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Geburtenrate in Deutschland steigt wieder

Die jüngsten Zahlen der Studie des Statistischen Bundesamtes belegen: Der Trend der Kinderlosigkeit ist gestoppt. Im Schnitt bekommt eine Frau in Deutschland 1,5 Kinder. Der demographische Wandel bleibt jedoch unverändert.

Mutter und Kind: Kinderlosigkeit in Deutschland nimmt nicht weiter zu

Vor allem regional gibt es große Unterschiede bezüglich der Kinderlosigkeit

Lange Zeit gab es immer mehr "endgültig kinderlose" Frauen in Deutschland. Während unter den 1937 geborenen Frauen noch elf Prozent kinderlos waren, betrug der Anteil beim Jahrgang 1967 bereits 21 Prozent. Nun scheint der Trend gestoppt. Nach aktuellen Daten des Statistischen Bundesamts bleibt 2017 jede fünfte Frau ohne - eine Quote, die sich seit einigen Jahren stabilisiert hat. Gleichzeitig steigt die Zahl der Geburten leicht an, wie die Wiesbadener Behörde am Mittwoch mitteilte. Erstmals seit 1982 erreichte die Geburtenziffer 2015 wieder den Wert von 1,5 Kindern je Frau.

Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Dazu habe "nicht zuletzt die Verbesserung der Bedingungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, vor allem durch den Ausbau der Kinderbetreuung, beigetragen", sagte der Vizepräsident des Bundesamts, Georg Thiel, in Berlin. Er sprach von "fragilen Zahlen". Der demografische Wandel sei damit nicht aufgehoben.

Die Erwerbstätigkeit von Frauen mit Kleinkindern nahm in den vergangenen acht Jahren zu: Heute gehen 44 Prozent der Mütter mit Kindern im Alter von einem Jahr arbeiten. 2008 waren es noch 36 Prozent gewesen. Ist das jüngste Kind zwei Jahre alt, geht mit einem Anteil von 58 Prozent mehr als die Hälfte der Mütter einer Erwerbsarbeit nach.

"Bei den akademisch gebildeten Frauen ist die Kinderlosigkeit in den letzten Jahren sogar zurückgegangen", sagte Thiel weiter. So war unter den 40- bis 44-jährigen Akademikerinnen der Anteil der Kinderlosen im Vorjahr mit 25 Prozent um drei Prozentpunkte geringer als 2012.

Regionale Unterschiede bei Kinderlosigkeit

Die regionalen Unterschiede beim Kinderkriegen steigen jedoch weiter an. Während in den Stadtstaaten die am höchsten ist, ist sie in den ostdeutschen Flächenländern am geringsten. Spitzenreiter bei den kinderlosen Frauen ist Hamburg mit einem Anteil von 31 Prozent, gefolgt von Berlin mit 27 Prozent. In den Ost-Ländern liegt der Anteil der Kinderlosen bei elf bis 13 Prozent und damit deutlich unter der Quote im Westen mit durchschnittlich 21 Prozent.

Für die Grünen warnte die familienpolitische Sprecherin Franziska Brantner vor Euphorie. "Die Zahlen sind erfreulich, doch darf sich die Bundesregierung nicht darauf ausruhen." Der Ausbau der Kinderbetreuung müsse weiter vorangetrieben wird. Die dafür zuletzt bewilligten Mittel von 1,2 Milliarden Euro für 100 000 zusätzliche Plätze reichten nicht aus. Notwendig seien bis 2020 weitere 350 000 Plätze. 

fri/DPA/AFP

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