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Wenn die Welt uns in die Knie zwingt

Der italienische Fotograf Sandro Giordano inszeniert Menschen, die in den verschiedensten Situationen hinfallen. Eben noch schwer beschäftigt, steht ihre Welt auf einmal Kopf. Es sind Bilder, die furchtbar absurd sind - und doch gar nicht so realitätsfern.

Diese Nonne ist ganz offensichtlich aus ihrem Kloster ausgebrochen. An einem Bettlaken hat sie sich abgeseilt, das aufgehobelte Gitterfenster hält sie noch in der Hand. Selbst die Metallkugel an ihrem Bein konnte sie nicht davon abhalten. Doch ihr Weg ist hier vorbei

Ob beim Streichen, Kellnern oder bei SM-Spielen: Die Menschen, die der italienische Fotograf Sandro Giordano zeigt, sind in keiner Situation sicher. Im Alltag, aber auch in absurden Momenten, fallen sie plötzlich einfach hin. Sie liegen dann da, mit dem Gesicht zur Erde, völlig unbeholfen. Eben noch vertieft in eine Beschäftigung, sind sie auf einmal maßlos überfordert.

All das beinhaltet die Fotoreihe "In Extremis - Bodies With No Regret", die Giordano auf Instagram präsentiert. "Meine Fotografien sind Kurzgeschichten über eine Welt, die niederfällt", sagt er. Die Menschen, die er zeige, versuchten gar nicht erst, sich zu retten. "Sie sind nicht imstande, da das alltägliche Leben sie ermüdet hat."

Der Fall sei ihr absoluter Tiefpunkt, sagt Giordano über seine Charaktere. "Sie haben eine Grenze erreicht, über die ihre falsche Identität nicht hinausgehen kann." Die Menschen retten nicht sich selbst, sondern einen Gebrauchsgegenstand, den sie am Boden schließlich in der Hand halten. Das symbolisiere die Scheinwelt, in der sie leben, sagt Giordano. Ihr geschundener Körper dagegen zeige die Wahrheit.

kis
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