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Interview

"Gott gab mir den Befehl, einen kleinen Tiger und den anderen zu erfinden"

Janoschs Kinderbücher sind charmant, liebevoll und tröstlich. In "Oh wie schön ist Panama" suchen Tiger und Bär das Paradies und entdecken es zu Hause. Auch der Künstler und Schriftsteller hat sein Paradies gefunden, auf Teneriffa.

Janosch vor einem Bild mit Bär und Tiger

Janosch feiert seinen 85. Geburtstag dort, wo er seit 30 Jahren glücklich ist: auf Teneriffa

Tiger, Bär und Tigerente haben Janosch berühmt gemacht. Vor mehr als 35 Jahren tauchten sie in seinem Kinderbuch "Oh wie schön ist Panama" auf. Seitdem zählt die Geschichte, wie die Freunde das Paradies suchen, zu den Klassikern der Kinderliteratur. Die von Janosch liebevoll gezeichneten Figuren wurden zur Marke, die bis heute auf Tassen, Socken oder Schnullern prangt. Ihr Schöpfer hat sich von dem ganzen Rummel zurückgezogen. Seit mehr als 30 Jahren lebt er auf der Kanareninsel Teneriffa. Die Reise dorthin zählt der Künstler und Schriftsteller zu den schönsten Erlebnissen. Sein größter Wunsch: "Dass ich hier ewig so sitzen kann und die Sintflut erst kommt, wenn ich ganz weg bin", sagte Janosch im Interview der Deutschen Presse-Agentur.

Sie leben ja schon lange auf Teneriffa – was gefällt Ihnen dort besonders gut? 
Die weite Sicht auf das Meer, und es regnet nie. Und Schnee gibt es auch nicht. 

Wie verbringen Sie dort Ihre Zeit? Vielleicht mit Malen, Schreiben oder Spazieren gehen?  
Mit Essen, und ich trinke diesen Wein. Und ich pflanze im Garten Kartoffeln zum Beispiel. 

Kinder, aber auch Erwachsene lieben Ihre Bücher. Bekommen Sie noch manchmal Post von Ihren Lesern? 
Sehr selten, es gibt auch sowieso keinen Briefträger hier in der Einsamkeit. 

Wie kamen Sie darauf, Geschichten rund um einen Bären und einen kleinen Tiger zu erfinden und zu illustrieren? 
Gott schenkte mir den Befehl, einen kleinen Tiger und den anderen zu erfinden. Damit ich nicht arbeiten muss. Ich bekam einst Geld dafür. 

Die Welt darin ist nicht immer friedlich und schön, aber der Tiger und der kleine Bär schaffen es, mit Humor und schlauen Ideen alles wieder in Ordnung zu bringen. Das ist ein kleines Paradies. Welche Rolle spielen Friede und Ordnung für Sie? 
Friede: JA. Ist wunderbar. Ordnung brauche ich nicht. Alles liegt auf dem Tisch und ist leicht zu finden. Was ich nicht finden muss, liegt hinter dem Haus zum Beispiel. 

Ihre Figuren gibt es mittlerweile in unendlich vielen Formen zu kaufen – auf Tassen, auf Socken, auf Schnullern. Wie stehen Sie dazu und haben Sie damit gerechnet, dass das so ein Erfolg werden würde? 
Ich habe damit gerechnet, klar. Aber ich habe nichts damit zu tun, ich sehe das auch nicht, ist zu weit weg. Das ist eine andere Baustelle. 

Haben Sie selbst eine Tigerente zu Hause?
Nicht eine einzige und ich weiß nicht warum das so ist. Weil ich keine brauche. Wohl.

Ihre Bilder – auch Ihre jüngsten Bilder – sind immer voller Farbe, fröhlich, aber mitunter auch ein bisschen traurig. Wie wichtig sind Farben für Sie?  
Farben sind wunderbar, ich habe hier jede Menge Farben auf dem Tisch und damit male ich dann. 

Wenn Sie auf Ihr Leben zurückblicken, was war das Schönste bislang? 
Die Reise nach hier.

Wissen Sie schon, wie Sie Ihren Geburtstag feiern werden? 
Ja. Ein Fisch wird gebraten. Und Wein wird getrunken. Und ein wenig Gesang wird sein sollen. Zum Beispiel Geigenmusik müsste dann im Radio sein. 

Und was ist der größte Wunsch, den Sie zu Ihrem Geburtstag haben? 
Dass ich hier ewig so sitzen kann und die Sintflut erst kommt, wenn ich ganz weg bin. Also NACH meiner Himmelfahrt.


bal, Interview: Cordula Dieckmann/DPA
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