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Mädchen sind besser im Umgang mit dem Internet

Sie sind mit dem Internet aufgewachsen, doch können sie vernünftig damit umgehen? Eine neue Studie hat Schüler weltweit getestet. Das Ergebnis: Nicht nur deutsche Schüler brauchen dringend Nachhilfe.

Von Viktoria Meinholz

  Mädchen schneiden in der Studie besser ab als Jungs

Mädchen schneiden in der Studie besser ab als Jungs

Wie gut können Schüler mit Computern und dem Internet umgehen? Dieser Frage ist eine weltweite Studie nun zum ersten Mal auf den Grund gegangen. Für die "International Computer and Information Literacy Study" (ICILS) wurden Achtklässler in 21 Ländern genau unter die Lupe genommen. Wie gut ist die technische Ausstattung - sowohl zu Hause als auch in der Schule? Binden ihre Lehrer die neuen Medien in den Unterricht ein? Und am Wichtigsten: Wie intelligent nutzen Schüler das Internet?

Deutschland belegt im Länderranking einen der mittleren Plätze - ein neuer "Pisa-Schock" bleibt also aus. Die deutschen Achtklässler sind im europäischen Schnitt Mittelmaß und liegen leicht über dem weltweiten Durchschnitt. Jungen schneiden in der Studie durchgehend schlechter ab als Mädchen. Und genauso wie in anderen Bildungs-Erhebungen liegen die Kompetenzen von Kindern aus unteren Gesellschaftsschichten unter dem Durchschnitt ihrer Altersgenossen.

Allein in Deutschland wurden für die Studie Schüler von 150 Schulen aus allen Bundesländern befragt. Auch Lehrer, Schulleiter und IT-Koordinatoren kamen zu Wort. Mit ICILS wollten die Wissenschaftler herausfinden, wie fit die Schüler in den "Fähigkeiten für das 21. Jahrhundert" sind, wie Wilfried Bos sagt. Der Dortmunder Erziehungswissenschaftler leitet den deutschen Teil der Studie zusammen mit Birgit Eickelmann von der Universität Paderborn.

Schulbuch statt Tablet

Unter deutschen Bildungsexperten ging bereits vor der Veröffentlichung der Ergebnisse die Angst um. Die digitale Ausstattung der Schulen hat einen sehr schlechten Ruf, der durch ICILS erneut belegt wurde. Bei der Nutzung von Computern im Unterricht ist Deutschland auf einem peinlichen letzten Platz gelandet. "Mit diesem schlechten Ergebnis haben wir nicht gerechnet", sagte Birgit Eickelmann "Zeit Online". "Aber wenn man sich die Ausstattung der Schulen mit Computern oder die geringe Bedeutung des Themas in der Pädagogenausbildung anschaut, dann ist klar: Viel besser hätten wir im internationalen Vergleich nicht abschneiden können."

Auch wenn inzwischen laut der JIM-Studie über 70 Prozent der Jugendlichen ein Smartphone besitzen - Tendenz stark steigend - und rund drei Stunden am Tag im Internet surfen, in der Schule sind sie meist noch analog unterwegs. Mit Betreten des Klassenzimmers werden Google und Wikipedia gegen Schulbuch und Lexikon getauscht. Prestigeprojekte wie iPad-Klassen bilden da die Ausnahme.

Doch nur weil Kinder und Jugendliche das Internet privat täglich nutzen, führt das noch lange nicht zu einer umfassenden Medienkompetenz. Sie laden Fotos bei Facebook hoch, lassen die Welt auf Instagram an ihrem Leben teilnehmen und kommunizieren von morgens bis abends über Whatsapp. Aber wissen sie auch, wie sie im Internet recherchieren und relevante von unwichtigen oder sogar falschen Informationen unterscheiden können?

Fit fürs 21. Jahrhundert?

Nein, leider nicht, sagt die ICILS-Studie. Der Kreis der Schüler, die sich wirklich gut auskennen, ist weltweit erschreckend niedrig. Bei den deutschen Ergebnissen fällt zudem auf, dass 30 Prozent der Kinder nur über rudimentäres Wissen zum Umgang mit neuen Technologien verfügen. Die Digital Natives brauchen dringend Nachhilfe. Doch von wem? Lehrer und Eltern sind auf dem Gebiet oft keine Hilfe, meist lernen Kinder alles über Computer und das Netz von Freunden.

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