Das Leben, wie es war

Die Motive von Diane Arbus sind vom Leben und der Gesellschaft gezeichnet. Die schnörkellose Realität des New York der 1960er Jahre ist derzeit in Berlin ausgestellt.

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Schockieren war ihr wichtigstes Stilmittel, die ungeschönte Darstellung der Wirklichkeit ihr Geheimnis: Diane Arbus hatte die Gabe, Vertrautes durch ihre besondere Inszenierung der Bilder völlig fremd wirken zu lassen. Der Betrachter ihrer Fotografien kann stattdessen etwas Bekanntes im Exotischen entdecken. Die Künstlerin hegte aber nicht nur eine Leidenschaft für die Fotografie, sondern auch für New York. Die meisten Motive fand Arbus in "ihrer" Stadt, es waren gegensätzliche Einblicke in die Metropole, die sie dem Betrachter gewährte. 1923 in New York geboren - ihre Familie besaß ein Modekaufhaus auf der Fifth Avenue -, machte sie sich Mitte der 1940er als Modefotografin selbstständig und wandte sich Ende der 1950er der Magazinfotografie zu. Sie litt an Depressionen und nahm sich 1971 das Leben.

Als Werkzeug der zeitgenössischen Kunst bediente sie sich vor allem der Portraitfotografie. Ob in der Gruppe oder einzeln, der Mensch stand dabei zumeist im Mittelpunkt des Geschehens. Paare, Kinder, Nudisten, Prominente, der Nachbar oder wie auf diesem Bild von 1966 ein Transvestit mit Lockenwicklern - Arbus zeigte Fakten auf eine unverkennbare Art. Mit dieser Technik bannte sie ein Sinnbild menschlicher Erfahrung, ein Abbild gesellschaftlicher Beziehungen und den Identitätsverlust der Großstadtbewohner auf die Leinwand. Sie beherrschte die Gratwanderung zwischen Inszenierung und Realität, das gab ihren Fotografien das gewisse Etwas.

Der Martin Gropius Bau in Berlin zeigt nun eine Auswahl der Werke der Künstlerin von über 200 Fotografien inklusive einiger bisher unveröffentlichter Werke.

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