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Eine Achtelsekunde - länger braucht Meisterfotograf Jim Rakete nicht für das perfekte Porträtfoto. Welche Stars er auf diese Weise bereits abgelichtet hat, zeigt nun eine Ausstellung im Deutschen Filmmuseum in Frankfurt.
Ginge es nach der Lautstärke, hätte Bundeskanzler Gerhard Schröder und die SPD das TV-Duell gegen Unionskanzlerkandidatin Angela Merkel schon vor der ersten Frage gewonnen.
Eigentlich sollte man meinen – wenn man mit Leuten zusammen Bilder macht, die es gewöhnt sind mehr oder weniger im Rampenlicht zu stehen – dass das dann vollkommen und im Handumdrehen flutscht. Tut es auch. In den meisten Fällen. Im hiesigen „Fall“ auf jeden Fall. Denn beim Mann mit dem Bass rannte ich beinahe schon offene Türen ein. Denn wie es eben der Zufall wollte, kaute der Herr Itt gedanklich eh schon darauf herum, sich mal frisch bebildern zu lassen. Und ein kreatives „Schaun-mer-mal-was so geht“ war genau nach seiner Nase. Und was soll ich sagen. Mit Menschen aus Kreativberufen ist´s dann eben doch geschmeidiger bisweilen als sich mit ´nem Modell rumzubalgen, dass das 88. Shooting so gestalten will, um so wie immer auf Bildern „rüberzukommen“. Ein einfaches Sich-auf-Situation-Einlassen findet man bei der betriebsblinden Damen-Riege eher nur in homöopathischer Dosierung. Umso schöner, wenn ein Bühnenmensch einen hinter die „Kulissen“ ihrer Berufshülle schauen läßt. Denn dann sind eigentlich immer ehrliche und authentische Bilder möglich. Steht Frank Itt sonst als Dozent in der Pop-Akedemie Mannheim vor Studenten oder gar selber als Zupfer der dicken Saiten auf Bühnen in halb Europa und lässt u.a. Rhythmen zu „Hello again!“ vom Griffbrett grummeln, durfte ich auf heiligem Boden - nämlich bei ihm zuhause mehrere Stunden meine Kamera in seine Richtung halten, um mal nichts anderes abzulichten ausser ihn selbst. Heilig unter anderem auch deswegen, weil seiner Zeit in den gleichen Räumlichkeiten kein „geringerer“ als Jim Rakete sein Fuss über die Schwelle setzte. Ich weiss, wird niemanden sonderlich jucken. Ich find es aber einen drolligen Umstand, da ich damals kurze Zeit vorher mit dem Herrn Rakete in Braunschweig aufeinandertraf. Fällt also insgesamt unter die Kategorie : „Mensch, watt is die Welt n Dorf.“ Aber das nur mal kurz am Rande. Springen Musiker sonst ja immer in einer Art Bühnenmaskerade durch allerlei buntes Licht und sind gänzlich unprivat, haben sie an anderer Stelle schon Interesse, dass es auch mal ausschließlich und einzig mal um sie geht. Und sei derjenige noch so bescheiden. Mögen tut das schließlich jeder, wenn es auch mal nur um ihn geht. Und das ist auch eines der Themen, dass - so denke ich – vielleicht immer genau das Quäntchen Unterschied macht, wenn zwei Leute ein und dieselbe Person fotografieren. Der eine macht ein Foto. Der andere vermittelt das Gefühl der Exklusivität. Ratet mal, wer das „bessere“ Bild bekommt? In diesem Sinne Es grüßt der Papendieck P.S.: Mein Dank geht nochmal herzlichst an Frank Itt, der sich trotz straffen Terminplans den Nachmittag Zeit genommen hat, um vor meiner Kamera zu stehen, sitzen oder auf einem Rasenmäher rum zu heizen oder seinen Bass auf einer Werkbank mit der Hilti zu rocken. P.P.S.: Dem fotografisch Interessierten sei gesagt, dass hier einfach die Blendevorwahl auf 2 gestellt wurde und dann ging´s los.
Stellt mir doch eine junge Dame neulich die Frage, was einen so antreibt, andere Menschen zu fotografieren. Das ist mir doch gleich mal Anlass genug, unter dem Buchstaben ICKS zu recherchieren, warum. Das Lexikon sagt zu X, oder besser gesagt der Xenophilie, also zu einer ursächlichen Motivation, seine Knipse auf andere zu richten, in etwa das – und dabei zitiere ich im Übrigen sinngemäß. Nicht dass hier ein plagiativer Guttenbergischer Doktorsalto unterstellt wird, nech? Als "xenophil" bezeichnet man dabei eine persönliche Vorliebe für fremde, unbekannte Dinge und Menschen. An anderer Stelle (Duden) ist man dabei "...allem Fremden gegenüber positiv eingestellt und aufgeschlossen..." ( Anm. d. Verf. : Wer sich jetzt an dem Begriff „Vorliebe“ reiben will, sei herzlich dazu eingeladen und möge auch einfach seine Phobie dem Begriff Philie mal ein wenig eindämmen. ) Worauf will der Papendieck also mal wieder hinaus? Na, ganz einfach. Wie das Wort schon sagt. Oder besser gesagt, die Definition desselbigen. Wer anderen nicht aufgeschlossen gegenüber ist, der wird sich auch ziemlich schwer damit tun, einen anderen Menschen von seinen Ideen überzeugen zu können, geschweige denn überhaupt soweit kommen, dass sich jemand vor seine/ihre Kamera stellt. Sicher gibt es Freaks, die Fotografieren als simple physikalische Spielart der Betrachtungsweise von Licht und dessen Phänome betrachten. Aber, ob das zu ansprechenden Bildern führt? Minutiös durchprogrammierten Versuchanleitungen mag man sich dem Endergebnis annähern. Aber wie meine persönliche Erfahrung zeigt, enden die Jungs & Mädels bei der Stockfotografie. Und das in zweierlei und wortmalerischen Sinn Zum einen füllen diese Techniker (oder wie ich sie gerne nenne – Pixelchirurgen) seitenweise Bilderforen, wo man so allerhand Bilder für den gewerblichen Gebrauch finden kann. Aberwitzigste Anzahlen von familienfoto-gleich arrangierten Tomaten-Trios, benetzt mit schicken Wassertropfen und drollig zwischen der vegetablen Verwandtschaft platziert, sorgen dafür, dass man an Scroll-Rad der Maus schnell einen Tick bekommt. Gleiches findet man im Bereich „Mensch“, wo Null-Gesicht-Sina (Name wurde gerade frei erfunden) sich heiter gebiss-demonstrierend mit einem massenkompatiblen Anzugträger, dessen Aussenwirkung genauso spannend ist wie die akkurat getrimmten Grashalme einer Driving-Range, vor einer virtuellen Architekturstudie scheinbar angeregt unterhält. Zum anderen tragen sowohl Motiv-Personal als auch Pixel-Jockey oben erwähnten Stock annähernd im zweistelligen Dezimeterbereich im Arsch. ( Ich unterstelle dahingehend mal, dass ein Interesse in Sachen Mensch nur insofern besteht, dass dieser dann mindestens die Schublade füllen sollte, auf deren Front das Wort „Kunde“ zu finden ist. In dem Zusammenhang klingen mir die Worte von Jim Rakete, der neulich mal hier bei uns in Braunschweig war, im Ohr, der so oder so ähnlich meinte, dass er lediglich an Menschen interessiert sei. Weiter nichts. Und genau das ist es. Sei neugierig auf deinen Gegenüber und vergiss, dass du Fotos machen willst. Dann wird’s auch was. Oder einfach mal was anderes machen, als das was man sonst so macht. Und wenn´s nur mal ein kleiner Ausflug in die Welt der Pin-Up´s ist :-). Oder Lack und Leder. Oder, oder, oder..... Xenophob, also misstrauisch allem Fremden gegenüber, hat da nichts zu suchen. Weder in der Fotografie noch überhaupt. In diesem Sinne Be xenophil! Es grüßt der Papendieck
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