5. Februar 2013, 10:57 Uhr

Was vom Traum vom Glück übrig blieb

Münzen, ein Foto, ein Kamm oder ein Armband. Manchmal ist das alles, was von ihnen bleibt. Für viele endet die illegale Einreise in die USA tödlich. Doch der Strom der Glücksuchenden reißt nicht ab. Von Stefanie Schütten

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Mindestens 150 Menschen sterben seit 2001 Jahr für Jahr beim Versuch, die mexikanisch-amerikanischen Grenze illegal zu überwinden. Die meisten gescheiterten "border crossers" (Grenzgänger) stammen aus Mexiko oder anderen Staaten Lateinamerikas. Eine illegale Grenzüberquerung ist gefährlich. Doch auf legalem Weg hätten diese Menschen wohl niemals eine Einreiseerlaubnis in die USA bekommen. Am Ende war ihre Hoffnung auf eine bessere Zukunft größer als ihre Angst.

Wie viele Einwanderer es jedes Jahr über die Grenze schaffen, kann niemand genau sagen. Schätzungen zufolge leben in den USA zurzeit elf Millionen Menschen ohne gültige Papiere. Jonathan Hollingworths neuer Bildband erzählt von denjenigen, die es nicht schafften. "Die Bilder zeigen, wie verzweifelt die Menschen waren, die alles hinter sich ließen um ein neues Leben zu beginnen", sagt der Fotograf. "Meine Arbeit soll dazu beitragen, das Thema Immigration in die USA menschlicher zu machen."

Für den Bildband "Left Behind" (112 Seiten, gebunden, ISBN: 978-1-907893-25-4) besuchte der Dokumentarfotograf eine Woche lang das Kriminaltechnische Zentrum in Tucson, Arizona. Dort werden die sterblichen Überreste der gescheiterten Grenzgänger untersucht, aufbewahrt und – wenn möglich – identifiziert.

Viele seiner Fotos zeigen Gegenstände, die bei den Toten gefunden wurden: Münzen, Pässe, Armbänder und manchmal Zettel mit Adressen oder Telefonnummern. In den abgelegenen Gegenden der Sonoran-Wüste bleiben die Toten manchmal jahrelang unentdeckt. In solchen Fällen ist die Identifikation schwierig. Einige von ihnen werden wohl ewig unbekannt bleiben. Auf sie möchte Hollingworth die Aufmerksamkeit lenken: "Im Wesentlichen ist dieses Buch ein Andenken an all die Menschen, die alleine und ohne jede Gedenkfeier starben."

 
 
 
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