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27. Juni 2001, 11:58 Uhr

Biennale Venedig

So spannend war sie schon lange nicht mehr: Auf dem schönsten Ausstellungsgelände der Welt präsentiert sich zeitgenössische Kunst diesen Sommer in spektakulären Pavillons, pittoresken Werfthallen und unter freiem Himmel von ihrer aufregendsten Seite

Leinensäcke mit Nelken, Curry und Pfeffergefüllt, verbreiten betörende Düfte

Von Anja Lösel

Zauberhafte Gärten, extravagante Pavillons, uralte Werfthallen an der Lagune: Die Biennale von Venedig hat ohne Zweifel das schönste Ausstellungsgelände der Welt ? und das seit über 100 Jahren. Die Kunst geriet vor dieser grandiosen Kulisse schon mal ins Hintertreffen. Diesen Sommer allerdings übertrifft die Biennale sich selbst. So aufregend, eigenwillig und anregend war Kunst schon lange nicht mehr.

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Zu verdanken hat sie das dem Schweizer Ausstellungsmacher Harald Szeemann. Der möbelte die alte Dame Biennale ordentlich auf, verpasste ihr ein Facelifting und eine Frischzellenkur ? und verblüfft nun mit der spannendsten Schau des neuen Jahrtausends. Einziger Nachteil: Es gibt so viel zu sehen, dass ein Tag zur Besichtigung nicht ausreicht.

Schon am Eingang zu den Giardini, den schattigen Gärten an der östlichen Spitze der Stadt, locken Gaukler, Performance-Künstler und allerhand schräg Kostümierte die Besucher. Silbern gewandete Artisten stolzieren auf Stelzen umher, ein japanischer Techno-Selbstdarsteller zeigt sich jeden Tag in einem neuen Kostüm, eine fette amerikanische Sex-Workerin fordert lautstark mehr Rechte für Prostituierte.

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