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Ein feuchter Traum wird wahr

Wann ist in Pornos endlich mal die Frau dran? Ständig wird die Frau als aktiver Part beim Sex dargestellt, der den Mann bedient. Die Künstlerin Alexandra Rubinstein stellt die weibliche Sexualität ein wenig differenzierter dar - mithilfe prominenter Gesichter.

Alexandra Rubinstein - James Franco - aber auch für Fans von Hugh Jackman geeignet ("28 hours")

James Franco - aber auch für Fans des jungen Hugh Jackman geeignet ("28 hours")

Oralsex bei Frauen ist noch immer verpönt. Zumindest stark unterrepräsentiert: In den Medien, in der Porno-Szene, in der Kunst. Ständig wird die Frau stattdessen als der Part beim Sex dargestellt, der den Mann zufriedenstellt. Aktiv. Bei Sex geht es um Männer und deren Befriedigung, so der Tenor der Pornoindustrie. Das nervt nicht nur Feministen.

Die Künstlerin Alexandra Rubinstein gibt mit ihren Werken etwas Gegenwind: Sie malt Sex mit Blick auf die Frau - oder aus Sicht aus der Frau. So macht sie auf das große Ungleichgewicht in der Darstellung von Heterosexualität aufmerksam. In ihrer Bilderserie "A Dream Come True (Celebrity Cunnilingus)" ("Ein Traum wird wahr" - minus das Orgasmus-Wortspiel des Originals) zeigt Rubinstein Männer, die Frauen oral befriedigen - und das aus der Perspektive der Frau. Als aktive Männer hat die Künstlerin Prominente gewählt: US-amerikanische Schauspieler und Musiker, über einen nackten Venushügel gebeugt. Deren Namen nennt sie nicht einmal  - weil es eben nicht um den Mann geht, sondern um die Frau. 

"Die Bilderserie ist eine Antwort auf die fehlende Perspektive der heterosexuellen Frau in der Darstellung von Sexualität in den Medien in Amerika", schreibt Rubinstein. "Das spiegelt sich auch darin, wie wir im echten Leben miteinander umgehen." Ihre These stützen Studien, die besagen, dass Frauen sehr viel häufiger Oralsex ausführen, als selbst welchen zu bekommen

"Fantasien einer Frau beinhalten für gewöhnlich Jon Hamm und Cunnilingus. Zumindest bei mir."

"Ich wollte die Fantasien mal aus Sicht einer Frau darstellen", schreibt Rubinstein, "und die beinhalten für gewöhnlich Jon Hamm und Cunnilingus. Zumindest bei mir."

Nein, es geht bei ihren Bildern nicht darum, wie David Beckham, Justin Bieber oder Robert Pattinson beim Oralsex aussehen. "Die Serie will nicht Männer zum Objekt machen", betont Rubinstein. Sie will mit ihren Bildern endlich auch auf die Wünsche der Frau beim Sex eingehen. Auch in Rubinsteins anderen Werken sind Frauen beim Sex zu sehen - nicht als die ewig Aktiven, die einen Mann sexuell bedienen. Der Fokus liegt auf lustvoll verzerrten Gesichtern, auf Körpern, die aussehen, wie Körper nun einmal aussehen. Mit Bikinistreifen und mal mit, mal ohne Intimbehaarung.

Rubinstein wurde 1988 in Jekaterinburg in der damaligen UdSSR geboren und kam als junges Mädchen im Alter von acht Jahren in die USA. 2010 hat sie an der Carnegie Mellon University in Pittsburgh ihren Abschluss als Master of Fine Arts gemacht.

Zu Kaufen gibt es Rubinsteins Werke hier. Mehr auf Ihrer Webseite und auf Instagram.

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