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Der letzte Sommer mit der ersten großen Liebe

Sie kennen sich, seit sie ganz klein sind, spielen jeden Tag miteinander und plötzlich heißt es, Roos und ihre Familie werden umziehen. Dops Vater sorgt dafür, dass sich die beiden an ihren letzten Sommer immer erinnern werden.

Dop und Roos spielen im Sand

Zwischen Dop, 4, und Roos, 5, reicht ein Blickwechsel und sie wissen, was der andere denkt. Den letzten Sommer in der gleichen Stadt hat Dops Vater für die beiden dokumentiert, denn er weiß, Roos wird die erste große Liebe seines Sohnes gewesen sein.

Sie kennen sich ihr Leben lang, sind beste Freunde, nur ein Häuserblock trennt sie voneinander: Dop, 4, und Roos, 5. Plötzlich heißt es, Ende des Sommers wird Roos in eine andere Stadt ziehen. Als der Niederländer Martijn van Oers die Neuigkeit von Roos' Mutter erfuhr, wusste er, was sie für seinen Sohn bedeuten würde. Also beschloss er, die beiden Kinder in der ihnen verbleibenden Zeit zu begleiten und ihre Freundschaft, ihr Spiel, durch Fotos zu dokumentieren. Damit sich die Kinder benahmen wie immer, versteckte er sich für die Aufnahmen hinter Autos oder Bäumen und verwendete ein Teleobjektiv. 

Natürlich haben die beidenr den heimlichen Fotografen nach ein paar Tagen bemerkt und angefangen, sich vor ihm zu verstecken – als Teil ihres Spiels: Sie duckten sich hinter Steine oder machten Jagd auf ihn, mit Wasserpistolen. Doch das Interesse an Dops Papa nahm schnell wieder ab, van Oers wurde irgendwann von den Kindern gar nicht mehr beachtet. "In rund 80 Prozent der Zeit war es für die Kinder okay, dass ich da war. Sie haben sich daran gewöhnt, dass ich um sie herum schwirrte und Fotos machte", erzählt er in einem Radiointerview. "Nur an einem Tag hatten sie ein Problem damit und lachten: 'Da ist er wieder! Geh weg!' Aber 20 Minuten später hatten sie mich schon wieder vergessen."

Eine Erinnerung für die Ewigkeit

Martijn van Oers' Absicht war es, den Kindern mit dieser Fotoserie eine Erinnerung an ihre großartige Freundschaft zu hinterlassen. Im Sommer 2014, als die Bilder entstanden, hatte van Oers seit etwa acht Jahren Erfahrung mit der Fotografie und war ein großer Fan, so erschien es ihm die naheliegendste Idee, Erinnerungen auf diese Weise festzuhalten. Weil seine Bilder derart brillant sind, wurde van Oers gefragt, ob er nicht Fotograf werden wolle. Doch seine bescheidene Antwort enthält eine andere Begründung für die ausgezeichnete Qualität: "Ich glaube, es liegt daran, dass ich meinen Sohn und seine Freundin fotografiert habe und wirklich nah dran war. Ich kenne keine anderen Eltern, die ihren Kindern tagelang gefolgt sind und so intensiv ihr Spiel mit Freunden beobachtet haben. Es begann als ein Spaßprojekt mit einigen Schnappschüssen, doch das hat sich relativ schnell verändert. Es wurde wie ein Hobby und transformierte sich, als würde ich selbst wieder meine Kindheit erleben – Pusteblumen pusten oder einen Freund mit Sand bewerfen. Und ich glaube, ich könnte so etwas nicht mit Kindern wiederholen, die ich nicht kenne."

Van Oers hält die Beziehung seines Sohnes zu Roos für dessen erste große Liebe und hofft, dass ihm die Fotos später immer wieder ein Lächeln ins Gesicht zaubern werden, wenn er sie betrachtet. "In zehn oder 15 Jahren wird er mir zustimmen: Roos war meine erste große Liebe", so Dops Vater. Etwa alle vier Wochen steht der Junge jetzt schon am Schreibtisch des Vaters und fragt, ob er "den Film" sehen dürfe. Van Oers hat für Dop eine Slideshow zusammengestellt und mit einem Song hinterlegt. Und alle vier bis fünf Monate sorgen die Eltern der beiden dafür, dass die Freunde sich wiedersehen. "Dann ist es jedes Mal so, als hätten sie gestern noch zusammen gespielt, wären schlafen gegangen, wieder aufgewacht und würden einfach weiterspielen", erzählt der begeisterte Vater. Er hat den beiden eine Facebook-Seite gewidmet. ♥♥♥

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