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Ein kleinwüchsiger Hamburger darf plötzlich nicht mehr Bus fahren

Michel Arriens ist 26 Jahre und fährt Roller, seit er drei Jahre alt ist. Er ist kleinwüchsig und das Laufen fällt ihm schwer. Nun stellt sein Roller plötzlich eine Gefahr dar: Arriens flog aus dem Bus und darf bis auf Weiteres nicht wieder einsteigen.

Michel Arriens vor einem Bus des Hamburger Verkehrs Verbundes

Frustriert und in seiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt: Michel Arriens darf vorerst mit seinem Roller nicht mehr Bus fahrn

Michel Arriens und sein Roller gehören zusammen. Das Gefährt verleiht ihm Flexibilität und ermöglicht ihm, sich selbstständig zu bewegen, denn das Laufen fällt ihm schwer. Arriens ist kleinwüchsig, 1,18 Meter groß, und seine kurzen Beine schränken ihn manchmal ein. Zum Beispiel dabei, sich im Bus einfach auf einen Sitz zu setzen. Deshalb bleibt der 26-Jährige, wenn er mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist, auf seinem Roller sitzen. Oder besser gesagt: blieb. Denn seit dem 8. Februar nimmt ihn in kein Bus mehr mit. 

Arriens ist engagierter Aktivist und wenn seine Freiheit beschnitten wird, akzeptiert er das nicht einfach. Er wehrt sich. So unfrei und "klein", wie er selbst sagt, wie am 8. Februar, hat er sich schon lange nicht mehr gefühlt, also machte er sein Erlebnis öffentlich. Bei und bei Twitter. Zusätzlich bat er die Presse um Hilfe, damit sein Problem so viele Menschen wie möglich erreicht.


Der Grund, warum Hamburgs Busfahrer Arriens nicht mehr mitnehmen dürfen, ist ein fehlendes Gutachten zur Mitnahme von E-Scootern. Bis es eine bundeseinheitliche Regelung gibt, sieht sich der Hamburger Verkehrs Verbund (HVV) "gezwungen, die Mitnahme von E-Scootern in Bussen bis auf weiteres auszusetzen". 

HVV zur Beförderung von E-Scootern

Am 9. Februar legte Arriens noch einmal nach. In einem Live-Video erzählt er bei Facebook von seinem frustrierenden Erlebnis und davon, wie es weitergeht. Um 17 Uhr trifft er sich mit dem HVV zu einer Aussprache. Parallel haben viele Privatmenschen ihre Hilfe angeboten. Derzeit werden Lösungswege gesucht, damit der Roller im Bus sicher stehen kann. Denn dass Michel Arriens jemand auf einen Sitzplatz hebt, kommt überhaupt nicht infrage. "Ich bin 26 Jahre alt und wiege 45 Kilo!", erklärt er. Und seine Menschenwürde möchte der Hamburger sich nicht auch noch nehmen lassen.


bal
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