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Kollegen spenden Urlaubstage für Eltern kranker Kinder

Arbeitnehmer in Frankreich können künftig einen Teil ihrer freien Tage an Kollegen weitergeben, die ihr krankes Kind pflegen müssen. Präzedenzfall für das neue Gesetz war der elfjährige Mathys.

Von Viktoria Meinholz

  Eltern in Frankreich dürfen zwar bis zu vier Monate ausfallen, um ein krankes Kind zu pflegen, erhalten in dieser Zeit aber nur einen Bruchteil ihres normalen Gehalts

Eltern in Frankreich dürfen zwar bis zu vier Monate ausfallen, um ein krankes Kind zu pflegen, erhalten in dieser Zeit aber nur einen Bruchteil ihres normalen Gehalts

Solidarität auf Französisch: Wenn Eltern eines kranken Kindes ihre eigenen Urlaubstage bereits ausgeschöpft haben, können hilfsbereite Kollegen sie künftig unterstützen und einen Teil ihrer eigenen freien Tage spenden. Das französische Parlament verabschiedete ein entsprechendes Gesetz. So dürfen Arbeitnehmer auf Urlaubstage verzichten und sie an Kollegen weitergeben, die ein krankes Kind pflegen müssen. In vielen französischen Firmen ist es schon länger üblich, Eltern auf diese Art zu unterstützen.

Anlass für das neue Gesetz war die Geschichte von Christophe Germain. Seine Kollegen spendeten insgesamt 170 freie Tage, die der Vater mit seinem krebskranken Sohn Mathys verbringen durfte. Die Chefs der Wasserabfüllanlage, für die Christophe Germain arbeitet, genehmigten das Vorgehen, sodass er sich um seinen Sohn kümmern konnte, ohne auf einen Teil seines Lohnes verzichten zu müssen. In Frankreich dürfen Eltern bis zu 120 Tage im Jahr wegen eines kranken Kindes fehlen. Allerdings erhalten sie zu dieser Zeit nur einen sehr kleinen Teil ihres normalen Einkommens. Mathys starb 2011 im Alter von elf Jahren.

Im französischen Parlament war der Vorschlag des rechten Politikers Paul Salen nicht unumstritten, wie der Radiosender RFI meldet. Einige Sozialisten enthielten sich, andere Parlamentarier stimmten dagegen. Sie befürchten, dass durch das neue Gesetz der Arbeitgeber aus der Verantwortung genommen wird.

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