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Fuck you, Bill!

Der erhobene Zeigefinger kommt schon bei Kindern nicht gut an. Aber wenn ein bewollmütztes Strichmännchen der gesamten Facebook-, Twitter-, Instagram-Community sagt, was sie und was sie nicht zu posten habe, setzt es Dresche.

Facebook-Postings

Original und Fälschung: Die Idee hinter den ursprünglichen "Bill"-Memes (links), die seit dem 7. Januar millionenfach die Timelines aufsuchen, ist, den Unterschied zwischen guten und schlechten Postings aufzuzeigen. Nach gut drei Wochen haben die User es begriffen (rechts).

Er ist nur ein einfaches kleines Strichmännchen, doch er hat's drauf. Bill weiß genau, wie man sich auf Facebook, Twitter und Instagram benehmen soll. Bill verbreitet keine Kettenbriefe, Bill macht von sich keine Duckface-Selfies (wie auch?), fotografiert nicht dauernd sein Essen, will nicht mit kryptischen Äußerungen Aufmerksamkeit erregen und montiert auch keine fremden Gesichter in die Bilder von anderen. Deshalb ist Bill smart. So heißt es. Deshalb soll man so seien wie er, so heißt es. Und deshalb wird Bill gehasst.

Seit das Internet einer größeren Menge von Menschen zugänglich wurde, kursiert eine bestimmte Art von Verhaltensregeln, wie man miteinander umzugehen habe. Damals, Mitte der 90er Jahre, gab es noch keine sozialen Medien, man tauschte sich in Foren aus. Diskutierte und stritt. Damit es nicht allzu derb zuging im Umgang mit den unbekannten Anderen, wurde aus den guten Manieren, der Etikette im Netz, die sogenannte Netiquette. Verstieß man dagegen, konnte man aus einem Forum ausgeschlossen werden. Das Duckface von heute waren damals CAP LOCKS und bold text, zwei übliche Wege, Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen in der bilderlosen Welt der 14.400 bit/s-Modems.

Er hat ja Recht, aber ...

Grundsätzlich möchte man jede von Bills Aussagen unterschreiben. Grundsätzlich ist es langweilig, wenn User ihre x Jahre alten Facebook-Erinnerungen ein zweites Mal mit der Gemeinde teilen müssen. Auch Farmville-Anfragen zum Kühe hüten oder Getreide tauschen von Leuten, die des Ackerns nicht müde wurden, haben uns genervt, bis wir begriffen haben, wie man sie unterdrückt.

Und das ist genau der Punkt: Die sozialen Medien regulieren sich selbst. Entweder überliest man den Schrott einfach, blendet ihn aus oder entfreundet/entliket zur Not. Eh keine schlechte Idee, die vielen hundert Leute ab und zu mal durchzugucken und zu checken, wen man davon wirklich noch kennen, lesen oder abonnieren will.

Mit anderen Worten: Danke, Bill, aber NEIN DANKE. Wer auch immer sich dich ausgedacht hat, soll dich wieder einpacken. Wir überstehen die Nerv-Wellen auch ohne dich.

 

Who made this.

Posted by Be like Bill on Friday, January 22, 2016


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