der Inhalt des Plakats findet online großen Zuspruch.

Kind am Tisch

Tischmanieren gehören auch zu dem Erziehungsauftrag der Eltern, nicht der Lehrer

Manchmal ploppen im Internet Dinge auf, deren Herkunft sich nicht mehr so einfach ermitteln lässt. So ist es auch mit diesem Poster, von dem es heißt, dass es in einer portugiesischen Schule hinge. Da fragt man sich zwar gleich, warum es dann auf Englisch verfasst ist, aber weil der Inhalt so sehr den Zahn der Zeit trifft, verbreitet es sich dennoch in Windeseile. Da wird die exakte Quelle plötzlich irrelevant.

Ein bisschen Spott schwingt mit in der Formulierung der "Erinnerung" für die Eltern. Denn eigentlich sollte selbstverständlich sein, was die Lehrer von einem Kind erwarten. Nämlich, dass es die Minimalanforderung in Höflichkeit, Ehrlichkeit, Mitgefühl, Sauberkeit und Sorgfalt beherrscht. Doch das scheint heute nicht mehr selbstverständlich zu sein. Zum Leidwesen der Lehrer, Mitschüler und Nachteil für den Unterricht.


Das Schulposter in der Übersetzung

Liebe Eltern,

  • Wir würden Sie gern daran erinnern, dass Zauberworte wie Hallo, bitte, gern geschehen, Entschuldigung und danke zunächst zu Hause erlernt werden.
  • Ebenfalls zu Hause lernen Kinder ehrlich zu sein, pünktlich und fleißig, Verständnis für ihre Freunde zu beweisen sowie größten Respekt vor Älteren und allen Lehrern zu zeigen.
  • Zu Hause lernen sie, sauber zu sein, nicht mit vollem Mund zu reden und wie/wo sie ihren Müll richtig entsorgen.
  • Es ist auch das Zuhause, wo sie lernen, sich zu organisieren, auf ihre Sachen gut achtzugeben und dass es nicht erlaubt ist, andere einfach zu berühren.
  • Hier in der Schule wiederum lehren wir Sprache, Mathe, Geschichte, Erdkunde, Physik, Naturwissenschaften und Sport. Wir bestärken lediglich die Erziehung, die die Kinder zu Hause von ihren Eltern erhalten haben.


Früher gab es Mahnsprüche wie "Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr" – mit ihrer Anforderungsliste schützen sich die Lehrer vor Erwartungen der Eltern an die Schule, für die diese nicht zuständig ist.


bal
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