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Welcher Gott ist besser, deiner oder meiner?

Die Kriege, vor denen die meisten Menschen heute fliehen, sind Glaubenskriege. In Gottes Namen werden seit vielen Jahrhunderten die blutigsten Schlachten geführt. Ein Kinderbuch lehrt, wie wichtig Toleranz ist.

Ibrahim wandert mit seinem Esel durch ein sonniges Land

Ibrahim ist mit Fidelio monatelang unterwegs, um den Konflikt mit seinen Freunden beilegen zu können: die Frage nach dem allerbesten Gott

David, Johanna und Ibrahim sind beste Freunde – und die Hauptfiguren in der geradezu märchenhaft anmutenden Geschichte "Mein Gott, dein Gott, unser Gott." Sie leben in einem Dorf, ziehen durch die Felder, spielen miteinander, machen Musik oder diskutieren. Und wenn sie sich einmal streiten, gibt es dafür immer nur einen Grund: die Frage nach dem besten Gott. Das muss ein Ende haben, beschließen sie, ein für alle Mal. Sie wollen eine Antwort finden, damit sie in Frieden miteinander leben können.

Also zieht der kleine Ibrahim los, um sie zu suchen, die Antwort. Begleitet von seinem Esel Fidelio macht er sich auf den Weg. Jedes Mal, wenn ihm etwas besonders gut gefällt, wenn ihn die Natur beeindruckt, fragt er die Menschen, die er unterwegs trifft, wer das erschaffen hat.  Alle geben ihm immer dieselbe Antwort, egal wo er gerade ist: Ihr Gott habe den glitzernden See, den wunderbaren Wald, den sanften Wind oder die süßen Datteln erschaffen. Jeder spricht dabei von "seinem" Gott.

Reisen bildet

Als Ibrahim zwei Schafhirten kennenlernt, die ihn durchgefroren und hungrig bei sich aufnehmen, stellt der Junge fest, was er auf seiner monatelangen Reise gelernt hat: "Es ist immer derselbe Gott, die einen nennen ihn so, die anderen so." Denn egal, wie er genannt wird, solange es die Wunder der Natur und Freundschaft gibt, besteht kein Grund, sich darum zu streiten, wer der beste Gott ist oder wie man ihn nennt. 

Ibrahim hat auf seiner Reise neben der Liebe zur Natur und der Sehnsucht nach seinen daheim gebliebenen Freunden gelernt, dass das, was wirklich wichtig ist, keinen Namen braucht. Ob Gott, Mohammed, Jehowa oder Allah spielt keine Rolle.

Aber wenn man gar nicht an Gott glaubt?

Einerseits ein bisschen aus der Zeit gefallen, das Buch des deutschen Autors Franz Hübner, wenn man das schrumpfende Interesse am Christentum denkt. Anderseits aber eignet es sich, in eine heile, bunte Fantasiewelt abzutauchen – und mal mit dem Kind über den Grund für Kriege und das Schicksal der ankommenden Flüchtlinge zu sprechen. 

Während in Deutschland mehr und mehr Menschen aus der Kirche austreten, wird in vielen anderen Ländern immer erbitterter im Namen der Religion gekämpft, getötet, Krieg geführt. Millionen Menschen sind auf der Flucht, weil sie in ihrem eigenen Land nicht mehr sicher sind. Weil dort mit Bomben und Gewehren eine Weltordnung durchgesetzt werden soll, die von manchen als die einzig richtige verkündet wird. Gott und Religion werden Mittel zum Zweck für das Installieren eines Terrorregimes.

Was lernen wir also?

"Toleranz gegenüber den verschiedenen Glaubensrichtungen", schreibt Franz Hübner in seinem Vorwort. Statt darüber zu streiten, was uns unterscheidet, müssen wir betrachten, was uns eint: die Sehnsucht nach Frieden, Freundschaft, Glück und Harmonie. Und dazu brauchen wir zurzeit vor allem Toleranz und Hilfsbereitschaft, Werte, die nach keinem Gott fragen.

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