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Benetton steinigt Frau mit Blütenblättern

Zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen hat Benetton ein neues Video produziert: Mitten in der Wüste findet eine Steinigung statt. In manchen Ländern ist das heute noch Alltag.

Von Susanne Baller

  Eine bedrohliche Szene, wie sie in manchen Ländern, in denen die Scharia gilt, noch immer wieder vorkommt: Eine Frau wird gesteinigt

Eine bedrohliche Szene, wie sie in manchen Ländern, in denen die Scharia gilt, noch immer wieder vorkommt: Eine Frau wird gesteinigt

In der Wüste sitzt eine Frau mit angewinkelten Beinen im Sand, um sie herum formiert sich ein Kreis aus Männern verschiedener Nationen. Am Himmel kreist ein Adler, die Gesichter der Männer spiegeln Ernst und Aggression wider, in einer Hand blitzt ein Stein auf. Die unterlegte Musik könnte dem Showdown eines Western entstammen, die Kamerafahrten ebenso: Dicht herangezoomt blickt man in die Augen der Akteure. So beginnt die Steinigung, die gleich stattfinden soll. Doch Modehersteller Benetton hätte seinen Ruf als kampagnenstarke Marke nicht, wenn das Video zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen nicht einen anderen Dreh hätte.

Steine kommen daher nicht zum Einsatz: Aus den Händen der Männer, die mit vollem Körpereinsatz werfen, regnen Blütenblätter auf die junge Frau herab. Irritierend wirkt der gut eine Minute lange Spot, das war das Ziel. Mit "End Violence Against Women Now" will Benetton die UN Women zum 25. November unterstützen, dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen. Das Video soll sich über die sozialen Medien verbreiten.

Mit Kampagnen, die überhaupt nichts mit Mode zu tun haben, hat der italienische Konzern bereits Erfahrung. Die Plakate, die Oliviero Toscani in den 1980er und 90er Jahren für das Unternehmen entworfen hat, sorgten zum Beispiel in der Öffentlichkeit für kontroverse Diskussionen. Aber eben auch für Aufmerksamkeit.

Für die UN Women erklärt die geschäftsführende Direktorin Phumzile Mlambo-Ngcuka in einem Video, warum das Thema weltweit wichtig ist: "Die Gewalt gegen Frauen zu beenden ist nichts, was irgendjemand tun kann. Dies ist eine Aufgabe für uns alle: Männer und Frauen, Jungs und Mädchen. Wenn weltweit eine von drei Frauen in ihrem Leben schon einmal körperlicher oder sexueller Gewalt ausgesetzt war, können Sie sicher sein, dass Sie eine Betroffene kennen."

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