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Erste Kirche für Kiffer: Unser täglich Cannabis gib uns heute

In Colorados Hauptstadt Denver hat eine neue Glaubensgemeinschaft ihre Kirche eröffnet. Hier wird nicht Jesus, Allah oder Buddha verehrt - sondern Marihuana. 

Der Innenraum der Kirche wurde aufwendig gestaltet.

Der Innenraum der Kirche wurde aufwendig von Kenny Scharf und Okuda San Miguel gestaltet. 

Du darfst nicht die Eltern beleidigen, nicht stehlen, nicht töten, nicht lügen - schon ein Blick auf die zehn Gebote der christlichen Kirchen zeigt, dass Religion offenbar viel mit Verboten zu tun hat. Lee Molloy lehnt das ab. Starre autoritäre Strukturen, eine lange Liste von Verhaltensmaßnahmen und göttliche Vorgaben finden sich in seiner Kirche nicht. In Denver hat er die erste internationale Cannabiskirche ins Leben gerufen. Pünktlich zum 20.4, den Weltcannabiskulturtag, hat die Glaubensgemeinschaft ihre Pforten geöffnet. "Es schien ein stetiger Fluss von Menschen zu sein", sagte Lee Molloy, Gründer der Kirche. Er schätzte, dass ein paar hundert Menschen zur Eröffnung gekommen sind. Offiziell gibt es rund 200 Gemeindemitglieder. 

Cannabis soll positiven Einfluss auf das Leben haben

Die Idee hinter der Kirche: Cannabis würde dazu genutzt, um einen positiven Einfluss auf das Leben zu erlangen. Außerdem würde die Droge für spirituelle Zwecke eingesetzt, berichtet die "New York Times".  "Wir dachten, wir könnten etwas Einzigartiges auf die Beine stellen", sagte Steve Berke, der PR-Mann der Kirche, und erklärte, dass die Kirche kein bestimmtes Dogma einhält. Leben und leben lassen - seit in dem Bundesstaat Colorado 2012 Marihuana legalisiert wurde, scheint eine solche Glaubensgemeinschaft nur folgerichtig. Dennoch: Bis zum Tag der Eröffnung war unklar, ob das "Gotteshaus" öffnen könnte. Denn Gras darf nicht öffentlich konsumiert werden. Doch Kirchen müssen öffentlich zugänglich sein. Ein Widerspruch, der durch die geschlossene - und drogenfreie - Eröffnungsfeier, noch nicht abschließend geklärt wurde. Die Gründer der Kirche zumindest halten dagegen. Sie wehren sich auch gegen kritische Stimmen und verweisen darauf, dass sie sich religiös verfolgt fühlen. Ein Totschlagargument.

kg

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