Bretterbuden mit Solaranlage

Für ein einfaches, nicht kommerzielles Leben zogen dreißig Menschen in eine Wagenburg. Sie leben aus den Müllcontainern der Supermärkte, erzeugen eigenen Strom und schicken ihre Kinder zur Schule. Von Verena Kuhlmann

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Bunt zusammengewürfelte Möbel in umgebauten Bretterhäuschen und Bauwagen, Fenster ohne Glas und Strom von eigenen kleinen Windrädern und Solaranlagen: In Lüneburg steht der erste Bauwagenplatz Deutschlands, der offiziell genehmigt wurde. Die Bewohner der Wagenburg Fango haben eine Lizenz für experimentelles Wohnen und bilden mit dem Camping-Feeling ein umweltfreundliches Gegenmodell zum herkömmlichen Heim.

"Letztlich kam der Wunsch einiger Lüneburger auf, in einer solchen Form zu wohnen. Diese Möglichkeit wollten wir ihnen geben, zumal wir durch die Universität eine sehr junge und moderne Stadt sind", erklärt Lüneburgs Pressesprecher Daniel Steinmeier. Deshalb wurde 2010 ein Gelände neben dem Sportplatz an die Strom- und Wasserversorgung sowie an das Abwassersystem angeschlossen. Seitdem leben dort 30 Bewohner gemeinsam ohne moderne Technologien und fernab vom Wohlstand.

Am Anfang gab es noch Berührungsängste zwischen den alternativen Wagenbesitzern und den Lüneburgern aus der Stadt. "Etwas so Neues wird immer erst einmal kritisch beobachtet", so Steinmeier. "Aber wir haben Bürgergespräche organisiert und die beiden Gruppen zusammengebracht - da wurden Vorurteile ganz schnell abgebaut." Man sieht die Bewohner ab und an sogar in der Stadt. Von der Bushaltestelle am Sportplatz aus können sie direkt in die Zivilisation fahren.

Die Fotoreportage gehört zu den eindrucksvollsten, die stern.de im Jahr 2012 gezeigt hat. Bilder des Jahres und weitere Jahresrückblick-Strecken finden Sie hier: zum Jahresrückblick 2012.

 
 
 
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