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"Lea Löwenherz" – ein Buch, das Mut macht

Bei Kindern mit Herzfehler kann eine Organtransplantation nötig werden. Das Buch "Lea Löwenherz" erzählt von einem Mädchen, das trotzdem die Hoffnung nicht aufgibt, sich durchkämpft und damit nicht nur ihr Spenderherz gewinnt.

Lea bleibt trotz ihrer schweren Herzkrankheit gelassen und meistert so auch schwierige Zeiten

Lea bleibt trotz ihrer schweren Herzkrankheit gelassen und meistert so auch schwierige Zeiten

Lea ist acht Jahre alt, ein cleveres und aufgewecktes Mädchen. Sie lebt in einer großen Patchwork-Familie, hat Freunde und eine liebe Oma, reitet, macht Musik und Quatsch. Nur eine Sache ist anders als bei anderen Kindern: Seit der Geburt hat Lea einen Herzfehler und muss regelmäßig zum Arzt. Das ist aber alles "pepsi", wie sie sagt: ganz einfach und kein Problem. Jedoch wird ihr immer häufiger schwindelig und nicht nur ihre Eltern sind besorgt.

Was folgt, ist ein echter Ärzte-Marathon. Das Ergebnis: Lea braucht einen Herzschrittmacher. Und während sie das noch recht locker nimmt und andere Kinder, die sie nun als "batteriebetrieben" bezeichnen mit ihrem Mäppchen bewirft, verschlimmert sich ihre Lage nach und nach. Schließlich braucht sie einen implantierten Defibrillator, am Ende muss sie sogar dauerhaft in eine Spezial-Klinik und dort auf ein neues Herz warten.

Während all dieser Zeit versucht Lea, stark und pragmatisch zu bleiben. Sehr einfühlsam wird beschrieben, wie sie ihre besorgten Eltern entlasten will, sich aber gleichzeitig selbst mit ihrer fortschreitenden Krankheit und dem möglichen Tod auseinander setzen muss. Dabei hat sie mit verständnislosen Sportlehrern zu kämpfen, mit der Einsamkeit im Krankenhaus und ihrer eingeschränkten Beweglichkeit. Das eigentlich quirlige Mädchen hat immer weniger Energie: Am Ende kann es kaum noch sitzen, geschweige denn seine geliebte Geige spielen. Doch Angst vor dem Tod hat Lea keine. Nachdem ihr Herz einmal stehen geblieben war und sie nur durch ihren Defibrillator überlebte, sagt sie: "Es war gar nicht schlimm, es war normal. Ich hatte keine Angst. […] Ich glaube, sterben ist nicht schlimm." So macht sie sich und anderen Mut und versucht trotz der Wut, der Angst und des Gar-nicht-glauben-Könnens-was-passiert, nicht zu verzweifeln.

 Am Ende wird ihr Durchhaltevermögen belohnt: In letzter Minute erhält sie ein neues Herz. Doch damit ist nicht alles automatisch gut, der Leser erfährt, wie sehr diese Krankheit Leas Leben auch noch Jahre später bestimmen wird und wie schwer ihr der Abschied von einem todkranken Jungen fällt, mit dem sie sich in der Klinik angefreundet hat.

Das Buch "Lea Löwenherz" erzählt seine Geschichte kindgerecht und dabei medizinisch korrekt, illustriert wurde es von Dorothée Böhlke.. Es soll eine Lektüre für betroffene Kinder und Angehörige sowie für interessierte Menschen jedes Alters sein. Die Autorin Regina Nagel ist Gemeindereferentin und Wirtschaftspsychologin. Mit Leas Situation kennt sie sich jedoch gut aus, sie selbst ist herzkrank und wartet auf ein Spenderorgan. Diese Verbundenheit und Fachkenntnis merkt man dem Buch an, sodass der Leser am Ende mit feuchten Augen und viel Bewunderung für das toughe Mädchen zurückbleibt. 

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