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Wie Männer lernen, Frauen rumzukriegen

Mit der MTV-Show "Pick Up Artist" ist die amerikanische Welle der Verführungskunst nach Deutschland geschwappt. Verführung, das ist in den USA keine Kunst, sondern pure Technik. Einer, der sie beherrscht ist Steve Piccus, der nun auch deutschen Männern zeigen will, wie's geht.

Von Johanna Kutsche

Das Objekt der Begierde fest im Blick: Die deutschen Männer brauchen Nachhilfe in Sachen Verführung

Das Objekt der Begierde fest im Blick: Die deutschen Männer brauchen Nachhilfe in Sachen Verführung

Männer scheinen sie ganz schön nötig zu haben dieser Tage: Nachhilfe in Sachen Frau. Gut, das Geheimrezept, um als unscheinbarer Mann die schicksten Frauen dieser Welt abzukriegen, wird schon länger gesucht. Verführung als Kunst, das ist auch nicht neu. Casanova hat es vorgemacht. Und doch staunte Fernseh-Deutschland nicht schlecht, als MTV Anfang des Jahres die Show "Pick Up Artist" ausstrahlte. Und dort verpeilten Nerds beibrachte, vor Frauen weder wegzulaufen noch zu stottern. Pick Up Artists nennen sich Männer, die ihr Leben dem Ziel widmen, möglichst viele Frauen aufzureißen. Sie vernetzen sich im Internet, treffen sich auf Marktplätzen und tüfteln Strategien aus, um bei ihren Auserwählten zu landen. Klingt nicht nur martialisch, sondern ist es auch.

Maskerade als Teil der Strategie

Denn den Pick Up Artists geht es darum, eine Frau zu fixieren und mithilfe von allerhand Strategien flachzulegen. Fast mahnend heißt es auf der Website "seductionbase.com", dass auch Strategien erlernt werden müssten, um Frauen zu halten. Und zu befriedigen.

Ein Guru der Verführer, Steve Piccus, geht im Juli auf Deutschlandtour. 800 Euro kostet es, ihm und seiner Crew beim Philosophieren über Verführungsstrategien zuzuhören. Dabei sieht der Mann eher wie ein Cowboy denn wie ein feuriger Liebhaber aus. Piccus, der eine DVD mit dem bezeichnenden Namen "White Tiger Tantra: Make your woman cum hard" vertreibt, trägt Zottelhaare und Hut. Man würde nicht zu weit gehen, wenn man ihn eher als Ab- denn als Antörner bezeichnet. Die Maskerade aber ist Teil der Strategie: Außergewöhnlich soll der geneigte Pick Up Artist sein. Ob hübsch oder hässlich, mit den Pick-Up-Strategien ist das völlig irrelevant.

Zur erfolgreichen Eroberung einer Frau gehören nach Ansicht der Pick Up Artists drei Phasen: Auf die Phase des Opening (die Frau ansprechen, ihr Interesse wecken) folgt die Phase des Komfort (ein interessantes Gespräch aufbauen und halten), der krönende Abschluss ist die Verführung.

Eigentlich einfach. Etwas mysteriöser sehen die Verführungsstrategien bei Steve Piccus aus. Das größte Hindernis auf dem Weg zum Verführer sind seiner Meinung nach immer noch die Männer selbst. Ihnen fehle Selbstbewusstsein, sie sind innerlich blockiert. Und alle unsicheren Gedanken, ist sich der Meister sicher, werden unbewusst dem anderen Geschlecht signalisiert. Das andere Geschlecht wiederum will starke Männer, lautet die Theorie der Pick Up Artists.

Verführer dank Hypnose

"Awakening your inner game" heißt das Programm von Steve Piccus, in dem die Verführer in spe lernen, stark zu sein. Piccus setzt auf Hypnosetechniken, Elemente aus Psychologie und Mystik. Die Teilnehmer lernen zum Beispiel, die Angst vor Zurückweisung zu neutralisieren. Oder die negativen inneren Stimmen zu beschwichtigen. Sich gut dabei zu fühlen, Sexualität mit Frauen auszudrücken, gehört natürlich auch dazu.

Ob das Konzept wirklich aufgeht? Auf den Webseiten der Pick Up Artists tummeln sich zumindest viele Frauen, die angeblich verführt worden sind.

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