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29. Januar 2008, 15:14 Uhr

Der heilige Gral von Capas Werk

Tausende unveröffentlichte Negative des legendären Kriegsreporters und "Magnum"-Gründers Robert Capa (1913-1954) sind in Mexiko aufgetaucht. Die Bilder aus dem Spanischen Bürgerkrieg galten viele Jahre als verschollen.

Das Bild des sterbenden Soldaten im spanischen Bürgerkrieg machte Robert Capa berühmt. Elf Jahre später gründete er mit George Rodger, David "Chim" Seymour und Henri Cartier-Bresson die Agentur "Magnum Photos"© Robert Capa/Magnum Photos/Agentur Focus

Die Fotoagentur "Magnum" vermeldete am Dienstag in Paris den Fund und bestätigte damit einen Bericht der "New York Times". Die Bilder aus dem Spanischen Bürgerkrieg galten viele Jahre als verschollen, wie die Zeitung berichtete. Capa hatte sie in einen Koffer gepackt und vor dem Einmarsch der Deutschen 1940 in Paris zurückgelassen. Der gebürtige Ungar und spätere Gründer von "Magnum" war bis zu seinem Tod in Vietnam selbst der Ansicht, die Negative seien zerstört worden.

Stattdessen war der Koffer auf abenteuerlichem Weg nach Marseille gelangt. Ein mexikanischer General und Diplomat nahm ihn von dort aus mit nach Mexiko-Stadt, wo der Koffer über ein halbes Jahrhundert lang versteckt blieb. Mitte der 90er Jahre gab es Gerüchte, dass die Bilder noch existierten. Das New Yorker Museum "International Center of Photography" (ICP), das Capas Bruder Cornell gegründet hatte, nahm daraufhin Kontakt mit den Erben des Generals auf. Nachdem die Rechte geklärt worden waren, konnte der Koffer nach New York überstellt werden, wie die Zeitung berichtete.

"Das ist der heilige Gral von Capas Werk", sagte Brian Wallis, der Chefkurator des ICP. Experten erhoffen sich von der Durchsicht der Bilder vor allem Aufschluss über eines der berühmtesten Fotos Capas vom Tod eines Soldaten im Spanischen Bürgerkrieg aus dem Jahr 1936. Die Echtheit der Schwarz-und-Weiß-Aufnahme mit dem Titel "Loyalistischer Soldat im Moment seines Todes" wird seit den 70er Jahren angezweifelt.

DPA

 
 
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