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Das Mysterium der Frauen auf Bäumen

Zwischen 1920 und 1950 sind ungewöhnlich viele Frauen auf Bäume geklettert und haben sich dort ablichten lassen. Das entdeckte ein begeisterter Sammler auf seinen Streifzügen über deutsche Flohmärkte. Nun wurden seine Schätze in einem Bildband veröffentlicht.

Die erste Frau auf einem Baum hielt er noch für einen Zufall. Ein netter Schnappschuss und ein interessantes, aber bestimmt rein zufälliges Motiv. Doch dann entdeckte Jochen Raiß auf seinen Beutezügen über deutsche Flohmärkte immer wieder Fotografien von Frauen, die auf Bäumen saßen. 25 Jahre später umfasst seine Sammlung mehr als 100 Bilder.

Die historischen Amateuraufnahmen sind nun in einem erschienen. Warum das Motiv der Frau im Baum einmal so verbreitet war, ist nicht bekannt. Doch es sind faszinierende Fotografien, die viel über ihre Protagonistinnen verraten.

Entstanden sind die Bilder zwischen 1920 und 1950. Die Fotografinnen und Fotografen der Aufnahmen sind allesamt unbekannt, Orte und Umstände ebenfalls. Manchmal ist eine Jahreszahl auf der Rückseite der Bilder notiert, manchmal auch ein Vorname, meistens steht da aber nichts. Das lässt viel Raum für Geschichten, die im Kopf entstehen können. Über die Freiheit, die sich im Gesicht der Frauen spiegelt. Über ihr Leben, wie sie geliebt, gelacht und gelitten haben. Und natürlich immer wieder die Frage, wie die Damen es trotz hoher Absätze, empfindlicher Seidenstrümpfe und feiner Kleider unbeschadet auf die Bäume geschafft haben.


nasir/vim

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