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Die postapokalyptische Welt von Fukushima

Die Katastrophe von Fukushima gilt nach Tschernobyl als das zweitschlimmste Atomunglück der Geschichte. Der Fotograf Kosuke Okahara zeichnet mit seinen Aufnahmen das Bild einer vergessenen Welt, in der trotz hoher Strahlenbelastung immer noch Menschen leben.

  Früher gingen Menschen hier im Meer schwimmen. Heute ist die Strahlenbelastung zu hoch. Noch immer fließt radioaktives Abwasser aus dem havarierten Atomkraftwerk in den Pazifik. Die japanische Fischereibehörde warnt vor dem Verzehr von Fischen aus der Region.

Früher gingen Menschen hier im Meer schwimmen. Heute ist die Strahlenbelastung zu hoch. Noch immer fließt radioaktives Abwasser aus dem havarierten Atomkraftwerk in den Pazifik. Die japanische Fischereibehörde warnt vor dem Verzehr von Fischen aus der Region.

Fünf Jahre ist es her, seit dem verheerenden Tohoku-Erdbeben und dem darauffolgenden Tsunami, der die Nuklearkatastrophe am Atomkraftwerk Fukushima Daiichi auslöste. Bis heute leidet die Präfektur Fukushima an den Spätfolgen des Desasters: Obwohl die örtliche Bevölkerung nach dem Unglück zügig in andere Regionen der Präfektur gebracht wurde, sind Langzeitfolgen durch Strahlenbelastung nicht auszuschließen. Nach der Katastrophe hatte die japanische Regierung die Region im Umkreis von 20 Kilometern um das Atomkraftwerk Fukushima zum Sperrgebiet erklärt. Personen, die zwischen 20 und 30 Kilometer vom Unglücks-Ort entfernt lebten, wurde ebenfalls dringend empfohlen, das Gebiet zu räumen. Doch innerhalb dieser Zone leben bis heute Menschen.

Dies hat mehrere Gründe. Zum einen sind die Folgen der erhöhten Strahlenbelastung langfristiger Natur - besonders ältere Menschen stehen daher einem Umzug in eine völlig neue Gegend skeptisch gegenüber. Zudem haben viele die Befürchtung, dass etwaige Schadenersatzforderungen nach einem Umzug hinfällig werden. Ein Großteil hat außerdem sein ganzes Leben in Fukushima verbracht und fühlt sich mit der Region stark verbunden. Nicht zuletzt spielen auch finanzielle Gründe eine Rolle - schließlich ist ein Neustart in einem anderen Teil Japans auch mit hohen Kosten verbunden.

Der preisgekrönte Fotograf Kosuke Okahara ist seit dem Tsunami viele Male in die betroffene Region gereist, um das Leben der Menschen vor Ort zu dokumentieren. In weiten Teilen der betroffenen Gebiete ist der Ausnahmezustand zur Normalität geworden – häufig erinnert die Szenerie an eine postapokalyptische Welt. Die jahrelange Dokumentation Okaharas in der Region um das havarierte Atomkraftwerk gehört wohl zu den detailreichsten Chroniken des Unglücks. In seinem neuen Buch führt Okahara den Leser in eine surreal-wirkende Welt, in der die Zeit still zu stehen scheint. Für den Fotografen repräsentiert die Abbildung langsamer und statischer Objekte die geringe Geschwindigkeit, in der sich die Strahlung in der Region abbaut. Die stern-Fotostrecke ermöglicht einen faszinierenden Einblick in eine Welt, die von vielen vergessen wurde. 

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