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Die Poesie des Elends - 40 Jahre Bilder aus Afghanistan

Der Fotograf Steve McCurry bereist seit 40 Jahren Afghanistan - das Land am Hindukusch ist seine große Liebe und seine Leidenschaft. In den Bildern der Menschen spiegeln sich die Schönheit, Rauheit und Grausamkeit des zerrissenen Landes.

Afghanistan Steve McCurry

Fluss Kunar, 1980

In dem opulenten Band "" versammelt der US-Fotograf Steve McCurry Fotografien aus 40 Jahren - so lange schon bereist er das Land, immer wieder angezogen von der rauhen Schönheit des Landes und seiner Menschen. Er fotografierte die Mudschahedin im Kampf gegen die sowjetischen Besatzungtruppen (noch in schwarz-weiß), bereiste das Land während des grausamen Bürgerkrieges in den neunziger Jahren und porträtierte die Menschen unter der Herrschaft der Taliban. Zuletzt war er im Jahr 2016 dort und dokumentierte, wie sich Afghanistan seit der islamistischen Tyrannei verändert hat. 

Die Bilder sind meist Porträts. Sie zeigen stolze, würdevolle Menschen, aber auch grausame Szenen von Tod und Leid. Sein berühmtestes Bild ist das Porträt eines afghanischen Mädchens, das McCurry 1984 in einem pakistanischen Flüchtlingslager entdeckte. Die Gleichzeitigkeit von Schönheit und Horror, die McCurry mit seiner Kamera einfängt, verharmlost das Leiden nicht - im Gegenteil, "es braucht diese Poesie, die das Elend erst vermittelt", sagte McCurry in einem Interview mit "Spiegel online"

"Am schonungslosesten ist McCurrys Kamera, wenn er die allgegenwärtige Gewalt dokumentiert", schreibt William Dalrymple im Nachwort des Bandes". Doch inmitten der Gewalt gibt es immer wieder Hoffnung, wenn zum Beispiel Rosen aus Geschosshülsen wachsen oder ein junger Mann Orangen auf der Motorhaube eines verrosteten Autowracks verkauft - die Bilderfülle McCurrys ist einfach überwältigend, dass man sich gar nicht satt sehen kann. 

tis

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