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Klartext - so direkt erklärt eine Mutter ihrem Kind Sex

Wann ist das richtige Alter, seinen Kindern das mit den Bienen und Blümchen richtig zu erklären? Sobald sie das erste Mal danach fragen, sagt Washington Post-Autorin Rasha Madkour.

Junge zeigt auf Bauch einer Schwangeren

Mama, wie kommt das Baby in den Bauch? Auf diese Frage kann man ruhig ohne Bienen und Blumen antworten (Symbolbild)

"Mama, ich glaube das sind meine Nieren", sagt der dreijährige Junge während er seine Hoden in den Händen hält. "Oh", antwortet die Mutter. "Sind sie doch, oder?", fragt der Junge. "Nicht wirklich", beginnt Rasha Madkour zu erklären, "das sind Hoden". Für die "Washington Post" beschreibt sie einen Moment, vor dem sich viele Eltern fürchten. Es ist der Moment der sexuellen Aufklärung.

Wie die Frage ihres Sohnes zustande kommt, rekapituliert Madkour in ihrem Text so: Ihr Mann, ein Arzt, hatte dem Jungen zuvor erklärt, dass seine Nieren Urin produzieren. Für den Dreijährigen war dann die logische Schlussfolgerung, dass die Hoden die Nieren sein müssen, schließlich liegen sie nah am "Pipimann".

"Und das Pipi geht dann in die Hoden und wieder heraus?", fragt der Junge. "Nein, aber sie sind Teil von deinem farfoora (arabisch für "Penis"), also verstehe ich, wieso du das denkst", antwortet die Mutter. "Aber was passiert dann in ihnen?", fragt der Dreijährige weiter. An diesem Punkt habe sie sich setzen müssen, schreibt Madkour. "Weißt du, wer darüber ganz viel weiß? Papa! Lass uns ihn fragen, wenn er nach Hause kommt."


Beide Elternteile können sich darüber abstimmen

Mit dieser Antwort hat Madkour erstens Zeit gewonnen, um eine gute Antwort geben zu können. Zweitens kann sie sich so noch mit ihrem Ehemann besprechen. Rasha Madkour und ihr Mann seien sich einig gewesen, dass es besser sei, ehrlich, und gleichzeitig möglichst altersgerecht mit dem Thema Aufklärung umzugehen, schreibt sie. Sie hätten entschieden, dem Jungen seine Fragen so lange zu beantworten, bis seine Neugierde gestillt sei.

Madkour schreibt, wie das Gespräch von Papa und Sohn verlaufen ist. "Hoden machen Spermien", erklärt der Vater. "Was sind Spermien?", fragt der Kleine zurück. "Spermien gehen in den Mutterleib und machen ein Baby", antwortet der Papa. Der Sohn überlegt kurz. "Es geht in den Mutterleib", wiederholt der Dreijährige. Mit dieser Antwort ist er zufrieden und wendet sich seinem Legospielzeug zu.

Klärt man die Kinder nicht auf, tun es andere Kinder

Mutter und Autorin Rasha Madkour schreibt, dass sie befürchtet hat, dass ihr Sohn den anderen Kindern in der Vorschule davon erzählen könnte. Sie habe ihm gesagt, dass das etwas Privates sei, worüber man nur zu Hause spreche. Unsicher, ob es richtig war, den Dreijährigen so ehrlich aufzuklären, habe Madkour mit ihrem Mann gesprochen. Seine Antwort: "Wenn du deinen Kindern nichts über Sex erzählst, hören sie es von ihren Freunden, und nicht unbedingt korrekt. Ich hätte lieber, dass mein Kind die Fakten kennt. Wenn es fragt, dann ist es bereit, die Antwort zu hören".

js

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