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"Ein Baby zu bekommen ist für mich der Sinn des Lebens"

Heterosexuelle und lesbische Paare, Single-Frauen und Co-Parenting-Partner: Sie begleitet die Dokumentation "Ich mach mir ein Kind - Mutterglück ohne Sex" auf ihrem Weg zum eigenen Nachwuchs. Und der ist oft alles andere als leicht.

Mutterglück ohne Sex

Rachel Hope nach der Eizellpunktion: Die Amerikanerin hat bereits zwei Kinder, die durch künstliche Befruchtung zur Welt gekommen sind. Über ein Online-Portal für Co-Parenting hat sie einen potenziellen Samenspender und Co-Vater für ein drittes Kind gefunden.

Melina Rost ist 40 Jahre alt, Single und wünscht sich nichts sehnlicher als ein eigenes Kind. Die Moderatorin und Schauspielerin will, obwohl sie bereits sieben erfolglose künstliche Befruchtungsversuche hinter sich hat, die Hoffnung darauf, eines Tages doch noch schwanger zu werden, nicht aufgeben. Das Warten darauf, ob der Schwangerschaftstest positiv ist und es endlich geklappt hat, ist laut der hübschen jungen Frau für sie das Schwerste. Die großen Hoffnungen, die durch einen einzigen Telefonanruf zunichte gemacht werden können.

Melina Rost ist eine von mehreren Protagonisten der VOX Dokumentation "Ich mach mir ein Kind - Mutterglück ohne Sex", die am heutigen Samstag ab 20.15 Uhr gezeigt wird. Hinter dem sperrigen Titel versteckt sich ein bald vier Stunden langer Film, der die verschiedensten Facetten künstlicher Befruchtung beleuchtet.

Vorgestellt wird neben Melina Rost auch ein Paar, dessen letzte Hoffnung eine Eizellspende in Österreich ist - in Deutschland verbietet das Embryonenschutzgesetz diese Praktik. Man lernt ein lesbisches Paar mit zwei Kindern kennen und eines, das noch dabei ist herauszufinden, wie es als homosexuelles Paar in Deutschland überhaupt ein Kind bekommen kann. Experten erklären die medizinischen Vorgänge und ordnen die Aussagen der Protagonisten ein. Ein katholischer Priester kommt ebenso zu Wort, wie eine Familientherapeutin und die Amerikanerin Rachel Hope, die ihre zwei Kinder zusammen mit guten Freunden bekommen hat und nun einen neuen sogenannten Co-Parenting-Partner sucht. Mit Co-Parenting ist gemeint, wenn zwei oder mehr Erwachsene zusammen ein Kind bekommen, ohne in einer Beziehung zu leben. 

Was bedeutet es, wenn der Erzeuger unbekannt ist?

Eine der spannendsten Geschichten ist die von Wendy Kramer und ihrem Sohn. Als der noch ein Teenager ist, beginnen Mutter und Sohn mit der Suche nach seinem Erzeuger, einem anonymen Samenspender. Sie gründen eher durch Zufall das heute größte Netzwerk für sogenannte Spenderkinder. Dort können Kinder und Spender einander oder auch mögliche Halbgeschwister finden und kennenlernen.

Der Film erklärt verständlich und spannend, welche verschiedenen Wege es heute gibt, "Mutterglück ohne Sex" zu erreichen. Doch auch die Kinder kommen zu Wort. Zum Beispiel Sunny aus Berlin, die ihren Spender-Vater bisher erfolglos sucht und von der Leere erzählt, die fehlende Wurzeln verursachen können. Man fiebert mit den Paaren, die sich nichts sehnlicher wünschen, als ein Baby - und denen es doch nicht vergönnt ist.

Fazit: Klare Einschalt-Empfehlung

Die Dokumentation ist nicht nur für Menschen mit einem unerfüllten Kinderwunsch interessant. Denn wie Franziska Rubin, eine der Medizinerinnen, betont, brauchen wir eine ständige Debatte rund um künstliche Befruchtung, in der immer wieder geklärt wird, wie weit wir bereit sind zu gehen. Und wo ethische Grenzen liegen.

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