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Molotow: "Wo der Schweiß von der Decke tropft"

In diesem Jahr kann der berühmte Club auf der Reeperbahn seinen 25. Geburtstag feiern: Das Molotow prägte die Clubkultur der Stadt ganz wesentlich mit. Unzählige Bands gaben dort ihre Deutschland-Debüts. Ein Bildband würdigt die Club-Geschichte.

Club-Chef Andi Schmidt

Club-Chef Andi Schmidt wohnt auch privat auf der Reeperbahn. Über seinen Club sagt er: "Das Molotow ist so was wie mein Lebenswerk."

Ende der 80er-, Anfang der 90er-Jahre war in Hamburg eine Zeit, in der zig neue, kleine Clubs eröffnet wurden. Der Tempelhof, der Fun Club, der Gun Club, das Mitternacht und viele mehr, so auch das Molotow. Die einen waren für viele Bands Orte, an denen sie Live-Auftritte geben konnten, andere hatten DJs, die bis in den nächsten Morgen hinein auflegten – vor null Uhr ging man damals nicht aus. Die wenigsten dieser Läden haben überlebt, mit einem Club wirtschaftlich zu arbeiten, ist in Hamburg nicht leicht. Die "Musikstadt" setzt eher auf Musicals und Busladungen von Touristen als auf die kreative Szene. Ein Club jedoch existiert noch immer, trotz aller Widrigkeiten: das Molotow an der Reeperbahn.

Andi Schmidt betreibt das Molotow seit 1994. In dem Porträt über seinen Laden, der zu seinem 25. Geburtstag mit einem wunderbaren Bildband gefeiert wird, verrät Schmidt, wie er Inhaber wurde. "Die Gelegenheit war günstig: Ich war Mitte 20 und hatte nicht wirklich einen Plan für mein Leben. Das passte also." In einem ausführlichen Interview, das der Herausgeber, Autor und Stammgast Sebastian Meißner mit Schmidt führte, entsteht ein spannender Rückblick auf das Vierteljahrhundert Molotow. Auf die Frage, was das Molotow so besonders macht, erzählt er: "Die Bands legen sich hier besonders ins Zeug. Wenn ein Laden erstmal einen Namen hat, dann freuen sich die Bands auch besonders darauf, und das merkt man dann auch. Hinzu kommt auch, dass St. Pauli mit der Reeperbahn besondere Energien freisetzt."

Schmidt lebt selbst auf der sündigen Meile und kann sich ein Leben jenseits von St. Pauli auch nicht vorstellen. Er verlässt den Stadtteil nur selten. Die Einblicke, die er in dem im März erschienenen Buch gewährt, dürften nicht nur Hamburger begeistern. Neben seinen Erinnerungen kommen zahlreiche Bands zu Wort, die im Molotow gespielt haben. Unzählige Fotos zeugen von durchgemachten Nächten, rockenden Bands und fröhlich feierndem Publikum.

Mit "Wo der Schweiß von der Decke tropft" schilderte der NDR einmal die Atmosphäre. Das Molotow wurde wiederholt zur beliebtesten Live-Musik-Location in Deutschland gewählt.

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