Und der 42-Jährige, der aus Friedrichshafen am Bodensee stammt, ist schon einige Jahre dabei. Die Fotografie wurde ihm sozusagen in die Wiege gelegt: Schon die beiden Eltern waren Fotografen. Von ihnen habe er auch seine Begeisterung für die Natur geerbt, sagt Mauthe. Dazu kam ein Faible für fremde Länder, Abenteuer und Reisen. Mit 17 Jahren betrat er zum ersten Mal den afrikanischen Kontinent, mit 20 durchquerte er Neuseeland mit dem Fahrrad. Aus dieser Reise entstand seine erste Diashow - und die dauerhafte Liebe zur Naturfotografie war entfacht.
"Seitdem führe ich ein Nomadendasein", sagt Mauthe. Ob auf seinen zahlreichen Reisen durch die verschiedensten Länder der Erde oder seinen Vortragstouren in Deutschland - fast immer ist der Fotograf unterwegs. Momentan schlägt er sich für das Projekt "Naturwunder Erde" durch das Amazonasgebiet in Brasilien. Ende Mai hebt sein Flieger erneut ab. Reiseziel: Afrika.
Für das perfekte Foto nimmt Mauthe einiges auf sich. So kämpfte er sich im Norden von Gabun in Zentralafrika durch ein Gebiet, in dem zuvor noch kein Mensch war. "Sechzehn Tage waren wir unterwegs in bis dato unberührten Wäldern. Zu Beginn mit dem Einbaum auf den bis zu ein Kilometer breiten Urwaldströmen, danach tagelang mit der Machete kleine Schneisen ins dichte Unterholz schlagend", erinnert sich der 42-Jährige. Temperaturen über 40 Grad Celsius, Insekten, offene Wunden an Füßen und Beinen und das Gift von acht Wespenarten im Körper - das war der Fotografen-Alltag. "Aber der Blick von den Inselbergen auf den unberührten Urwald, der bis zum Horizont reichte, hat für alle Strapazen entschädigt", sagt Mauthe.
Solche Momente möchte der 42-Jährige nicht missen. "In der unberührten Wildnis fühle ich mich ganz nah am Wesen unseres Seins." Dieses Gefühl will er durch seine Bilder vermitteln. Sie sollen berühren - und die Betrachter mit auf eine einmalige Reise nehmen, die zwei Jahre dauert und für die stern.de-Leser heute beginnt.