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+++EILMELDUNG+++    Goldene Palme für österreichischen Regisseur Michael Haneke    +++EILMELDUNG+++

Die Goldene Palme des Filmfestivals in Cannes geht in diesem Jahr an den österreichischen Regisseur Michael Haneke für sein Drama "Liebe". Das gab die Jury am Sonntagabend zum Abschluss der 65. Festspiele in der französischen Stadt bekannt.


Zurück   stern.de-Forum > stern TV > stern TV - Die "Super Nanny" und der Fall Justin
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  #1 (permalink)  
Alt 10.12.2008, 23:38
stern.de-User
 
Registriert seit: 10.12.2008
Beiträge: 85
Standard Justin - ein ganz normaler Fall

Ich habe die Sendung diesmal ausnahmsweise etwas genauer verfolgt. Normalerweise gucke ich mir diesen Nanny-Kram nicht an, weil da immer die sogenannte „anti-autoritäre Erziehung“ im Vordergrund steht, von der ich gar nichts halte.

Diesmal bin ich sehr zwiespältig in der Beurteilung des Falles, denn
ich jedenfalls bin klassisch und traditionell erzogen worden, deshalb konnte ich mich sofort in Justin hineinversetzen. Er hat mir irgendwie Leid getan- aber andererseits hat seine Mutter einfach das getan, was man ab und zu mal mit einem Kind eben mal machen muss- ihn verdroschen.
Aus heutiger Sicht kann ich aus eigener Erfahrung sagen, dass das noch keinem Kind geschadet hat und das muss auch die Nanny endlich mal kapieren.

Zugegebenermaßen war ich nicht das, was man einen braven Jungen zu nennen pflegt- und wenn ich in „Betragen“ in der Monatsnote mal eine 3 hatte, war ich den halben Monat kränklich und deshalb in meinem Tatendrang etwas ausgebremst.

Aber wenn ich mir etwas geleistet hatte – und da reichte eine Kleinigkeit aus – dann gab es eine Standardbehandlung: eine ordentliche Wucht und da nahm meine Frau Mutter den Gegenstand, den sie eben zur Hand hatte: Straßenschuh, Schuhanzieher, Teppichklopfer und sie interessierte sich in keiner Weise dafür, wo sie hin traf.

Sie geriet dabei stets völlig außer sich. Wenn die Kraft nachließ schrie sie manchmal stundenlang weiter, warf oft auch Gegenstände an die Wand und erging sich schließlich in Heultiraden, die tagelang anhalten konnten, wobei sie sich oft einschloss.

Ich habe mich im Laufe der Zeit daran gewöhnt, es tat irgendwie nicht mehr weh und stellte auch keine Strafe dar - es war eben so, dass ich das mindestens einmal wöchentlich über mir ergehen lassen musste. Dafür hasste ich sie um so mehr.

Am nächsten Tag hatte sie sich erstaunlich gut im Griff und ließ sich auf Arbeit nichts anmerken: Sie war Lehrerin an einer Oberschule, dummerweise an der gleichen, an der ich Schüler war. Aber sie wollte das auch so, damit sie mich unter Kontrolle hatte und auch während der Schulzeit an mir "herumerziehen" konnte.
So erfuhr sie natürlich immer sofort, was ihr Lausebengel wieder verbockt hatte.

Am nächsten Tag, wenn sie wieder nach Hause kam, kam sie automatisch wieder in Rage – entweder weil der letzte Tag noch in ihr arbeitete oder weil es inzwischen neuen Anlass gab.

Was mich seinerzeit schon erschreckt hatte, war, dass meine Mutter immer völlig die Kontrolle über sich verlor.
Manchmal schrie sie ganz direkt: „Jetzt schlage ich dich tot!“ und als ich noch kleiner war, bekam ich, wenn die Gelegenheit da war auch mal das Federbett über den Kopf gezogen mit dem Aufschrei „Jetzt mache ich dich tot!“ - und das war keineswegs eine Drohung, sie stand wie gesagt völlig neben sich.

Ein andere Geschichte ist mir noch in Erinnerung: Wegen einer dummen (eigentlich überflüssigen) Bemerkung zu einer Passantin auf dem Marktplatz bekam ich von meiner Mutter einen Faustschlag ins Gesicht, so dass die Brille kaputt war und mir das Blut aus Mund und Nase lief.
Dazu schrie sie "Was soll denn bloß die Leute denken"?
Ich habe damals, ich muss so etwa 10 Jahre gewesen sein, nicht verstanden, was die Passanten die darum standen, meinten, als sie riefen, man müsste so etwas doch zur Anzeige bringen und was das für eine Frau sei.
Glücklicher wussten sie nicht, dass diese Frau Lehrerin war. Ich wusste damals nicht, was die mit „Anzeige“ meinten – warum kann man eine Mutter anzeigen, wenn sie ihr Kind schlägt? Ich habs nicht begriffen, das war doch etwas völlig Normales, für mich damals jedenfalls.
Ja, was sollen denn "die Leute denken", wenn Mutter ihren Sohn mitten auf dem Wochenmarkt mit der Faust niederstreckt? Das war ihr allerdings gleichgültig.

Aber dann war ich ganz brav- naja, ich hatte schließlich auch eine Woche nichts gesehen.

Seither mache ich mir nichts mehr draus, "was die Leute denken". Dieser Erziehungsversuch ist Mutter gründlich misslungen.

Andere Strafmaßnahmen waren tagelanges ins Bett sperren am Wochenende oder in den Ferien bei zugezogenen Gardinen – aber ohne Fernseher, Bücher oder andere Unterhaltung bietende Gegenstände.

Eine andere Standardstrafe, als Mutter merkte, dass ich mir aus der Wucht nichts mehr machte - ich war dann etwa 10 Jahre und älter - bestand in abendlicher Aussperrung: Wegnahme des Wohnungsschlüssels mit der Aufforderung „Raus – Such dir andere Eltern, die dich nehmen; ich lasse dich nie wieder rein, verschwinde und lass dich nie mehr hier blicken!“ und dann wieder Schrei- und Heul-Krämpfe.
„Und wenn du zum Jugendhilfsamt gehst – dann stecken die dich in den Jugendwerkhof, und die werden dich erziehen, da kannst du sicher sein! Ich habs nicht geschafft!“

Es verging kein Monat, in dem ich nicht mindestens einmal vor der Tür stand und natürlich bin ich nicht zur Jugendhilfe gegangen, denn die Werkhöfe waren wirklich nicht das, was heute ein Kinderdorf ist.
Heute bedaure ich das, wahrscheinlich wäre Mutter dann ihren Job los gewesen und das war wohl auch ihre Befürchtung, als sie mir das kategorisch verboten hatte.

Ein Kind von einer Lehrerin hatte ein Musterknabe zu sein, mit dem man sich schmücken und profilieren konnte – leider habe ich diese Anforderungen nicht erfüllt und war bloß wie jedes andere Kind, nicht besonders fleißig, vielleicht etwas aufmüpfiger und natürlich habe ich gern mal den einen oder anderen Lehrer geärgert.

Deshalb sehe ich den Fall „Justin“ aus zweierlei Perspektive: In dem kleinen Jungen habe ich mich sofort wiedererkannt; es war das, was man heute ein „Come-Back-Erlebnis“ nennen würde.

Natürlich tut er mir Leid, aber er muss sich einfach dran gewöhnen, ab und zu verdroschen zu werden und er wird sich auch dran gewöhnen.
Vielleicht hat er es auch schon – so wie ich seinerzeit – denn richtig böse war er seiner Mutter ja nicht, wie er sagte - er akzeptiert das eben als Teil der Erziehung, ich kann es nachvollziehen.
Prinzipiell war ja wieder alles in Ordnung und in einigen Wochen wird er doch ohnehin wieder nach Hause zurück kommen.

Andererseits - wenn man etwa wie ich gestern in der Schlange in der Kaufhalle steht und vor mir schreien 2 ca. 3 bis 4jährige Kinder, wälzen sich heulend und kreischend am Boden, werfen aus Trotz Waren in den elterlichen Einkaufskorb und der Vater redet immer nur sinnlos leise und "antiautoritär" auf eines der Kinder ein, hielte ich es für zweckmäßig, wenn er ihm stattdessen einmal richtig eine reinzimmern würde.
Wie soll das Kind den Vater sonst jemals ernst nehmen?

Mir hat keine Wucht und keine Tracht Prügel geschadet, aber auch gar nichts genutzt. Aber es gehört doch irgendwie zur Erziehung dazu, es war doch schon immer so.
Warum soll eigentlich jetzt das falsch sein, was sich Jahrhunderte lang bewährt hat?



Eben das ist die andere Perspektive, aus der man den Fall sehr wohl auch sehen kann.

Geändert von Grantel12 (11.12.2008 um 00:25 Uhr).
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  #2 (permalink)  
Alt 10.12.2008, 23:40
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Beiträge: 2
Standard AW: Justin - ein ganz normaler Fall

Und darum geht es - FRÜHerkennung.....
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  #3 (permalink)  
Alt 10.12.2008, 23:42
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Registriert seit: 10.12.2008
Beiträge: 2
Standard AW: Justin - ein ganz normaler Fall

Natürlich tut er mir Leid, aber er muss sich einfach dran gewöhnen, ab und zu verdroschen zu werden und er wird sich auch dran gewöhnen.

Wie kann man sich an körperliche ioder seelische Schädigungen gewöhnen? Man kann es ertragen, weil (anscheinend) keine Hilfe da ist. Aber das ist fatal. Denn da beginnt der Kreislauf!

Bitte lies diese Zeilen noch einmal, die du schreibst!!!!!!!!!!!!

P.S.: Auch ein Hilferuf deinerseits evtl.?

Legasthenie Onlineportal

Geändert von Lega14776 (10.12.2008 um 23:46 Uhr).
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  #4 (permalink)  
Alt 10.12.2008, 23:42
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Beiträge: 23
Standard AW: Justin - ein ganz normaler Fall

habe mir den anfang nur gelesen,und muss sagen das ich geschockt bin,über das,was du am anfang geschrieben hast,hat noch keinem kind geschadet,na dann,was soll mann dazu sagen,brauchte nicht weiter lesen.sage nur schäbige leute die sowas schreiben
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  #5 (permalink)  
Alt 10.12.2008, 23:50
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Registriert seit: 10.12.2008
Beiträge: 85
Standard AW: Justin - ein ganz normaler Fall

Zitat:
Zitat von Lega14776 Beitrag anzeigen

Wie kann man sich an körperliche ioder seelische Schädigungen gewöhnen?]
Man kann es, wenn man es von früh an gewöhnt ist und es nicht anders kennen gelernt hat. Dann gehört die Wucht zum Tagesablauf wie das Frühstück.

Bei mir war das so drin "6 Uhr Frühstück - 15 Uhr Dresche - 19 Uhr Abendessen..."

Justin empfindet die Dresche nicht als Strafe oder Demütigung, sie tut ihm auch nicht sonderlich weh. Er kennts gar nicht anders und denkt, es müsse so sein - hab ich in dem Alter genau so empfunden.

Zur Erziehung trägt Dresche natürlich nicht bei, aber Mutter meint, es wäre eine Strafe.
Das trifft aber auch nicht zu - die tägliche Wucht schadet nichts, nützt auch nichts und ist auch keine Strafe (zumindest nicht in der milden Intensivität, wie es in der Sendung gezeigt wurde) und in dieser Form völlig überflüssig und sinnfrei, gehört aber irgendwie zur Erziehung dazu; siehe Eingangstext.

Geändert von Grantel12 (10.12.2008 um 23:56 Uhr).
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  #6 (permalink)  
Alt 10.12.2008, 23:51
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Registriert seit: 10.12.2008
Beiträge: 7
Standard AW: Justin - ein ganz normaler Fall

das dachte ich mir auch ich bin 7 Jahre geschlagen worden (siehe. Thema Tränen/wie viele kinder noch) und ich leider heute teilweiße noch

so eine meinung kann ich nicht verstehen
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  #7 (permalink)  
Alt 11.12.2008, 08:55
stern.de-User
 
Registriert seit: 04.12.2008
Beiträge: 45
Standard AW: Justin - ein ganz normaler Fall

was du schreibst ist sooo traurig und krank. Wenn du sagst es schadet nicht das geprügelt wird habe ich aber den eindruck du bist schwer traumatisiert.Es schadet immer.
Such dir hilfe so etwas kann man nicht alleine bewältigen.
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  #8 (permalink)  
Alt 11.12.2008, 09:04
stern.de-User
 
Registriert seit: 11.12.2008
Beiträge: 4
Standard AW: Justin - ein ganz normaler Fall

Ist das dein ernst??????????????????????????????????????????
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  #9 (permalink)  
Alt 11.12.2008, 09:47
stern.de-User
 
Registriert seit: 10.12.2008
Beiträge: 5
Standard AW: Justin - ein ganz normaler Fall

Ich bin fassungslos über die Worte die du schreibst.
Ich wurde Jahre lang seelisch missbraucht, nicht geschlagen.
Wurde jahrelang gedemüdigt und niedergemacht. Fünf Jahre alt war ich als es anfing und vor fünf Monaten hat es aufgehört, heute bin ich 21 und gehe zu einem Therapeuten, weil ich einer dieser Menschen bin, die sich nicht einreden, was du dir anscheinend einzureden versuchst. Dieses Verhalten, der Eltern, welche ihre Kinder missbrauchen, hinterlässt Schäden und meistens gehen sie soweit, dass man sich sein halbes Leben lang qäult um mit dem geschehenen klar zu kommen. Man kann keine normale Beziehung zu anderen Menschen haben, weil man immer die Angst hat gedemütigt zu werden.

Das du dich nicht schämst so eine Äusserung hier her zu schreiben.
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  #10 (permalink)  
Alt 11.12.2008, 14:06
stern.de-User
 
Registriert seit: 11.12.2008
Beiträge: 3
Standard AW: Justin - ein ganz normaler Fall

Grantel, Grantel, Grantel!

Ich kenn Dich nicht, und kann nicht beurteilen, was für ein Mensch Du bist! Ich möchte Dich auch nicht angreifen, aber sorry, was Du schreibst, ist Mist!

Ich hab Dein Posting gelesen, und mir ist es übel geworden. Du bist als Kind misshandelt worden, und Du findest das normal! Nö, bei aller Liebe, Menschen, die Kindern so etwas antun sind in meinen Augen Monster!! Kein Kind " Gewöhnt " sich an Schläge. Warum will der kleine denn lieber tot sein? Weil er sich dran gewöhnt hat? Nein, weil er weiss, dass da was total falsch läuft!
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