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Eltern müssen Strafe zahlen, wenn Kinder 30 Minuten zu spät zur Schule kommen

Einige Schulen in England verhängen Bußgelder für Eltern, deren Kinder zu spät in der Schule erscheinen. 60 Pfund werden fällig - wer nicht zahlt, riskiert sogar, umgerechnet 270 Euro zahlen zu müssen.

Schulen lassen Eltern Bußgeld zahlen

Verschlafen? In England fordern einige Schule Strafzahlungen von den Eltern, die ihre Kinder zu spät zur Schule schicken.

"Mein Hund hat die Hausaufgaben gefressen", "Ich habe den Fahrradschlüssel nicht gefunden", "Ich habe verschlafen": Die Liste mit mehr oder minder glaubhaften Ausreden in der Schulzeit ist lang. Gerade, wenn es nicht ganz pünktlich in den Unterricht geschafft haben, werden die absurdesten Geschichten erzählt. Einmaliges Verschlafen ist dabei nicht das Problem, sondern wenn dies regelmäßig vorkommt. 

In haben Schulen in Hampshire, Sussex and Essex und in den westlichen Midlands jetzt auf das Zu-spät-Kommen von Schülern reagiert. Sie bitten nun die Eltern zur Kasse. Selbst bei Verspätungen von 30 Minuten droht Eltern ein ernstes Gespräch in der Schule - oder direkt ein Bußgeld, berichtet die "Daily Mail". Demnach werden 60 Pfund - umgerechnet rund 68 Euro - fällig, teilweise sogar pro Elternteil. Zahlen die Eltern nicht binnen von 28 Tagen, erhöht sich die Summe empfindlich. Bis zu 240 Pfund müssen dann überwiesen werden. In West-Sussex kostet regelmäßiges Zu-spät-Erscheinen 120 Pfund. Zahlen die Eltern binnen von 21 Tagen, reduziert sich die Summe auf 60 Pfund.

Geldstrafe für Schulschwänzer

Eltern reagieren auf das Bußgeld erzürnt. "Vollkommen lächerlich. Das ist nur Geldschinderei", sagte ein Vater zum "Mirror". Der Schulexperte Tom Bennett warnt allerdings, dass eine Geldstrafe für Eltern der letzte Ausweg sein sollte. Er empfiehlt bei Teenagern einen anderen Weg: Sie sollten von ihren Eltern zur Schule gebracht werden. "Viele Schüler würden lieber einen Arm verlieren, als sich mit ihren Eltern in der Schule blicken zu lassen."

Vater vor Gericht, weil er seine Tochter aus der Schule nahm

Erst kürzlich wurde ein Fall vor Gericht gebracht: Ein Vater von drei Kindern hatte in Griechenland heiraten wollen und wollte dafür seine Kinder aus dem Unterricht nehmen. Bei seinen 10- und 7-jährigen Töchtern war dies auch nicht das Problem. Doch bei seiner 12-jährigen Tochter Katie war dies nicht möglich. Er nahm sie dennoch mit zu seiner Hochzeit. Nun muss er sich vor Gericht verantworten.

kg

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