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News am 27.05.2012
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+++EILMELDUNG+++    Goldene Palme für österreichischen Regisseur Michael Haneke    +++EILMELDUNG+++

Die Goldene Palme des Filmfestivals in Cannes geht in diesem Jahr an den österreichischen Regisseur Michael Haneke für sein Drama "Liebe". Das gab die Jury am Sonntagabend zum Abschluss der 65. Festspiele in der französischen Stadt bekannt.


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  #1 (permalink)  
Alt 13.12.2008, 20:06
stern.de-User
 
Registriert seit: 12.12.2008
Beiträge: 7
Daumen hoch Handeln statt jammern!

Da die vielleicht zu sachlichen Hinweise in meinem ersten Beitrag nicht wirklich angekommen sind, muss ich jetzt wohl etwas konkreter werden!

Wie es scheint gibt es in der Bevölkerung und in diesem Forum drei Gruppen:

1. die Entsetzten, die im Moment lautstark ihr Mitleid für Justin bekunden und wild auf das böse Jugendamt schimpfen (genauso wie sie es wahrscheinlich auch in allen anderen aktuellen Fällen von Misshandlung getan haben…). Dieses Interesse wird wie immer ein paar Wochen anhalten und dann wird man zur Tagesordnung übergehen. Konkret ändern wird sich dadurch auch dieses Mal nichts.

2. die (sorry, und nichts für ungut) etwas zu Gutgläubigen, die Mutter Jutta bemitleiden, weil sie tatsächlich an ihre plötzliche Läuterung zu glauben scheinen und Justin so schnell wie möglich wieder bei ihr sehen möchten. Diese Leute werden sich sehr wundern, wenn von Juttas plötzlich neu entdeckter Liebe, sobald das Medieninteresse etwas abflaut und sie Justin wieder fix bei sich hat, nicht mehr viel zu spüren sein wird. Schickt Justin also ruhig zurück, dann ist für ihn das nächste lebenslange Trauma schon vorprogrammiert.
Ich stimme ja zu, dass Jutta in Wirklichkeit eine arme kranke Frau ist, aber genau das wird sie leider auch in Zukunft bleiben und vorerst, selbst wenn tatsächlich guter Wille besteht, nicht ändern können! Therapien die ihr anerzogenes menschliches Defizit beheben könnten, werden viele Jahre (wenn nicht gar Jahrzehnte) dauern, und Justin und seinen Schwestern wird das daher sicher nichts mehr nützen.

3. die selber Traumatisierten, denen dank ihrer eigenen Erlebnisse jede menschliche Regung (außer Groll) abhanden gekommen ist und die nun ohne zu reflektieren einfach das nachbeten was ihnen als Kind von Eltern und Großeltern eingetrichtert worden ist. Die Folge sind solch unsinnige Aussagen wie: „Das gehört sich so!“, „Das war ja immer schon so, also muss es auch gut sein! „ oder „Das schadet doch niemandem!“.
Ob sie wissen, dass sie selbst der beste Beweis dafür sind, dass es wohl doch schadet, und ob sie das was sie da von sich geben wirklich selbst glauben, ist zu bezweifeln, zumal selbst diese Leute zugeben müssen, die Sinnlosigkeit solchen gewalttätigen elterlichen Verhaltens erkannt zu haben. Eine sinnlose Erziehung kann man aber bei klarem Verstand ganz gewiss nicht als gut oder gar „bewährt“ bezeichnen.
Ich persönlich denke viel eher, dass diese Leute uns mit ihren Provokationen eigentlich nur folgendes sagen wollen: "Mir und vielen anderen Kindern ist es so ergangen, keiner hat damals hingesehen, also ist es jetzt nur gerecht, dass es den heutigen Kindern auch nicht besser ergeht!"
Eine egoistische Einstellung aber psychologisch durchaus nachvollziehbar!

Wie dem auch sei, keine dieser drei Einstellungen scheint hier wirklich hilfreich.

Ich vermisse, wie immer, diejenigen die handeln und die Missstände tatsächlich beheben wollen.

Also Leute, wenn ihr Kindern wie Justin wirklich und sinnvoll helfen wollt, dann macht der Bundesregierung ENDLICH geschlossen klar, dass Kinderschutz ein Thema ist, das die Deutschen auch DAUERHAFT interessiert, macht ihnen klar dass ihr auf neue Kinderschutzeinrichtungen und Präventivmaßnahmen besteht, denn im Augenblick kommt keinerlei Druck von den Wählern und so scheint die Regierung nicht Eindruck nicht zu haben, dass es sich hier um ein für die Bevölkerung wichtiges Thema handelt.
Das ist ja auch nicht besonders verwunderlich, wo das Wort Kinder in der öffentlichen Diskussion doch großteils nur dann fällt, wenn es um Kindergeld, Kinderfreibeträge und Renten geht, und am ehesten noch beim Thema Bildung.
Es kann also nicht wirklich erstaunen, dass es genau und allein diese Punkte sind, die die Bundesregierung in dem Info-Blatt, das ich neulich in den Händen hatte, vorrangig zu behandeln verspricht. Kinderschutz hingegen wird mit keinem Wort erwähnt!
Wenn wir daran etwas ändern wollen, ist es ist also an uns, den Politikern klar zu machen, dass uns nicht nur die finanzielle Seite interessiert. So lange das nicht passiert und die Regierung zu dem Thema keinen Druck von den Wählern bekommt, wird sie auch keinen konkreten Handlungsbedarf sehen und das Thema Kinderschutz weiterhin mit dem Stempel: „UNWICHTIG/EILT NICHT“ versehen.

Dann wette ich, stehen wir in knapp einem Monat wieder hier und beweinen das nächste arme Kind !!!!!!!!
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  #2 (permalink)  
Alt 13.12.2008, 20:15
Benutzerbild von Severitus
stern.de-User
 
Registriert seit: 11.12.2008
Beiträge: 180
Standard AW: Handeln statt jammern!

Ja, man teilt immer gern ein. Wir Menschen brauchen Schubladen, ist oft auch notwendig, um so die Welt zu betrachten. Man könnte bei jedem Thema Einteilungen vornehmen, tun ja viele auch. Ist aber besser mit wissenschaftlichen Methoden (bevor man Menschen in Gruppen einteilt empfielt sich eine qualitative Studie und etwas theoretisches Vorwissen) als wenn einer in so 'nem Forum fröhlich vor sich hin schreibt. Ich kann mich keiner deiner Gruppen zugehörig fühlen, so sollte das nicht sein. Da müssen mehr Aspekte drin sein und drei sind wahrscheinlich zu wenig, Standard sind vier.

Ach, die Hobby-Soziologen
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  #3 (permalink)  
Alt 13.12.2008, 21:25
stern.de-User
 
Registriert seit: 08.12.2008
Ort: Viersen
Beiträge: 66
Standard AW: Handeln statt jammern!

Diese Studie die Du erwähnst, findet man zuhauf im großen WWW. gebt doch ein fach mal bei Google gewisse Begriffe wie Kindesmisshandlung, Häusliche Gewalt ein, Ihr werdet erstaunt sein, wieviele Studien es gibt.
Um sich Kenntnisse an zu eigenen sind diese Seiten zum Teil auch gut geeignet.

Doch was nutzen alle diese Kenntnisse, denn dies sind ja nur Zahlen und Buchstaben auf einem Papier. Es bewegt sich aber trotzdem nichts.

Leider hat Ella recht, das Thema Justin ist bald aus diskutiert, nur wenige werden überhaupt noch dran denken. Aber hat sich was geändert? Werden jetzt weniger Kinder misshandelt? Nein, immer noch herrscht in jeder vierten Familie Gewalt, immer noch werden Kinder Zeugen von häuslicher Gewalt, oder sind selber von Misshandlungen und noch schlimmer Missbrauch betroffen.

Und leider wird keiner dem Aufruf von Ella folgen, der Regierung Druck zu machen. Denn dazu müsste man den Mut haben gegen die Obrigkeit auf zu stehen, deren Gesetze und Machenschaften zu hinterfragen.

Dabei steht schon im Grundgesetz die Würde des Menschen ist unantastbar. Doch vielleicht sind Kinder ja im Sinne dieses Gesetzes keine Menschen? Sie sind ja noch nicht wahlberechtigt, können den Politikern nichts nutzen, warum sollten diese denn dann den Kindern nutzen?

Ich weiß das dies jetzt sehr provokant war. Aber es scheint in deutschland zumindest traurige Realität zu sein, in keinem anderen europäischen Land haben die Kinder eine so schlechte Lobby wie hier.
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  #4 (permalink)  
Alt 14.12.2008, 00:12
stern.de-User
 
Registriert seit: 12.12.2008
Beiträge: 7
Standard AW: Handeln statt jammern!

Liebe/r Severitus, danke für Deinen sicher gut gemeinten Hinweis auf qualitative Studien. Leider kenne ich diese aber schon viel zu lange und viel zu gut…
Meine zugegeben etwas provokative Einteilung in Gruppen (der Eindruck entstand mir heute spontan beim Lesen der ins Forum gesellten Beitrage und ich konnte es mir nicht verkneifen…. sorry… schuldig!....) war unglücklicherweise der eher unwichtige Teil meines Themas…
Schade, dass Du nicht weiter gelesen hast, sonst hättest Du gemerkt, dass ich durchaus auch noch eine vierte Möglichkeit offenlasse und dass es mir bei dem Beitrag nicht vorrangig um eine Einteilung in Schubladen ging…

Liebe Acgarebe, Du sprichst mir aus der Seele… Habe gerade auf der Yahoo!-Startseite vom Tod des nächsten Kindes gelesen…
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  #5 (permalink)  
Alt 14.12.2008, 06:08
stern.de-User
 
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Ort: Viersen
Beiträge: 66
Standard AW: Handeln statt jammern!

Stuttgart (AP) Wegen Überforderung hat eine 33-jährige Mutter in Stuttgart ihre vierjährige Tochter mit einem Stoß in den Neckar getötet. Die Polizei barg am Freitagabend die Leiche des kleinen Mädchens, die ein Schleusenwärter gegen 17.50 Uhr an der Schleuse im Stadtteil Untertürkheim entdeckt hatte. Gegen Mitternacht stellte sich die Mutter des Kindes der Polizei und gab an, ihre Tochter getötet zu haben, wie die Polizei am Samstag mitteilte. Gegen die Frau wurde Haftbefehl wegen Mordes erlassen.
Als Motiv für ihre Verzweiflungstat gab die verheiratete 33-Jährige, die in geregelten Verhältnissen mit ihrer Familie in Stuttgart lebt, unter anderem an, dass sie seit der Geburt des Kindes mit der Erziehung überfordert gewesen sei, wie die Polizei mitteilte. Sie habe das Kind von der Untertürkheimer Brücke in den Neckar gestoßen. Die Vierjährige war das einzige Kind der Frau. Nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen gibt es laut Polizei keinerlei Hinweise auf vorausgegangene Misshandlungen des Mädchens. Die Familie wird psychologisch betreut.Die 33-Jährige wurde dem Haftrichter vorgeführt, der Haftbefehl erließ. Die Obduktion des Mädchens sollte voraussichtlich am Montag stattfinden.

Ella welchen Artikel meinst Du? Den oben oder den hier?

Köln (AP) Ein am Freitag in einer Kölner Entsorgungsfirma tot aufgefundenes Baby ist offenbar getötet worden. Es gebe Hinweise auf äußere Gewalteinwirkung, teilten Staatsanwaltschaft und Polizei Köln am Samstag nach einem ersten Obduktionsergebnis mit. Um die Hinweise auf ein Tötungsdelikt zu verifizieren, führt die Gerichtsmedizin weitere Untersuchungen durch. Ein Mitarbeiter einer Kölner Entsorgungsfirma hatte die Leiche des kleinen Jungen am Freitag in einer Tüte gefunden.
Zur Aufklärung des Falls wurde eine Mordkommission eingerichtet. Eine nicht fachgerecht abgetrennte Nabelschnur weise darauf hin, dass das Baby ohne medizinische Hilfe zur Welt gebracht worden sei, hieß es.Der Mitarbeiter der Entsorgungsfirma hatte am Freitagnachmittag eine Papierladung auf Fremdstoffe überprüft und dabei eine Tüte entdeckt, die er zunächst zur Seite warf. Erst beim Aufprall hatte er die Leiche des kleinen Jungen bemerkt. Die Ermittlungen rund um den Fundort laufen auf Hochtouren. Allerdings ist es laut Ermittlern schwierig, den Ort einzugrenzen, von dem die fragliche Papierladung stammt.
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  #6 (permalink)  
Alt 14.12.2008, 08:13
Benutzerbild von Severitus
stern.de-User
 
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Beiträge: 180
Standard AW: Handeln statt jammern!

Ja, wir wissen doch alle, daß wir mehr für den Kinderschutz tun müssen. Das steht außer Frage. Nur hast du in deiner Aufzählung die vergessen, die das schon tun.

Bei dem Fall des vierjährigen Mädchens gestern hätte keiner helfen können. Es gab keine Anzeichen für Mißhandlung, die Mutter war verheiratet und kam aus geregelten Verhältnissen. Sieht nach postpartaler Psychose aus oder sowas...
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  #7 (permalink)  
Alt 14.12.2008, 08:40
stern.de-User
 
Registriert seit: 30.09.2008
Ort: NRW
Beiträge: 1.155
Standard AW: Handeln statt jammern!

Zitat:
Zitat von Severitus Beitrag anzeigen
Ja, man teilt immer gern ein. Wir Menschen brauchen Schubladen, ist oft auch notwendig, um so die Welt zu betrachten.
Einteilung ist eine Ordnung. Ohne Ordnung funktioniert nichts. Allerdings kann eine Einteilung auch übertrieben werden.
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  #8 (permalink)  
Alt 14.12.2008, 08:49
Benutzerbild von Severitus
stern.de-User
 
Registriert seit: 11.12.2008
Beiträge: 180
Standard AW: Handeln statt jammern!

Zitat:
Zitat von chrasH Beitrag anzeigen
Einteilung ist eine Ordnung. Ohne Ordnung funktioniert nichts. Allerdings kann eine Einteilung auch übertrieben werden.
Oder fehlerhaft und unüberlegt. Ansonsten stimme ich dir zu.
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  #9 (permalink)  
Alt 14.12.2008, 13:58
stern.de-User
 
Registriert seit: 12.12.2008
Beiträge: 7
Standard AW: Handeln statt jammern!

CrashH hat es verstanden. Die Einteilung war übertrieben und zwar mit Absicht!

Wollte damit endlich die „4.Gruppe“ aus der Reserve locken, nämlich genau diejenigen, die wirklich etwas tun wollen und auch tun (eine Stimme, die ich aus den gelesenen Beiträgen bisher leider noch nicht allzu laut und deutlich heraushören konnte…).
Habe übrigens auch geschrieben, dass es genau diese Stimmen sind, die ich sowohl hier, als auch in der Gesellschaft suche und leider sehr oft vermisse… ist aber wohl überlesen worden…

Ich hoffe dennoch der „Trick“ hat funktioniert und diese Leute werden jetzt etwas lauter!!!

Unsere Diskussion Severitus, ist da zwar nicht ganz das, was ich mir erhofft hatte, sie ist aber irgendwie auch schon ein kleiner Erfolg!

Acgarebe, ich meinte den Artikel über das Mädchen aus Stuttgart. Wieder will keiner etwas gewusst haben. Dabei steht in dem Artikel doch wörtlich, dass die Frau seit der Geburt des Kindes mit der Erziehung überfordert war. Das Mädchen war 4 Jahre alt!!!! Wieso weiß man jetzt von dieser langjährigen Überforderung, wenn vorher keiner etwas bemerkt haben will?
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  #10 (permalink)  
Alt 14.12.2008, 19:16
stern.de-User
 
Registriert seit: 08.12.2008
Ort: Viersen
Beiträge: 66
Daumen runter AW: Handeln statt jammern!

ist doch klar weil die frau im gegensatz zu jutta in geregelten verhältnissen gelebt hat. was auch immer dies in unserer gesellschaft heißt.
aber wenn jemand verheiratet, ist, wenigstens einer einen job, dann ist dort alles in ordnung, und man muss nicht genau hin sehen.

denn kindesmisshandlung und gewalt kommt ja nur in den unteren schichten vor.

ach mann ich könnte nur noch heulen wenn ich diese artikel lese
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