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Zensuren "nicht objektiv" - Experten fordern Abschaffung von Schulnoten

Schulnoten sind umstritten. In den ersten Klassenstufen der Grundschule gibt es schon seit mehreren Jahren schriftliche Beurteilungen statt Zensuren. Das fordern Schulexperten jetzt auch für die höhere Klassen.

Schulnote

"Zensuren sind nicht objektiv": Schulnoten geben nach Ansicht von Bildungsexperten die Leistungsfähigkeit und Talente eines Kindes nur unzureichend wider

Die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Marlis Tepe, hat sich für die Abschaffung von Schulnoten ausgesprochen. "Zensuren sind nicht objektiv. Wir müssen weg von den Noten, hin zu individuellen Berichten, weil sie den persönlichen Lernfortschritten der Kinder viel gerechter werden", sagte sie der "Bild". Tepe betonte, der Verzicht auf Noten sollte "nicht nur in Grundschulen, sondern in allen Schultypen praktiziert werden". Es sei wissenschaftlich bewiesen, dass Berichte besser seien.

Die Schüler in Deutschland hatten bei den jüngsten internationalen Vergleichstest relativ mäßig abgeschnitten. Die Präsidentin des Bayrischen Lehrerverbandes (BLLV), Simone Fleischmann, sprach sich ebenfalls dafür aus, auch in höheren Klassenstufen durch Lernentwicklungsgespräche zu ersetzen, weil dies motivierender sei.

Mehrheit der Deutschen für Schulnoten

"Wir müssen umdenken in unserem Bildungssystem, dazu brauchen wir eine umfassende Bewertung von Menschen", sagte Fleischmann der Zeitung. Kritik kam dagegen von der Vorsitzenden der Kultusministerkonferenz (KMK), Susanne Eisenmann (CDU): "Schule muss leistungsorientiert sein. Deshalb gehören auch Noten zur Leistungsmessung dazu."

Eine große Mehrheit der Deutschen stimmt Eisenmann zu. Einer Umfrage des Kölner Meinungsforschungsinstituts YouGov vom vergangenen September zufolge halten drei von vier Deutschen Schulnoten weiterhin für sinnvoll - im Osten (81 Prozent) sogar noch mehr als im Westen (74 Prozent). Dass Schüler bei miesen Leistungen sitzen bleiben müssen, finden mehr als 80 Prozent richtig - für 33 Prozent ist das Wiederholen einer Klasse "sehr sinnvoll", für 48 Prozent immerhin noch "eher sinnvoll".


tis/DPA
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