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Kostenlose Tampons und Binden in Schulen und anderen öffentlichen Einrichtungen

Die Menstruation gehört für Frauen genauso zum Leben wie der Gang zur Toilette. Doch während Klopapier auf öffentlichen Toiletten selbstverständlich ist, gilt das nicht für Tampons und Binden. Ein Gesetz soll das ändern.

Ein Kommentar von Susanne Baller

Die New Yorker Abgeordnete Julissa Ferreras neben Damenhygiene-Produkten

Tampons und Binden gehören auf öffentliche Toiletten, fordert die New Yorker Stadträtin Julissa Ferreras

Sie ist Demokratin, in New York seit 2009 Stadträtin und für den 21. Distrikt in Queens zuständig. Julissa Ferreras überwacht als Mitglied des Finanzausschusses ein Budget von 75,3 Milliarden Dollar, das sind gut 61 Milliarden Euro. Und einen Teil dieses Geldes will sie nun investieren in etwas, was ihrer Ansicht nach schon viel zu lange versäumt wurde: kostenlose Damenhygiene-Artikel auf öffentlichen Toiletten. In Schulen, Einrichtungen wie Frauenhäusern und Gefängnissen.

Damit schließen sich die New Yorker Stadtratsmitglieder einer wachsenden nationalen Bewegung an, den Zugang zu Damenhygieneprodukten zu verbessern, schreibt die "New York Times". Am heutigen Dienstag wird der Antrag eingereicht. "Das war so lange ein Tabuthema, dass schon niemand mehr darüber nachgedacht hat", wird Stadträtin Ferreras zitiert, die in Queens bereits ein Pilotprojekt an einer High School auf die Beine gestellt hat, das nun auf 25 weitere Schulen ausgeweitet wird. 

Unter dem Schlagwort "menstrual equity", menstruelle Gerechtigkeit, fordern inzwischen weltweit Menschen, dass Tampons und Binden ebenso selbstverständlich auf Toiletten vorhanden sein sollen wie Toilettenpapier und Seife. Überdies sollen die Produkte von Steuern befreit werden, die Stadt Chicago und Kanada gehen bereits mit gutem Beispiel voran.

Fünf Millionen Dollar Kosten

Um die öffentlichen Einrichtungen entsprechend auszustatten, erwartet die städtische Finanzabteilung eine Belastung von mehr als fünf Milionen Dollar pro Jahr. Die Organisation Free the Tampons spricht von weniger als fünf Dollar jährlich pro Frau und Mädchen.

In Deutschland werden die Rufe nach einer vernünftigen kostenlosen Ausstattung auf den öffentlichen Damentoiletten ebenfalls lauter. Jede Frau kennt das dankbare Gefühl, wenn sie in der Gastronomie Binden oder Tampons vorfindet, wenn sie auf der Toilette von ihrer Regel überrascht wurde. Aber das Thema ist für die meisten offenbar derart unsexy, dass sogar im Jahr 2016 noch private Initiativen notwendig sind, die Politik auf den Bedarf aufmerksam zu machen. Etwa mit einer Petition auf change.org, die sich an Familienministerin Manuela Schwesig richtet. 

Wenn Männer ihre Tage kriegen würden, müssten wir wahrscheinlich schon lange nicht mehr über dieses Thema nachdenken.

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