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Tierische Streetart: Wenn aus Schrott neues Leben entsteht

Sie sind Schönheit und Warnung zugleich: Ein portugiesischer Straßenkünstler haucht Schrott neues Leben ein - und verwandelt ihn in farbenfrohe Tierplastiken. Oft sind es diese menschlichen Abfälle, die die größte Bedrohung für die Tierarten darstellen.

Grüner Leguan

Ein Grüner Leguan aus Abfällen ziert diese Hauswand. Der Lebensraum der Tiere erstreckt sich über weite Teile Zentral- und Südamerikas. Besonders die Zerstörung von Regenwäldern in ihrem Lebensraum wird für die Art zunehmend zur Bedrohung.

Die Menschheit produziert schier unglaubliche Mengen . Laut dem Wissenschaftsmagazin "Nature" wurden schon im Jahr 2010 täglich 3,5 Millionen Tonnen Abfall auf der Erde produziert. Die Prognosen für die Zukunft sind erschreckend: Demnach könnte bis ins Jahr 2100 die tägliche Müllproduktion auf bis zu elf Millionen Tonnen steigen. Oft sind es die Tiere, die unter den menschlichen Abfallmassen am meisten leiden. Ob im Meer oder an Land, immer wieder ersticken Tiere an Plastikmüll oder sterben zu Tausenden durch Verschmutzung bei Industrieunfällen.

Um vor den gravierenden Folgen für die Tierwelt zur warnen, erschafft der Straßenkünstler Bordalo II (Artur Bordalo) Tierplastiken aus gesammeltem Müll. Die meisten Abfälle sammelt er in industriellen Brachgebieten oder verlassenen Fabriken. Kaputte Stoßstangen, alte Mülltonnen oder Reifen erhalten so eine zweite Existenz als Kunstobjekte.

Diese platziert er oft an Hauswänden oder anderen Objekten und haucht ihnen mit einem farbenfrohen Anstrich Leben ein. Das Ergebnis sind beeindruckende Beispiele für Streetart - vom Leguan bis zur Raupe an der Hauswand. Begonnen hat seine Laufbahn in Portugal, mittlerweile führen ihn seine Reisen um die Welt, bis nach Estland oder in die USA. 

amt
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